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FritzBox 7590 am Glasfasermodem mit 1 GBit/s und Speed-Visu per LoxBerry

Das Internet der Zukunft feiert in meinem Smart Home nun Premiere. Mit bis zu 1.000 MBit/s im Download und 500 MBit/s im Upload bietet die Telekom endlich eine Internetanbindung per Glasfaser, die selbst bei Hardcore-Usern endgültig keine Wünsche mehr offen lässt und auf die ich selbst seit meiner ersten ISDN-Flatrate vor knapp 15 Jahren so lange sehnsüchtig gewartet habe.

In nachfolgendem Blogpost geht es um meine ersten Erfahrungen mit einer der in Deutschland aktuell schnellsten Internetverbindungen, die den Flaschenhals erstmals ins eigene Heimnetzwerk verschiebt und selbst das neueste Flagschiff des Router-Spezialisten AVM, die Fritz!Box 7590 (Affiliate-Link), ins Schwitzen bringt. Außerdem wird erklärt, wie ich die aktuelle Übertragungsgeschwindigkeit und das verbrauchte Datenvolumen per Loxone visualisiere. Funktionen, die ich schon seit Ewigkeiten realisieren wollte und nun mit Hilfe des LoxBerry-Plugins Fritz.Lox in wenigen Minuten in Loxone einbinden konnte.

FTTH 4TW!

Mit MagentaZuhause Giga bietet die Deutsche Telekom seit Kurzem einen Tarif für alle FTTH-Kunden (Fiber to the Home), die eine Glasfaserleitung vom Ex-Monopolisten im Haus liegen haben.

Damit unterscheidet sich die Anbindung gerade im Vergleich zu UnityMedia, die nur bei der "letzten Meile" auf Glasfaser setzt, deren vorgelagerte Verbindung aber im Gegensatz zur Telekom weiterhin auf Kupfer, bzw. genauer gesagt auf Koaxial-Leitungen, basiert. Hier nutzt der Anbieter selbst den Begriff COAX-Glasfaser. Auch wenn UnityMedia von einer künftigen Geschwindigkeit von bis zu 5 GBit/s spricht, bleibt abzuwarten, wann der Anbieter seine derzeitige Spitzengeschwindigkeit von 400 MBit/s im Download und 10 MBit/s (vor einigen Monaten waren es noch 20 MBit/s) erhöht, oder ob die Nachfrage auf Kundenseite dafür überhaupt existiert.

Aber mittlerweile ist es ja auch nicht mehr die Downloadgeschwindigkeit, die primär ausbremst, sondern der verhältnismäßig geringe Upload, der vorallem bei Backups in die Cloud bremst. Und hier bietet die Telekom mit ihren 500 MBit/s im Upload deutliche Vorteile, zumindest wenn die eigene Infrastruktur diese hohe Geschwindigkeit überhaupt verkraftet.

Fritz!Box 7590 als Router hinter Glasfasermodem

Bei FTTH wird dem Telekom-Kunden ein Glasfasermodem (oben rechts im Bild) - auch Gf-AP (Glasfaserabschlusspunkt) bzw. OneBox genannt - zur Verfügung gestellt, welches die eigentliche Glasfaser vom Verteiler (links im Bild) - auch ONT (Optical Network Transmitter) genannt - entgegennimmt und in ein RJ45-Netzwerksignal moduliert (Details in der Telekom-Doku). Hier lässt sich dann ein Router anschließen, welcher die Verbindung zu den heimischen Endgeräten herstellt. In meinem Fall ist das die Fritz!Box 7590 (Affiliate-Link), da ich schon seit Jahren ein Fan von AVM und deren Netzwerkgeräte bin. Die reibungsfreie Nutzung von VPN On-Demand (Anleitung hier) ist dabei nur einer von vielen Gründen.

Ein älteres Gerät, wie bspw. das vorherige Spitzenmodell Fritz!Box 7490, würde zwar auch funktionieren, durch den langsameren Prozessor könnte die Internetgeschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s bzw. 1.000 MBit/s (gerundet) jedoch nicht ausgenutzt werden. Aber selbst die Fritz!Box 7590 hat noch mit der Limitation zu kämpfen "am 'WAN'-Anschluss erwartungsgemäß auf ca. 900 Mbit/s bis 940 Mbit/s reduziert" zu sein. Wie sich das schließlich in der Praxis verhält, dazu später mehr.

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Das Telekom-Modem wird erstmal an den WAN-Anschluss der Fritzbox gestöpselt und die notwendigen Zugangsdaten für den Internetzugang auf fritz.box gepflegt. Die individuellen Zugangsdaten kommen gesondert per Post und werden manuell eingetragen.

Jetzt sollte die Verbindung direkt aufgebaut sein und ein erster Speedtest verrät, dass die Geschwindigkeit schon mal recht ordentlich ist.

Wobei man mit solchen Speedtests natürlich immer etwas vorsichtig sein muss. Auf der einen Seite ist es wohl so, dass manche Provider solche Speedtests erkennen und dann kurzfristig eine höhere Geschwindigkeit erlauben, um entsprechend besser abzuschneiden. Auf der anderen Seite ist der limitierende Faktor auch oftmals auf Serverseite zu finden, der durch eine gerade sowieso schon hohe Grundauslastung den Test verfälscht.

Glasfaser-Technik-Fact am Rande

Vielleicht wundert sich der ein oder andere, warum nicht direkt eine FritzBox 5490 mit eingebautem Glasfasermodem zum Einsatz kommt. Das liegt schlicht und einfach an einer Inkompatibilität mit dem deutschen Telekom-Netz. Die Fritzbox 5490 kann nur an sogenannten Punkt-zu-Punkt Glasfaseranschlüssen betrieben werden, das Glasfasernetz der Telekom basiert jedoch auf einem Punkt-zu-Mehrpunkt-Netz, bei dem sich mehrere Kunden eine Faser über die Koppler im GF-AP (Glasfaserabschlusspunkt) teilen. Hier entscheidet der oben angesprochene ONT (Optical Network Transmitter) aufgrund seiner Programmierung, welche Daten durchgelassen werden. Diese Funktionalität scheint der FritzBox schlicht zu fehlen. Bleibt also abzuwarten, ob künftige FritzBox-Modelle eine entsprechende Punkt-zu-Merhpunkt-Unterstützung irgendwann einmal mitbringen werden und ob die Telekom deren Einsatz forciert oder eine Nachrüstung durch den Kunden zumindest duldet. Denn bei der Telekom ist man wohl der Meinung, dass sich der Kunde am besten gar nicht mit der im Vergleich zu Kupferkabeln recht fragilen Glasfaserleitung auseinandersetzen sollte.

Internetspeed in Loxone visualiseren

Wer eine Fritzbox einsetzt, wird den eingebauten Online-Monitor kennen, der jederzeit Einblick in die Übertragungsgeschwindigkeit der letzten 100 Sekunden gewährt. Hier gerade direkt nach einem Speedtest:

Wie man an der linken Skala erkennt, wurde als Maximalwert anscheinend schon 1.000.477 kbit/s in Download- und 508.662 kbit/s in Uploadrichtung erreicht. Umgerechnet sind das knapp 977 bzw. 497 MBit/s und damit sogar etwas mehr als die maximalen 940 MBit/s, die der Fritz!Box 7490 offiziell zugesprochen werden. Ein mehr als ordentlicher Wert!

Da ich mich nicht immer im Webinterface der Fritzbox einloggen möchte, um die aktuelle Auslastung der Internetverbindung und den Datenverbrauch einzusehen, sollten die Daten an Loxone weitergeleitet werden, um dort in der Visu inkl. Statistiken zur Verfügung zu stehen.

Zu diesem Zweck wurde mein frisch gebackener LoxBerry-System, basierend auf einem Raspberry Pi 3 (Affiliate-Link), wie es im Blogpost LoxBerry in 10 Minuten auf dem Raspberry Pi installieren erklärt wurde, direkt um das Plugin Fritz.Lox erweitert. Der Entwickler des Plugins, Sven Thierfelder, war zum Glück zu freundlich und hat die Erweiterung auf meinen Wunsch hin kurzerhand um die Funktion DSL Informationen abrufen ergänzt. Vielen Dank nochmal an dich Sven!

Fritz.Lox (Download hier) wird - wie jedes andere Plugin auch - direkt über die Plugin-Verwaltung von LoxBerry installiert. Anschließenden Neustart nicht vergessen!

Dann werden die Login-Daten zur Fritzbox in der Plugin-Verwaltung hinterlegt.

Bei Fritzbox-IP trage ich entsprechend 192.168.3.1 ein, wobei vermutlich auch fritz.box möglich sein sollte. Wichtig ist dabei, dass die "Anmeldung bei Zugriff aus dem Heimnetz" der Fritzbox auf "Anmeldung mit FRITZ!Box-Benutzernamen und Kennwort" umgestellt wird. Entsprechend habe ich dann auch einen eigenen "Benutzer" namens "loxberry" angelegt, dessen Berechtigungen je nach Lust und Laune eingeschränkt werden können.

Sobald die Einrichtung abgeschlossen ist, lässt sich die Funktion direkt über die angegebene URL im Fritz.Lox-Plugin testen.

"DEIN-admin-PASSWORT" muss noch entsprechend mit dem im LoxBerry-Server eingetragenen Passwort geändert werden, damit es später auch aus dem Loxone-System heraus abrufbar ist.

Wenn alles klappt, sollte bei einem Klick auf die URL etwas in dieser Art angezeigt werden:

Hier verstecken sich alle notwendigen Informationen, die über einen "virtuellen HTTP Eingang" in der Loxone Config abgerufen und zur Anzeige genutzt werden können.

Als URL wird die eben ermittelte Adresse eingetragen. Als Abfragezyklus nutze ich jetzt schon eine Weile 10 Sekunden, was bisher super stabil läuft und eben eine recht genaue Auskunft über die derzeitige Übertragungsgeschwindigkeit erlaubt.

Was jetzt noch fehlt, ist der jeweilige "virtuelle HTTP Eingang Befehl", der aus dem abgerufenen String die passende Information extrahiert. Für die "Upload Auslastung" lautet die Befehlskennung "NewByteSendRate] => \v" (ohne Anführungszeichen).

Damit der übermittelte Wert (in byte/s) korrekt als MBit/s (bzw. Mbps) weiterverarbeitet werden kann, wird die integrierte "Korrektur"-Funktion genutzt. "Eingangswert 2" ist dann "131072" und "Anzeigewert 2" hat den Wert "1".

Für die "Download Auslastung" lautet die Befehlskennung dann "NewByteReceiveRate] => \v".

Für "Upload Datenvolumen"NewTotalBytesSent] => \v" und für "Download Datenvolumen "NewTotalBytesReceived] => \v". Damit die Werte als Gigabyte (GB) formatiert werden, lautet jeweils der Eingangswert 2 "1073741824" und der Ausgangswert 2 "1".

Angeschlossen werden die jeweiligen Inputwerte dann an nachgelagerte Verbrauchszähler, einer für "Internet Upload" und einer für "Internet Download".

Alle relevanten Settings sollten im Screenshot zu sehen sein.

Eine kleine kosmetische Korrektur muss man noch vornehmen. Denn immer, wenn die Fritzbox neugestartet wird (evtl. auch nach einem Reconnect der Internetverbindung), wird auch der Wert des übertragenen Datenvolumens resettet. Entsprechend muss dies in den Verbrauchszählern berücksichtigt werden, damit die fortlaufende Statistik korrekt angezeigt wird. Immer wenn der Wert des "Upload Datenvolumens" gleich 0 ist, werden die Verbrauchszähler über einen Monoflop resettet. Das wird über die drei Elemente links unten realisiert. Fertig.

Als Ergebnis sieht die Visualisierung in der Loxone App folgendermaßen aus.

Praktisch sind dabei natürlich auch die Statistik-Werte, die Auskunft über das genutzte Datenvolumen geben.

Aus meinem täglichen Leben

Im Vorfeld war die "Operation Glasfaseranschluss" wirklich alles andere als stressfrei. Das fing schon bei der Anmeldung über den Bauherren-Service an. Der etwas genervte Telekom-Service-Mitarbeiter wollte mir nämlich einreden, dass bei mir kein Glasfaser verlegt wird und ich den Antrag für eine Kupferleitung auszufüllen hätte. Nach längerem hin und her hat sich die Telekom dann einige Monate nach Antragseingang gemeldet, dass ich - so Wunder - den falschen Antrag ausgefüllt hätte, da ich Glasfaser bekomme.

Also den gefühlt drölftausend seitigen Antrag inkl. aller notwendigen Anlagen, Skizzen und Pläne erneut eingereicht, obwohl der Antrag bis auf kleine Details absolut identisch war. Aber gut, ansonsten hat bis zur Anschlussfreischaltung alles bestens geklappt, ganz im Gegensatz zu meinem Nachbarn Benni, der als einer der ersten im Baugebiet den Prozess wohl erstmal einspielen musste. Alle Info in seinem Blogpost Anschlussdrama FTTH (Glasfaser) der Telekom.

Die Installation durch den wirklich freundlichen und kompetenten Telekom-Techniker war in meinem Fall in weniger als 30 Minuten erledigt. Chapeau!

Wenn es erstmal läuft, dann läuft es auch zuverlässig und absolut stabil. Bei meinen Tests erreiche ich mit der Fritzbox 7590 am Glasfasermodem übrigens effektiv knapp über 100 MB/s, wobei evtl. sogar meine eigene kabelgebundene Haus-Infrastruktur sogar der limitierende Faktor ist. In jedem Fall sollten gut geschirmte CAT6 Netzwerkkabel (Affiliate-Link) genutzt werden, um hier keinen künstlichen Engpass zu schaffen.

Bei mobilen Endgeräten bremst jedenfalls spätestens das heimische WLan, welches schon bei wenigen Metern Entfernung zum nächstgelegenen Accesspoint nur wenige hundert MBit/s erreicht. So oder so sollte man jetzt auch mit einer Vielzahl an verbundenen Internet-Devices genug Brandbreite für alles, inkl. mehrerer 4k-Streams und iCloud-Backups haben.

Mal sehen, wie sich in Zukunft die Tarifstruktur von UnityMedia entwickelt und ob der direkte Konkurrenz zur Telekom ähnlich höhe Geschwindigkeiten erreicht. Eine entsprechende Versorgung ist bei mir jedenfalls schon mal gegeben und der Anschlusspunkt im Technikraum gesetzt. Wirklich spannend, wie dünn die Glasfaserleitungen sind, von denen UnityMedia bspw. gleich 6 Leitungen (5 als Backup) einzieht.

Die Visualisierung der Internetgeschwindigkeit und der Verbrauchswerte über Loxone war letztendlich noch das i-Tüpfelchen, welches mir schon lange gefehlt hatte. So kann man bequem per App prüfen, wo gerade wieviele Daten vom und ins Internet flutschen. Über den Automatik Designer" kann man sich dann auch ganz einfach von Loxone entsprechende Push-Mitteilungen schicken lassen, sobald ein Grenzwert überschritten wird.

Aktuell lasse ich mir die aktuelle Datenrate aus Spaß auf meinem KNX-Wandtaster im Technikraum anzeigen, da ich hier noch "Platz" hatte. Nicht schön, aber zumindest selten - wenn nicht sogar einmalig...

Aber das ist selbst für mich schon etwas viel Spielerei. Im besten könnte es auch einfach als Proof of Concept bezeichnen... :D

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Jörg

Jörg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er veröffentlicht regelmäßig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos
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Kommentare (13)
  1. Moin Jörg,

    der Affiliate-Link "gut geschirmte CAT6 Netzwerkkabel" funzt nicht.

    Gruß Heiner

  2. Hallo Jörg!
    Wie heißt denn der KNX Wandtaster? Kann dieser direkt über Loxone angesteuert werden?

    LG Alfred

  3. Ich bin ja mal gespannt wie es sich im kommenden Jahr hier in Bochum entwickeln wird. Derzeit wirbeln sowohl Unitymedia als auch die Stadt groß die Trommel dass Bochum 2018 mit seinem bevorstehenden Gigabit Netz zum Vorzeigeprojekt werden soll. Worüber bisher jedoch noch keiner konkret Sprach sind die Uploadgeschwindigkeiten. Angeblich gab es nur die Aussage dass sie den Upload von VDSL (laut Artikel 40 MBit/s) übertreffen wollen.
    Gesetzt wird auf Docsis 3.1, wobei hier wohl selbst nach der Verabschiedung vom Analog TV noch immer UKW Radio durch das Kabelnetz gespeist wird. In sofern bin ich noch sehr skeptisch was die Uploadbandbreite betrifft - warum hält man nur an solch alten Dingen fest...?
    Zu gute kommt ihnen dass hier vor vielen Jahren die Stadtwerke Bochum mit einem anderen Partner Glasfasernetze bis in die Keller verlegt hat - auf die Infrastruktur wird dann wohl auch Unitymedia zugreifen können.
    Die Stadtwerke boten darüber bisher 200/100 für ~60€/Monat an, was so gut wie keinen Anklang fand. Kaum Werbung, den "normalen" Nutzern wohl zu teuer und die Problematik dass man sich erst mit dem Vermieter auf die Verkabelung vom Keller bis in die Wohnungen einigen musste.

    Zumindest könnte Bochum einen ersten Einblick darauf geben was die Unitymedikunden in anderen Städten erwarten könnte. Ich bin mal gespannt.

    Persönlich bin ich selbst mit meinen 200 MBit/s down sehr zufrieden, aber beim Upload wächst das Bedürfnis nach mehr von Monat zu Monat. Wer einmal mit Synology & Co anfängt ...

  4. Hallo Jörg,

    bist du einer der Glücklichen die in einem Ausbaugebiet wohnen oder hast du deinen Glasfaseranschluss über "Mehr Breitband für mich" teuer selber bezahlt?

    • Hi Marcel,
      wohne glücklicherweise in einem FTTH-Ausbaugebiet der Telekom, bei dem jeder Neubau standardmäßig mit Glasfaser der Telekom und Unitymedia versorgt wird. Alle Anschlusskosten waren dabei sogar schon im Grundstückspreis enthalten, was wohl eher unüblich ist.

      Grüße
      Jörg

  5. Hallo Jörg,

    interessanter Einblick, der einen neidisch werden lässt... Viel Spaß mit der HighSpeed-Leitung!

    Eine Frage zu dem VPN-on-Demand. Ich habe mir VPN über die Fritzbox-Oberfläche auf meiner 7390 eingerichtet. Kannst du mir sagen, wie ich an die Config komme, um die entsprechenden Anpassungen zu machen? Ich hatte es bei der Einrichtung auf mal mit deinen Dateien probiert aber leider klappte das nicht.

    Grüße, Stephan

    • Hi Stephan,
      im verlinkten Blogpost findest du die zusammengehörigen Beispiel-Config-Dateien für Fritzbox und iOS-Device. Wenn du diese korrekt auf deine Bedürfnisse (DNS, Benutzer, Passwörter) hin anpasst, sollte es klappen. Habe dieses Vorgehen selbst jetzt schon x-fach im Bekanntenkreis durchgeführt und bisher hat es immer geklappt, sofern die Fritzbox an einer IPv4-Internetverbindung hängt.

      Grüße und viel Erfolg
      Jörg

  6. Schön, dass es bei dir so gut läuft. Ich bin meinem realen 50/10 Mbit/s sehr zufrieden, allerdings ist dies schon das beste Ergebnis was ich beim Upload hier erreichen kann. Kabel-Anschlüsse gäbe es auch als Alternative, die sind aber teurer, wenn ich den Upload als Maßstab nehme.

    Nur die bei deinem Speedtest gemessene Latenz ist für einen Glasfaser-Anschluss mit 30 ms sehr hoch. Kannst du mal das Ergebnis nennen, wenn du auf die Google DNS-Server 8.8.8.8 pingst? Dann müsstest du an die 10 ms und weniger herankommen können.

    Auf lange Sicht wird die Fritzbox kein Punkt-zu-Multipunkt Glasfaser unterstützen. Diese Technik heißt GPON und kann 2,5 Gb/s Download und 1,25 Gbit/s Upload pro Zelle erreichen. Zwischen dem OLT (Optical Line Terminal = Vermittlungsstelle) und dem ONT (Optical Netwerk Termination = Übergabepunkt zum Kunden) ist ein optischer Splitter; bisher üblich 1:32 oder 1:64. D.h. dass jeder Kunde das gleiche Signal bekommt.

    Das Problem dabei ist, dass bei einer unverschlüsselten Verbindung der Nachbar die gleichen Datenpakete erhält. Der Nachbar kann zwar keine Pakete unter falschem Namen absenden, aber empfangen tut sein ONT aber alles. Also wird pro ONT ein Verschlüsselung um den jeweiligen Datenstrom gelegt, damit nur der eigentliche Adressat die Daten entschlüsseln kann.

    Das ONT-Gerät macht also nichts anderes als ein handelsüblichen Medienkonverter und entschlüsselt gleichzeitig den Datenverkehr. Wer bis jetzt mitgedacht hat, wird sich folgende Frage stellen:

    "Wie kann bei dem Aufbau der verschlüsselten Verbindung festgestellt werden, dass die Verschlüsselung auch mit dem richtigen Kundengerät hergestellt wird? - Stichwort: Authentifizierung
    Das OLT kann ja ohne Verschlüsselung nicht feststellen von welchem Kundengerät die Verschlüsselung aufgebaut wird."

    Die Lösung ist einfach. In den ONTs der Kunden werden die Verschlüsselungsparamter vorher hinterlegt. Sind diese dem Angreifer bekannt, können diese nicht mal eben schnell geändert werden ohne das die Telekom-Techniker Überstunden schuften müssen.

    Was ist der große Verteil bei GPON?
    Für den Kunden keine. Gegenüber der üblichen Ethernet-Technik im Computer-Netzwerkbereich gibt es bei GPON eine Menge Fehlerquellen, die gleichzeitig alle Kunden in einer GPON-Zelle betroffen z.B. den optischen Splitter.
    Zusätzlich darf der Kunde ein Teil der Stromkosten selber bezahlen. Bei 5 Watt (2 bis 10 Watt laut Telekom) * 0,30€ ~13€.
    Keine große Summe, aber für den Netzbetreiber rechnet sich das.

    Bei GPON wird auf verschiedenen Wellenlengen empfangen und gesendet. Dadurch entfällt die sonst übliche 2. Glasfaser für den sonst benötigten Rückkanal. Aus diesem Grund ist es unmöglich die Faser in die falsche Buchse zu stecken, dafür benötigt man zwingend immer 2 verschiedene Empfangs-Bausteine für eine Verbindung; 1x auf Kundenseite, 1x auf der Vermittlungsseite.

    Was bedeutet diese Kleinigkeit?
    Sie beschränkt die mögliche Erweiterung stark. Möchte ein Nutzer mehr Bandbreite, muss die gesamte Technik inkl. der ONTs der Nachbarn auf die neue Technik umgestellt werden z.B. 10GPON-Technik.
    Aus diesem Grund werden bei Firmen von der Telekom oft der übliche 2 Faser-Aufbau genutzt. Bei einem Anschluss, den ich mitbetreue, ist es vermutlich die 10G-Ethernet-Technik für 10 km Reichweite 10GBASE-LR.
    Aber auch hier gibt es Ethernet-Standards als "1 Faser-Technik". Hier kann pro Anschluss aufgerüstet werden ohne die restlichen Kunden abschalten zu müssen. Daher wird dieser Aufwand nur bei großen Firmen-Glasfaser-Anschlüssen umgesetzt.

    FTTH Handbuch 2012 v5.0 mit technischen Details zur FTTH Ausbau-Planungen:
    http://www.ftthcouncil.eu/documents/Publications/FTTH-Handbook-2012-V5.0-German.pdf

    GPON Paper von Cisco: Gegenüberstellung von Ethernet-Technik und GPON-Technik:
    http://www.cisco.com/c/dam/en_us/solutions/industries/docs/gov/gpon_paper.pdf

    Ein passendes Empfangsmodul für GPON:
    https://www.cisco.com/c/en/us/products/collateral/interfaces-modules/transceiver-modules/datasheet-c78-736392.html

    Da ich die Telekom noch nie kompetent erlebt habe (außer ein paar Techniker), haben die bei mir den Spitznamen "Telekomiker". Stressfrei und termingerecht ist bei der Telekom nur der eigentliche Betrieb.

    Bei dem Thema "Telefonie über Glasfaser" a.k.a. VOIP kann die Telekom seit ca. 1 Jahr mehr als 8 Gesprächskanäle anbieten! Erwischt man den falschen Ansprechpartner bei der Telekom, sagt dieser, dass es diese "SIP-Trunks" nicht gibt. Und wenn man nicht aufpasst ist die Kündigung des alten ISDN-Anschlusses gleich mitnotiert, obwohl man den SIP-Trunk nur erstmal testen wollte... Amateure.

    • Hi Alexander,
      der Ping von 8.8.8.8 springt zwischen 7 und 8 ms. Ansonsten danke für deine Einsichten!

      Grüße
      Jörg

  7. Hi Jörg,

    hast du auch mal erwägt die Produkte von ubiquit (switch/router) einzusetzen?

    Laut idomix eine Empfehlung:
    https://idomix.de/ubiquiti-unifi-fazit-nach-6-monaten

    Ich bin noch vor der Entscheidung was es werden soll: Fritz Box oder ubiquiti.

    Gruß
    Andreas

  8. Hallo, ich habe das noch Anleitung gemacht, bekomme am MS aberc leider keine Daten. Hast Du vielleicht eine Idee?


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