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5Jan/1840

Pimp my QNAP TVS-1282: I7-6700K 4GHz, 64GB RAM und Wasserkühlung

Nachdem der letzte Artikel der "Pimp my"-Reihe jetzt schon Jahre zurückliegt, folgt jetzt endlich mal ein größeres Update. Es sollte wieder ein QNAP NAS gepimpt werden, dabei aber nicht nur die CPU getauscht und der Arbeitsspeicher bis zum möglichen Maximum erweitert, sondern zusätzlich eine performante Wasserkühlung nachgerüstet werden, damit das Powerhouse selbst bei Vollauslastung einen kühlen Kopf bewahrt. Wie die Aufrüstung im Detail aussieht und wozu ich die Kiste einsetze, erfahrt ihr im nachfolgenden Blogpost

Ausgangslage: QNAP TS-670

Nach mehr als vier Jahren seit meinem letzten QNAP-Pimp war es nun mal an der Zeit für ein Upgrade. Nicht, dass das TS-670 mit seinem aufgerüsteten i7 wirklich langsam wäre, verspürte ich nach und nach dennoch den Wunsch nach einem per SSD-Cache beschleunigsten System mit mehr als 16GB RAM, um vorallem allen in der Virtualization Station beheimateten VMs einen Geschwindigkeitsboost zu verpassen.

Ausserdem ging der HDD-Speicherplatz zur Neige, sodass bereits ein QNAP UX-800P 8 Bay Desktop NAS Erweiterungsgehäuse (Affiliate-Link) nachgerüstet wurde. In Verbindung mit der TS-x70 Reihe musste man bei einem Reboot des NAS aber immer erstmal die Extension für 20-30 Sekunden vom Strom trennen, damit das QNAP nicht fälschlicherweise von der Extension bootet und dabei dann steckenbleibt. Aber gut, offiziell läuft es mit der USB-Extension von QNAP auch erst mit der x71-er Reihe rund. Langfristig ist das dann schon etwas nervig, wobei ich das auch per schaltbaren Steckdosen mit Leistungsmessung und entsprechenden Regeln hätte lösen können. Aber das war dann selbst mir zu frickelig. Es musste also ein neues NAS her...

Neues NAS: Die Qual der Wahl

Grundsätzlich hätte ich mir neben einem QNAP auch ein Synology oder ein selbst gebautes FreeNAS-System vorstellen können, wie damals im Blogpost Pimp my HP Proliant G8 Microserver: 4×3,3GHz E3 und 16GB RAM beschrieben.

Um es vorweg zu nehmen: Auch nach Jahren der parallelen Nutzung aller drei Systeme bin ich weiterhin ein großer Fan von QNAP. Aus vielen Gründen.

FreeNAS hätte zumindest den Vorteil eine vergleichsweise günstige und maßgeschneiderte Hardware einzusetzen zu können, die insgesamt vermutlich auch am meisten Power besitzt. Gerade in Beziehung auf den produktiven Einsatz kommt man aber als Nicht-FreeNAS-Profi, der sich in jeder freien Minute damit beschäftigt, schnell an Grenzen, wenn nach einem Update ein Dienst doch nicht mehr so tut wie erhofft oder eine Festplatte ausfällt und man mit mehr als kryptischen Email-Benachrichtungen konfrontiert wird. Support erhält man in diesem Fall - wenn überhaupt - auch nur in Internetforen, in denen oftmals - wir kennen es alle - nicht nur Profis Tipps geben. Für mich einfach zu intrasparent, was bei FreeNAS unter der Haube abgeht und worum ich mich kümmern muss, damit das System auch dauerhaft das tut, was ich mir erhoffe.

Synology hätte auch einige nette Modelle im Angebot. Wie bei QNAP ist hier die Software und Hardware aufeinander abgestimmt und im Zweifelsfall bekommt man Support vom Hersteller. Das Synology DS3617XS (Affiliate-Link) mit 12 Bays samt Arbeitsspeicher mit ECC-Support ist mir dabei direkt ins Auge gesprungen.

Ob man dieses Modell mit dem doch schon recht potenten Intel Xeon D-1527 aber noch weiter hätte aufrüsten können, bleibt jedoch ungewiss. Anscheinend haben die Xeon-CPUs mit Sockel FCBGA1667 jedenfalls keine Grafikeinheit integriert und so hätte das Synology-System die Hardwaretranscoding-Features von Plex mit ziemlicher Sicherheit nicht nutzen können. Ein Punkt, der mir jedoch wichtig erscheint, da meine Bibliothek auch von unterwegs, u.A. aus dem LTE-Netz, genutzt werden soll.

QNAP bietet seit kurzem mit seiner TS-x77 Reihe einige per AMD Ryzen angetriebene NAS-Systeme an, wie das TS-1277 mit ganzen 8 Kernen und 16 Threads. Aber auch hier: Die CPU ist vermutlich super potent, jedoch für Hardwaretranscoding per Plex inkompatibel.

Insgesamt am interessantesten fand ich damit die Modellreihe TVS-x82 mit Intel-CPU, welche zwar schon einige Zeit auf dem Markt ist, aber hardwareseitig alle Voraussetzungen mitbringt, die mir wichtig sind:

  • 12 Bays (8x3,5" und 4x2,5")
  • 2 M2-Slots für zusätzlichen SSD-Cache
  • Hardware AES-NI zur Datenverschlüsselung
  • Hardwarebeschleunigung für Videotranscoding (H264 En- und Decoding) in Plex
  • gesockelte CPU und damit austauschbar
  • RAM auf bis zu 64 GB aufrüstbar

Das günstigste 12-Bay-Modell TVS-1282-i3-8GB (Affiliate-Link) der Serie mit schwachbrüstigem i3 Prozessor und nur 8GB Arbeitsspeicher sollte es dann werden, da ja sowohl CPU als aus RAM sowieso aufgerüstet werden sollten.

Als Alternative wäre noch das neuere TVS-x82-T3 - also mit der Ergänzung T3 am Ende - in Frage gekommen. Hier hätte man dann auch einen Intel i7 der siebten Generation, also bspw. das potenteste Modell i7-7700K (Affiliate-Link) verbauen können. In der Modellreihe ohne T3 ist hingegen "nur" ein Chip der sechsten Generation, also der von mir nachgerüstete i7-6700K (Affiliate-Link) möglich. Unterschied ist, dass das neuere Modell knapp 5-10% schneller ist und wohl auch HEVC/H265 hardwareseitig transcodieren können soll. Aber gut, dass T3-Modell ist schlicht nochmal ein gutes Stück teurer und fällt damit raus. Irgendwo muss ja mal Schluss sein.

Pimp My NAS - Arbeitsspeicher tauschen

Von QNAP offiziell erlaubt ist es weiterhin den Arbeitsspeicher ohne Verlust der Herstellergarantie selbst aufzurüsten (offizielles HowTo von QNAP). Dazu werden erstmal die dafür notwendigen sieben Schrauben an der Gehäuserückseite entfernt...

das Cover nach etwas nach hinten-oben geschoben und das Innere des NAS freigelegt.

Auf der vorn vorne gesehen rechten Seite des Gehäuses ist dann das Mainboard, der passive CPU-Kühlkörper und ein Lüfter samt Halterung zu sehen, unter diesem sich die RAM-Slots befinden.

Um den Lüfter samt Halterung zu entfernen, muss eine weitere Schraube der Halterung entfernt und das Anschlusskabel des Lüfters vom Mainboard ausgesteckt werden.

Jetzt sind die vier RAM-Bänke zugänglich, von denen bereits zwei Slots mit jeweils einem 4GB-Modul belegt sind.

Bei den original verbauten RAM-Modulen handelt es sich um das Modell Transcend DIMM 4GB, DDR4-2133, CL15-15-15 (TS512MLH64V1H) (Affiliate-Link).

Also erstmal den alten RAM ausgeklickst...

und die gewünschten RAM-Module zur Hand. Hierbei handelt es sich um vier Module vom Typ 16GB Kingston DDR4-2133 CL15-15-15 DIMM 288-PIN (Affiliate-Link).

Als 64GB RAM Upgrade-Set zum Hammerpreis auf anynas.de verfügbar. Übrigens total netter Telefon-Support!

Und rein damit ins NAS. Eine Sache von fünf Minuten. Wichtig ist dabei, dass die RAM-Module gut hörbar komplett einklicken, da nur so alle notwendigen Kontakte verbunden werden.

Wer auf Nummer-Sicher gehen möchte, baut den Lüfter jetzt erstmal wieder ein und versucht das NAS zu starten. Auf die intitiale Meldung "BIOS: QX80AR20 Checking Memory"...

sollte nach max. 20 Sekunden die zweite Meldung "Powering Up All Disks .." folgen.

Wenn der Arbeitsspeicher auf Anhieb nicht korrekt erkannt wird, bspw. weil einer der Moduls nicht richtig eingerastet ist (so war es bei mir), bleibt das NAS bei der ersten Meldung hängen. In diesem Fall keine Panik. Dann heisst es lediglich jedes Modul der Reihe nach zu prüfen, bis das NAS ordnungsgemäß bootet.

Pimp My NAS - CPU tauschen

An dieser Stelle wieder mal das obligatorische "Wer an dieser Stelle weitermacht und die CPU tauscht, verliert die offizielle QNAP-Garantie. Ich übernehme keine Haftung für Defekte und zeige hier ausschließlich, wie ich zum Erfolg gekommen bin."

Also erstmal den ollen Original-CPU-Kühlkörper vom Sockel schrauben. Hier sieht man noch die Reste der ursprünglich aufgebrachten Wärmeleitpaste an der Unterseite des Kühlkörpers.

Die freigelegte CPU mit der restlichen Wärmeleitpaste sieht auf dem Mainboard dann so aus.

Jetzt wird der Haltebügel links aus der Halterung gedrückt, sodass er nach oben klappt.

Jetzt wird die silberene CPU-Halteplatte entriegelt und nach oben geklappt.

Anschließend kann die CPU vorsichtig nach oben entfernt werden.

Zum Einsatz kommt nun der bereits oben erwähnte i7-6700K (Affiliate-Link), quasi das Premium-Modell mit maximaler Taktfrequenz von 4 GHz und damit auch größtmöglichem Stromverbrauch und eingehegehnder Abwärme.

Hier nochmal in der Makro-Aufnahme.

Der Vollständigkeit halber nochmal alle passenden Prozessoren, die bei der QNAP TVS-x82 Reihe zum Einsatz kommen können:

CPU (Sockel 1151)SpeedMax. TDP
i3-6100 (Affiliate-Link) (Lieferumfang)2 x 3,7 GHz
(4 Threads)
51 W
i7-6700T (Affiliate-Link)4 x 2,8 GHz
(8 Threads)
35 W
i7-6700 (Affiliate-Link)4 x 3,4 Ghz
(8 Threads)
65 W
i7-6700K (Affiliate-Link)4 x 4,0 GHz
(8 Threads)
91 W

Im Vorfeld wollte ich eigentlich das weniger stromhungrige T-Modell mit nur 35W TDP verbauen, durch die gleich noch vorgestellte Wasserkühlung habe ich mich aber entschlossen auf volle Power zu setzen und das K-Modell gewählt.

Also erstmal die neue CPU seitenrichtig einsetzen und mit einem erbsengroßen Punkt Wärmeleitpaste versehen. Die Wärmeleitpaste wird dann beim Festschrauben des Kühlkörpers auf dem gesamten Prozessor verteilt, sodass die Wärme gleichmäßig abgegeben werden kann.

Zum Einsatz kam übrigens die Arctic MX-4 Wärmeleitpaste (Affiliate-Link), die bei Tests durchweg gut abschneidet.

Der originale passive Kühlkörper wäre spätestens beim hier verbauten i7-6700K mit seinen bis zu 91 Watt Verlustleistung hoffnungslos überfordert. Deshalb musste eine Alternative in Form des Corsair H5 SF CPU Cooler (Affiliate-Link) mit eingebauter Wasserkühlung her, welche perfekt in das Gehäuse passt.

Dabei hat diese Kühlvariante gleich zwei Vorteile. Einerseits wird die CPU durch den Flüssigkeitstausch auch bei Volllast effektiv gekühlt (bei mir ging die Temperatur auch nach langer Auslastung nie über 67 Grad) und andererseits kann die Abwärme vom eingebauten Lüfter bei korrekter Montage direkt aus der Rückseite des QNAP-NAS geführt werden. Und dieser zweite Punkt ist aus meiner Sicht schon Grund genug den Standardlüfter zu tauschen. Dieser schaufelt die Luft im Inneren nämlich nur in Richtung des passiven CPU-Kühlers und damit in Richtung der dahinterliegenden Rückseite des NAS, wobei hier durch Verwirbelung zumindest ein Teil der Abluft im Gehäuse verbleibt. Im Endeffekt ist dieses Design meiner Meinung nach alles andere als durchdacht und unverständlich. Aber zurück zur Corsair Wasserkühlung mit der alles besser wird...

Mit dem passenden Adapter samt Schauben für den Sockel 1151 wird der Kühlkörper auf die CPU geschraubt. Das bereits eingebaute Backplane des Original-Kühlkörpers kann dabei weiter genutzt werden.

Vorher ist es sinnvoll die Oberflächen von CPU und Kühlkörper von möglichen Verunreinigungen zu befreien. Dazu habe zum ersten Mal das zweiteilige Arctic Silver ArctiClean Set (Affiliate-Link) probiert, da ich neugierig war, wie gut das funktioniert.

Ich muss sagen, dass selbst eingetrocknete Wärmeleitpaste nach kurzer Einwirkzeit des "Removers" problemlos mit einem weichen Tuch entfernt werden konnte. Ob der im Anschluss aufgetragene "Purifier" die Oberfläche dann nochmal reiner macht, kann ich mit bloßem Auge nicht sagen, aber der Hersteller weiss bestimmt, was er da macht. Die Bewertung auf Amazon sprechen jedenfalls klar für das Produkt.

So blitzblank sieht der geputze Kühlkörper des Corsair-Kühlers jedenfalls nach der Reinigung aus. Hier sieht man auch ganz gut die Turbine des Kühlkörpers, welche mit bis zu 2.250 Umdrehungen die warme CPU-Abwärme aus dem Gehäuse lüftet.

So sieht das Ganze dann im noch hochgeklappten Zustand aus.

Hier die Hinterseite des Corsair-Kühlkörpers, aus dem später die warme Luft strömt.

Baubedingt passt der verhältnismäßig große Kühlkörper nur mit etwas Abstand zur Rückseite des NAS in das QNAP-Gehäuse. Das macht aber nichts, da man diesen Abstand mit etwas "Basteln" recht einfach überbrücken kann.

Dazu habe ich ein Dichtband, welches auf einer Seite klebt, zugeschnitten und passend an der Innenrückseite des NAS angebracht, sodass sich der Kühler perfekt anschmiegen kann und der Luftfluss nach außen nicht unterbrochen wird.

So sieht dann das fertige Ergebnis aus, der Kühler passt auf den Millimeter genau in das QNAP-Gehäuse.

Bevor der Gehäusedeckel wieder vorsichtig aufgesetzt wird, müssen nur noch die beiden Kabel des Corsair-Kühlers am Mainboard angeschlossen werden. Bei CPU Fan4 (der untere Stecker im nachfolgenden Bild) wird der vierpolige Stecker der Turbine angeschlossen, welche dann je nach Auslastung und Temperatur des Prozessors dynamisch zwischen knapp 1200 und 2300 Umdrehungen/Minute läuft. Der dreipolige Stecker, welcher die Pumpe für die Kühlflüssigkeit antreibt, wird auf den Anschluss CPU Fan5 (der obere Stecker im nachfolgenden Bild) gesteckt.

Das war es auch schon. Beim Zusammensetzen muss man schon etwas vorsichtig sein, sodass der Kühlkörper an Ort und Stelle bleibt, insgesamt macht diese Lösung aber eine wirklich gute Figur. Spätestens dann, wenn man sich die Leistungswerte ansieht.

Im Idle läuft die CPU im NAS mit knapp 33 Grad und einer Lüftergeschwindigkeit von 1200 rpm. Wird sie über einen längeren Zeitraum zu 100% ausgelastet, steigt die Temperatur auf bis zu 67 Grad, der Lüfter dreht dann hoch auf 2.250 rpm. Die Lautstärke ist dann zugegebermaßen schon recht hoch, wobei ich da echt empfindlich bin. Im Netzwerkschrank ist das kein Problem, im Schrank neben dem Schreibtisch würde ich das eher nicht empfehlen.

Pimp My NAS - Gehäuselüfter

Die drei Gehäuselüfter wollte ich eigentlich auch direkt tauschen mit dem Modell Noctua NF-A8 PWM 80mm Lüfter (Affiliate-Link). Die Noctua liegen auch schon in der Schublade, bisher kann ich ich aber über die Original-Lüfter, die standardmäßig mit knapp 800 U/m laufen und die Systemtemperatur auf knapp über 30 Grad halten, nicht beschweren. Mal sehen, wenn ich das QNAP das nächste Mal öffne, werde die Noctua mal einbauen und berichten.

Aus meinem täglichen Leben

Noch nie hatte ich bisher eine Wasserkühlung verbaut, erst recht nicht in einem NAS-System. Früher war das auch echt stressig mit der Kühlflüssigkeit herumzuhantieren und die Schläuche zuzuschneiden etc. Mit dem hier genutzten Corsair H5 SF CPU Cooler (Affiliate-Link) gestaltet sich das Upgrade aber fast schon als Plug&Play-Lösung.

Der i7-6700K (Affiliate-Link) hat ordentlich Bums, um auch viele CPU-intensive Prozesse gleichzeitig zu bedienen und die insgesamt 64 GB RAM, bestehend aus vier Modulen a 16GB Kingston DDR4-2133 CL15-15-15 DIMM 288-PIN (Affiliate-Link) lassen auch eine Vielzahl von virtuellen Maschinen in der QNAP-Umgebung "Virtualization Station" ohne Murren laufen.

Um die CPU zu stresstesten, habe ich übrigens das Terminal-Programm CPUBurn verwendet. Einfach die Linux (64 Bit)-Version herunterladen, entpacken und das Verzeichnis in den Public-Folder kopieren. Dann noch per ssh einloggen und per Konsolenbefehl starten:

Jetzt werden alle CPU-Kerne (in diesem Fall 8) voll ausgelastet. Die CPU-Temperatur lässt sich dann in der QTS Oberfläche überwachen. Gestoppt wird das Programm dann per Tastenbefehl "CTRL + c" oder durch das Schließen des Terminals selbst. Wie oben bereits erwähnt, pendelt sich die CPU-Temp bei Volllast bei 67 Grad ein (im Netzwerkschrank bei Zimmertemperatur). Ein moderater Wert, in Anbetracht der gebotenen Performance.

Zum langfristigen Stromverbrauch kann ich noch nicht wirklich viel sagen, da ich das NAS bei der Einrichtung gerade aufgrund der CPU-Stresstests etwas malträtiert habe, was die Auswertung natürlich verfälscht. Die Range liegt aktuell irgendwo zwischen 50 und 180 Watt (mit ganz kurzen Peaks nach oben), je nach Auslastung und Anzahl der im Gebrauch befindlichen Festplatten. Eine Langzeitauswertung wird folgen, sobald ich validere Daten habe.

Bei der Aufteilung des Speichers bin ich so vorgegangen, dass das QNAP-Betriebssystem samt Anwendungen auf insgesamt zwei Samsung MZ-75E500B/EU 850 EVO SSD 500GB (Affiliate-Link) im RAID 1 werkelt. Diese stecken in zwei der vier oben am NAS befindlichen 2,5" Slots. Vielleicht tausche ich die 500GB SSDs irgendwann geben größere. Das geht dankt Online-RAID-Migration bei QNAP-NAS sogar on-the-fly. Einer der Gründe, weshalb ich QNAP einfach lieben gelernt habe. Die M2-Slots bleiben somit erstmal frei.

Als HDD-Speicher kommen jetzt mehrere WD Red Pro WD101KFBX 10 TB (Affiliate-Link) zum Einsatz. Lange war ich dabei ein Fan von RAID 5 bzw. 6, aber mit immer größeren Festplatten ist dieses Konzept - so auch die landläufige Meinung - langsam überholt. Deshalb habe ich jetzt nur noch zwei Platten im RAID 1 laufen, sodass bei einem Ausfall direkt weitergearbeitet werden kann. Alle anderen Platten sind einzeln konfiguriert. Geht also eine Platte hops, sind im schlimmsten Fall auch deren Daten verloren. Da ich aber sowieso alle Daten noch mindestens einmal auf externen Platten in regelmäßigen Abständen speichere, ist das aber im Fall der Fälle halb so wild. Insgesamt bringt dieses Vorgehen für den Dauerbetrieb auch einen zentralen Vorteil. Nur die Platten, die benötigt werden, sind eingeschaltet, die restlichen werden vom NAS nach zehn Minuten Inaktivität schlafen geschickt. So sinkt nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die physische Abnutzung der Platten, die bei einem RAID-System meist im Dauer-On laufen würden.

Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Das Upgrade hat genau so funktioniert, wie ich es mir erhofft hatte. Und jetzt sollte erstmal wieder ein paar Jahre Ruhe sein, da das QNAP NAS erstmal mehr als genug Leistungsreserven besitzt, egal in welcher Beziehung.

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Jörg

Jörg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er veröffentlicht regelmäßig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos
Jörg
veröffentlicht unter: Howto, NAS, QNAP Kommentar schreiben
Kommentare (40)
  1. Das habe ich alles auch 😁 genau den NAS mit den selben Upgrades.
    Funktioniert gut

    • Haha, bin ich also nicht der Einzige, der es etwas übertrieben hat... :D

    • ja :)

      Mein Loxberry ist auch als x86 VM drauf, und HA Bridge und FHEM, und noch einige Windows + Linux VMs :)
      Falls der NAS ausgeschaltet ist, funktioniert gar nix im Haus ;)

      Find das SSD Caching auch enttäuschend, überlege ob ich lieber auf Qtier konvertiere.

  2. Moin Jörg, toller Beitrag!
    Ich selber habe das gleiche Setup auch bereits seit ein paar Monaten so am laufen, allerdings ohne Wakü - da werde ich denke ich kurzfristig nachlegen.

    Was ich nch Empfehlen kann sind die Add-On-Karten mit denen PCIe M2-SSD verwendet werden können. Habe da 2x 1TB Samsung EVO 960 drauf im Raid1 alleine für die ganzen VM's. In Verbindung mit 10G ein hammer System was mir jeden Tag freude macht.

    Mit dem SSD Cache (4x Samsung 950 Pro 256GB) habe ich leider auch bei diese QNAP keine bahnbrechende Erfahrung gemacht. Insbesondere beim 10G Durchsatz (!) ist der HDD-Only Betrieb erheblich schneller. Massig IOPS benötige ich nur für die VM's daher das eigene Raid1 wie oben beschrieben.

    Mach weiter so.

    Gruß
    Tom

    • Hi Tom,
      bin gespannt auf deine Erfahrungswerte zur Wakü. Gerade auch im Bezug auf dein jetziges Setup, welche du ja schon länger kennst.

      PCIe kommt bei mir sicherlich auch irgendwann, aber dafür müsste ich mein Netzwerk vermutlich erstmal mit 10Gbit-Switches versorgen, um einen spürbaren Performance-Sprung zu merken. Aktuell habe ich die vier 1Gbit-Anschlüsse zusammengeschaltet und kann mich noch nicht beschweren. Je nachdem, wieviele VMs noch dazukommen, macht es sicherlich auch irgendwann Sinn.

      BTW: Weiss jemand, ob man in der Virtualization Station auch MacOS laufen lassen kann? Dann könnte ich meinen MacMini endlich mal einmotten und alles komplett aufs QNAP umziehen...

      Grüße
      Jörg

    • Das könnte man mal prüfen mit macOS (soll aber irgendwie gehen.... https://github.com/kholia/OSX-KVM) .... ich habe jüngst gerade XPenology in einer Qnap-VM stabil zum laufen gebracht. Die Photostation von Syno gefällt mir immernoch 1000x besser als die von QNAP.

  3. Hi,

    puh insgesamt alles ganz schön teuer. Was verbraucht dieses NAS in Deiner Konfiguration an Strom?

    Grüße
    Martin

    • Bei mir mit 5x 8TB SeaHawk 7200RPM (raid5) sind es dauerhaft um 100-110Watt.

    • Sorry, nicht SeaHawk, sondern IronWolf. Und ich habe einen 6700 nonK.

    • Hab im Blogpost eine Verbrauchsgrafik ergänzt, welche per Wirkleistungsmessung des Loxone Air Socket ermittelt wurde. Ist aber - wie oben erwähnt - noch nicht wirklich aussagekräftig, was den Langzeitbetrieb angeht. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Power dennoch ein ordenlicher Wert finde ich. Und über Nacht kann man ja immer noch geplant in den Standby fahren. Nutzt das jemand? Gibt es da verschiedene Modi mit Vor-/Nachteilen?

      Grüße
      Jörg

  4. Moin Jörg,

    Erneut ein wirklich hervorragender Artikel von dir.
    Ich selber nutze noch einen kleinen NAS von QNAP und zwar den TS-251+ (Affiliate-Link). Dabei wird er vorrangig für Docker, OwnCloud und Plex genutzt.

    Wofür benötigst du den ganzen Speicherplatz? Der ist doch garantiert nicht nur für Plex und Fhem gedacht oder?

    Best Grüße
    Christopher

    • Hi Christopher,
      genau das von dir angesprochene QNAP habe ich gerade auch im Test. Bin total begeistert von der Performance, gerade was Hardwaretranscoding angeht. Aus meiner Sicht eine ideale Plattform für einen Plex Server. Ein Blogpost dazu wird auch bald folgen.

      Speicherplatz kann man nie genug haben.. :) 1:1 eingelesene Filme brauchen schon mal über 30GB, eine Serie mit x-Staffeln in voller Qualität auch mal 500GB. Das läppert sich schnell. Außerdem zeichnen aktuell fünf Mobotix-Cams 24:7 in Full-HD auf. Der Blog macht seit Jahren täglich Backups auf das NAS, virtuelle Maschinen brauchen in Summe auch paar hundert GB. Private Fotos/Videos kratzen auch schon die TB-Marke. Achso und die TimeMachine zum Backup mehrerer Macs ebenfalls. Das war sicher noch nicht alles, aber das sind vermutlich die größten Platzfresser.

      Grüße
      Jörg

    • Hallo Jörg, ich bin noch auf der Suche einer automatischen Lösung, einen mpeg2 oder anderen Streamer automatisch in Ihnen mpeg4 Matroska Container o.ä. umzuwandeln, also einfach irgendwas in ein Verzeichnis legen und automatisch kommt was definiertes heraus mit Moviesheets usw... Eine Idee?

    • Hi Axel,
      sowas in der Art habe ich auch schon per Bash-Script gelöst. Ein Verzeichnis wird bspw. minütlich nach einem neuen Content überprüft und dann die Files per ffmpeg ins gewünschte Format transkodiert. Das ist aber alles andere als Out-of-the-Box... Glaub da gab es auch mal ein wirklich tolles Projekt auf Github, welches ich als Ausgangspunkt genommen habe.. Ich schau mal, ob ich finden kann...

      Grüße
      Jörg

    • Nein, das ist der richtige Link: https://github.com/donmelton/video_transcoding
      Eine grandiose Lösung!!!

    • Ach und hier noch ein klasse Audio-Podcast dazu mit super Hintergrundinfos zum Videotranscoding: https://www.imore.com/vector-22-don-melton-transcoding-video

    • Hi Jörg, 1001 Dank! Ich werde berichten. Gruß Axel

  5. Hallo Jörg, und wieder ein Beitrag, der eure fachliche Kompetenz unter Beweis stellt. Auch wenn meine Strategie hierzu in eine andere Richtung geht, da ich versuche die gesamten Kosten im Auge zu behalten. Einen höheren Preis wäre es mir wert, wenn ich dadurch einen geringen Stromverbrauch erzielen würde. Dieses sehe ich bei der Lösung nicht. Ich würde eher auf jährliche Stromkosten im 3 stellen Bereich tippen. Kannst Du das nicht einmal mit einer Homematic Steckdose aufzeichnen. Gruß Axel

    • Mit den Stromkosten hast du Recht, ja. Zumindest beim 24:7-Betrieb. Eine neue Grafik zum Leistungshunger findest du jetzt auch im Blogpost.

    • Naja, bei 110 Watt und 0,24 EUR je kWh macht das ca 233,- EUR.
      Wenn du die Leistungsaufnahme auf 60 Watt reduzierst, sparst du in 4 Jahren ca. 250 EUR oder je Monat ca 5,20 EUR ....

      Also um in 4 Jahren 250 EUR zu sparen würde ich nicht (noch) mehr Geld in die Hardware stecken ;)

      Und bei grüner Energie gibt es auch kein schlechtes Gewissen :D

      Ich finde die Stromdiskussionen immer etwas "interessant".

  6. Der Stromverbrauch war damals der Grund bei mir vom Qnap zum schnöden Windows Selbstbau PC zu gehen. Der fährt seine Platten brav in Standby. Plex transkoding läuft bestens.
    VMs brauche ich sehr selten die laufen dann temporär in Azure.

    • Deshalb habe ich das QNAP-Grundsystem auf den stromsparenden SSDs laufen und die gespeicherten Daten auf den HDDs, welche nach zehn Minuten in den Standby fahren. Also kein Grund gegen QNAP... Nur der Preis :)

    • Hallo Jörg,

      ich glaube das ist aber ein Trugschluss...
      Qnap verteilt das SystemVol selbständig und unbeeinflussbar (?) auf ALLE vorhandenen Platten als Raid1. Unabhängig von deiner eigentlichen Raidkonfiguration. Hier ein Scrrenshot meiner NAS: http://abload.de/image.php?img=clipboarder.2018.01.0wzqgg.png - md9 ist das SystemVol.

      Von daher wäre es für mich wirklich interessant ob eure Disks wirklich in den Standby wechseln, was sie bei mir nicht tun.

    • Hi Tom,
      beim Terminal-Befehl "cat /proc/mdstat" sieht es bei mir ähnlich aus. Ich habe aber schon das Gefühl, dass das mit dem Standby der gerade nicht benutzen Platten funktioniert. Wenn ich dann bspw. das Webinterface mi der Diskstation starte und ein Zugriff auf alle Platten erfolgt, steigt der Stromverbrauch sprunghaft an und die Platten machen ein "SpinUp"-Geräusch. Wenn das nicht funktionieren würde, wäre die gesamte Standby-Funktion ja sinnlos. Ich werde es aber mal weiter beobachten.

      Grüße
      Jörg

  7. Naja, für 2.500 EUR für ein NAS, ich weiß nicht welche Zielgruppe damit angesprochen wird. Jedenfalls nicht jene, welche einen FHEM Server auf einen Raspi betreibt ;P

    Ich würde mir Beiträge wünschen, welche sich wieder mehr an die breite Masse wenden.

    • Hi Robert,

      Christoph hat gerade ein paar neue Artikel zu FHEM in Arbeit. Dauert also nicht mehr lange... Und nicht jedes Thema ist für jeden Leser interessant, da muss ich dir natürlich Recht geben. Wenn du dir die älteren "Pimp my"-Reihe mit mehreren hundert Kommentaren anschaust, wirst du aber auch erkennen, dass diese Themen auch eine vorhandene Zielgruppe ansprechen.

      Grüße
      Jörg

      PS: Bald kommt auch ein Artikel zum QNAP-TS251+, welches nur knapp 1:10 davon kostet. Vielleicht ist das ja eher etwas für dich...

    • Ich persönlich sehe das genau andersrum - ich warte immer auf diese Blogs rund um VU+, Sat, QNAP, NAS, Hardware (was man an meinen Kommentaren auch gut erkennen kann).... :-P

    • Hehe danke Tom!
      Zum Thema VU kommt bald auch etwas Neues. Habe seit Kurzem eine VU+ Uno 4k (Affiliate-Link) per JESS (8 unabhängige Tuner!!!) als Receiver für die Plex DVR-Funktion im Einsatz. Bin total begeistert davon.

    • Ich denke nicht eher an ein günstigeres QNAP.
      Für den Invest kann man sich auch was ganz feines selber stricken :)

      Aber ist natürlich immer eine individuelle Entscheidung :)

      Wie ich lese, nutzt ihr das viel für TV und Video ....
      Lohnt sich das wirklich (noch)? Wer schaut denn noch so viel TV?
      Wenn ich sehe, was mit mich monatlich netflix und amazon kostet ... da kann ich das jahre abbonieren ;P Ich merke, ich entschweife der Zielgruppe ;)

      Ich würde jetzt eher darüber nachdenken, über die power des NAS meinen Kindern nur noch ein günstiges Terminal hinzustellen. Denn Zocken tun die sowieso nur über Konsole.

    • Hi Robert, die TVS-1282 hat 3HDMI Ausgänge, an die jeweils eine eigene VM angehangen werden kann - wenn man nun ein entsprechendes System findet über das das HDMI&USB-Signal mittels mux/demux über LAN transportiert werden würde - wäre das genial. Kennt jemand soetwas?

  8. Hi Jörg,
    super Sache (wieder mal :-)).
    Ich überleg schon schon seit einiger Zeit mein gepimptes 470er upzugraden, wollte aber warten bis eben H.265 hw-seitig möglich ist.
    Das scheint ja nun so zu sein. Leider gibts (noch?) kein 4 oder eigentlich 682T3. Allerdings ein TS-453BT3 das lt. Beschreibung auch H.265 dekodieren kann. Jetzt stellt sich die Frage ob das auch upgradebar ist. Weißt du das vielleicht bzw. wie finde ich das raus?
    Ein (4-6 Platten) 19" System wäre natürlich der Oberhit. Da scheints aber GAR NICHTS zu geben in dieser Richtung...

    LG Herbert

  9. Sehr netter Blog. Wie schon damals beim 670Pro könnte das ein Ersatz werden in einem Jahr. Was ich jedoch umbedingt haben möchte zwecks Zukunftssicherheit ist 10GBit. Weißt wer ob es passende Dual oder Single-Port Erweiterungskarte für dieses NAS gibt. Konnte dazu leider nichts finden auf der QNAP Seite nur Expansions.

    Das SSD-Caching ist wahrscheinlich auch nur Marketing und bringt in Wahrheit nicht besonders viel Performance oder?

    • 10gG Erweiterungen gibt es in allen Variationen.
      SSD-Cache bringt m.M.n. nichts. Siehe auch meine vorherigen Kommentare.

    • Hier sind alle möglichen Zubehörteile für die x82-Reihe direkt bei QNAP aufgelistet, u.A. auch 10GBit-Karten: http://shop.qnap.com/index.php?route=product/category&path=35_377

      Eine der günstigsten Karten ist wohl die LAN-10G2SF-MLX, welche für unter 200 Euro auf geizhals zu finden ist.

      Dass das SSD-Caching nicht viel bringt, kann ich mir fast nicht vorstellen... Alles nur Marketing?! Kommt vermutlich auf den Anwendungsfall an, oder? Wer nur große Daten hin- und herkopiert, wird vermutlich nichts davon haben. VMs sollten davon aber schon ordentlich profitieren...

  10. Hat eigentlich jemand mal einen Intel der Kaby-Lake (7th) Generation in der normalen 1282 ausprobiert? Sockel/Pin und Chipsatz sind kompatibel, ist nur die Frage des BIOS'es.

    PS. habe nun auch die WAKÜ und einen 6700k drin - Temperatur deutlich tiefer (ca. 15°C)! TOP! Danke!

    • Proezssoren der 7. Generation funktionieren nicht, ich hatte den i7-7700k getestet - NAS bleibt beim Einschalten bei der Meldung „BIOS: QX80AR20 Checking Memory" stecken.
      Wie ist deine Temperatur im Idle und bei voller Auslastung?

  11. Schade aber danek dafür - dann kann ich mir den Test sparen! Vollast hatte ich noch nicht. Läuft aktuell um 31°C - 38°C im Keller mit dem standard Wärmeleitpad der Wakü.

  12. Hallo Jörg,

    toller Artikel; vielen Dank.
    Hat das mit der MacOS VM funktioniert?

    Viele Grüße,
    frank


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