XBMC: Das ultimative Media Center

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Jeder hat seine ├╝ber die Jahre angesammelten Mediendateien, seien es eigene Urlaubsvideos, Filme oder Serien auf DVDs oder Festplatten gespeichert. Die Wiedergabe dieser Dateien ist relativ einfach ├╝ber diverse Player, wie dem VLC m├Âglich. Der Nachteil solcher L├Âsungen ist jedoch, dass die Medien nicht wirklich sexy aufbereitet werden und ausschlie├člich eine Datei-basierte Navigation erlauben. Media Center, wie das XBMC erm├Âglichen dagegen eine automatisierte Aufbereitung der Inhalte, so dass die Navigation durch die h├╝bsch aufbereitete Meidenbibliothek zus├Ątzlichen Mehrwert bietet.

Plattform├╝bergreifendes Media Center

Es d├╝rfte ca. acht Jahre her sein, als eine Gruppe Programmierer die damals noch relativ junge XBOX von Microsoft f├╝r sich entdeckte. Mit einem Hack wurde es m├Âglich, selbst erstellte Programme auf der Videospielkonsole wiederzugeben. Da die Konsole damals vergleichsweise viel Power f├╝r wenig Geld lieferte und zudem eh am TV angeschlossen war, bot sie sich als Media Center geradezu an. Im Laufe der Jahre wurde das XBMC (ehemals XBox Media Center) genannte Projekt immer weiter verbessert und ist nun unter ver├Ąndertem Namen f├╝r viele verschiedene Plattformen verf├╝gbar. Die Gr├╝nde hierf├╝r sind sicherlich vielf├Ąltig, ein Hauptgrund war jedoch sicherlich, dass die Systemanforderung neuer HD-Videos schnell die M├Âglichkeiten der XBOX ├╝berschritt und deshalb die Unterst├╝tzung neuer Hard- und Software der einzig logische Schritt darstellte.

Das OpenSource Projekt ist nun unter xbmc.org erreichbar und bietet derzeit die Unterst├╝tzung f├╝r OSX, Linux, Windows, Apple TV sowie einer auf Linux basierenden Live-Version, welche die Installation bzw. den Start von XBMC ohne bereits installiertes Betriebssystem erlaubt.

Funktionsumfang

XBMC bietet ein komfortables, wenn auch auf den ersten Blick etwas ├╝berladenes Benutzerinterface. Der Funktionsumfang ist wirklich enorm, viele Anwender, die einfach nur Medien wiedergeben m├Âchten, werden aber zu Beginn etwas zu k├Ąmpfen haben. Hat man sich langsam eingefunden, lassen sich Filme, Serien, Fotos und Musik auf USB-Stick, Festplatte, DVD und Netzwerkfreigaben in die eigene Library einbinden und wiedergeben. Genial dabei ist, dass es beinahe keinen Dateityp oder Videocontainer gibt, den das Media Center nicht wiedergeben kann. Hinzu kommt die M├Âglichkeit, anhand vorhandener Dateinamen ├╝ber sogenannte Scraper automatisch Film- bzw. Serieninformationen herunterzuladen und mit den Dateien zu verkn├╝pfen.

Im Falle von Kinofilmen bietet sich beispielsweise imdb.com als Scraper an, welcher beim Start von XBMC neue Dateien automatisch erkennt und anhand des Titels versucht passende Medieninformationen „zusammenzukratzen“. Wird der Scraper f├╝ndig, sieht der User im Library Mode anstatt des Dateinamens den Filmtitel, Erscheinungsjahr, IMDB-Bewertung, Plot, Filml├Ąnge und oft sogar zus├Ątzlich im Hintergrund ein Fan-Art, welches bereits vor dem Abspielen des eigentlichen Films echte Kinostimmung aufkommen l├Ąsst. Zus├Ątzlich erlaubt die automatische Erkennung die Sortierung nach verschiedenen Kriterien wie Erscheinungsjahr, Bewertung oder Laufzeit. Bereits betrachtete Filme lassen sich zudem auf Wunsch ausblenden, so dass die Auswahl f├╝r den Movieabend noch schnell geht.

Steuerung per App

Mittlerweile gibt es diverse Apps, welche die Steuerung des XBMC ├╝ber Android- sowie iOS-Devices erlauben. Meine favorisierte iPhone App ist dabei XBMC Remote, auf dem iPad ist XBMC Commander empfehlenswert. Dabei geht die Steuerung ├╝ber die einer normalen Fernbedienung weit hinaus. Aus dem Touchscreen werden die einzelnen Filme und Serienepisoden angezeigt und lassen sich bequem starten bzw. gleich noch eigene Playlists erzeugen.

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Informationen zur aktuellen Android Remote-App gibts hier.

Steuerung per Fernbedienung

Da XBMC gew├Âhnlich auf einem „normalen“ Computer l├Ąuft, ist die Steuerung ├╝ber Maus und Tastatur m├Âglich. Wirklich bequem ist diese Bedienung – gerade auf der Couch – nicht, weshalb eine Fernbedienung genutzt werden kann. Wer das XBMC unter OS X betreiben m├Âchte, hat einen zentralen Vorteil. Hier kann standardm├Ą├čig die Apple Remote zur Steuerung genutzt werden. Dabei sind viele n├╝tzliche Funktionen jedoch nicht ansteuerbar, da die Apple Remote einfach nicht gen├╝gend Tasten hat. Wer eine Harmony Fernbedienung (hier vorgestellt) sein Eigen nennt, kann ├╝ber das Profil „Plex Player“ auch damit direkt den IR-Empf├Ąnger des MACs ansteuern und hat dadurch alle wichtigen Steuerungstasten zur Verf├╝gung. Die Einrichtung der Harmony ist etwas verzwickt, eine entsprechende Anleitung folgt in K├╝rze.

Aus meinem t├Ąglichen Leben

Das XBMC ist bereits seit gut acht Jahren mein pr├Ąferiertes Media Center f├╝r die Wiedergabe von Multimediadateien, lediglich bei Musik vertraue ich weiterhin auf iTunes. Anf├Ąngliche Bugs fr├╝herer XBMC-Versionen sind mittlerweile ausgemerzt, die Funktionsvielfalt ist f├╝r ein kostenloses Media Center schlicht enorm. Es gibt zus├Ątzlich alle m├Âglichen Plugins, um z.B. Movietrailer anzusehen oder YouTube Videos wiederzugeben. Das Handling ist aufgrund vielf├Ąltiger Einstellm├Âglichkeiten etwas schwierig, die Bedienung daf├╝r ├╝ber Fernbedienung, Apps sowie Webbrowser sehr komfortabel. Um die Bedienung per Browser optisch aufzuwerten, ist das Plugin AWX empfehlenswert, da dieses Interface auf das Notwendige reduziert bleibt.

Wer einen selbst zusammengeschusterten Rechner zum Betrieb von XBMC benutzen m├Âchte, kann die LIVE-CD verwenden, welche die Installation in wenigen Schritten erm├Âglicht. Eine solche L├Âsung hat jedoch je nach Hardwareausstattung teils Nachteile. Die Eingliederung einer Fernbedienung ist zwar m├Âglich, zentrale Funktionen, wie das Aufwecken aus dem Standby, k├Ânnen sich jedoch als schwierig erweisen. Ebenso funktioniert die Tonausgabe ├╝ber HDMI teils nicht und muss in einem solchen Fall ├╝ber ein optisches Digitalkabel erfolgen. Wer XBMC auf einem aktuellen Mac Mini unter OS X betreiben m├Âchte, wird solche PC-Bugs vergeblich suchen, hier funktioniert gl├╝cklicherweise alles so, wie man es sich w├╝nscht.

Wer XBMC testen m├Âchte, kann die kostenlose Software hier herunterladen.

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J├Ârg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er ver├Âffentlicht regelm├Ą├čig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos

2 Gedanken zu „XBMC: Das ultimative Media Center“

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