Plex – Ubuntu und Media Server installieren

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Nach der Installation der Hardware, welche im vorherigen Artikel (Plex – Barebone-Server vorbereiten) beschrieben wurde, geht es im n├Ąchsten Schritt um die Installation des Betriebssystems sowie des Plex Media Servers selbst.

Plex ist grunds├Ątzlich f├╝r OSX (Mac), Windows sowie Linux (z.B. Ubuntu) verf├╝gbar. OSX f├Ąllt aus, da die hier verwendete Hardware nicht nativ von Apples Betriebssystem unterst├╝tzt wird. F├╝r Windows wird eine kostenpflichtige Lizenz ben├Âtigt, weshalb es auch ausscheidet. Als Betriebssystem wird schlie├člich Ubuntu gew├Ąhlt, da es als Open Source-Software einerseits kostenfrei ist und andererseits eine ad├Ąquate Umgebung bietet, um den Plex-Server dauerhaft stabil betreiben zu k├Ânnen.

Ubuntu USB-Stick anfertigen

Zun├Ąchst wird die Installationsdatei ben├Âtigt, welche auf der offiziellen Ubuntu Downloadseite in der 64 bit Version heruntergeladen werden kann (Direktdownloadlink Ubuntu 12.04). Da es sich bei der Version 12.04 um eine LTS (long term support) Variante handelt, wird ein dreij├Ąhriger Support gew├Ąhrleistet, wodurch kontinuierliche Updates gew├Ąhrleistet sind.

Die Installationsdatei wird am einfachsten ├╝ber das Windows-Tool Pen Drive Linux’s USB Installer (Direktdownload) auf einen mindestens 2 GB gro├čen USB Stick gepackt. Eine detaillierte Anleitung f├╝r die Erstellung des USB-Installationssticks unter Windows gibt es hier, f├╝r Mac-User hier und Ubuntu hier.

Ubuntu installieren

Ist der Stick vorbereitet, wird er in einen freien USB-Steckplatz des zuk├╝nftigen Plex Ubuntu-Servers gesteckt. Nach dem Start des PC erscheint autoatisch ein Men├╝, welches die Installation von Ubuntu erm├Âglicht. Die grafisch gest├╝tzte Installation sollte auch f├╝r Neulinge nachvollziehbar sein. Der einzige Knackpunkt ist vielleicht die Einbindung der Festplatte, auf welcher Ubuntu installiert werden soll. Der Ubuntu Disk-Manager bietet die M├Âglichkeit, die Festplatte zu formatieren und eine Partition zu erstellen. Diese muss dann, auch im Disk-Manager, gemountet werden. Als Mount-Punkt sollte / angegeben werden, damit eine Installation vollzogen werden kann. Ist die Installation schlie├člich abgeschlossen und der USB-Stick entfernt, startet nach einer Neuinstallation die Benutzeroberfl├Ąche von Ubuntu (Bild links). Als PC-Name habe ich bei der Installation Shuttle vergeben (dieser Name kann frei gew├Ąhlt werden und wird sp├Ąter noch wichtig).

Medienfreigabe per USB-Laufwerk in Ubuntu einbinden

Hier gibt es, wie bereits im zweiten Artikel der Plex-Serie Plex – Barebone-Server f├╝r unter 350 EUR angesprochen, zwei M├Âglichkeiten, um Medieninhalte einzubinden.

Einmal per USB-Festplatte, welche extern an den Ubuntu-Server angeschlossen wird. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die angeschlossene Festplatte im Linux kompatiblen Dateiformat EXT3 bzw. EXT4 formatiert ist.

Medienfreigabe per NAS unter Ubuntu einbinden

Die zweite, langfristig komfortablere L├Âsung ist die Anbindung eines Netzwerkspeichers, wie das im Artikel QNAP-NAS in einer Stunde einrichten vorgestellte NAS. F├╝r den Zugriff durch den Ubuntu-Server bieten moderne Netzwerkfestplatten die M├Âglichkeit zur sogenannten NFS-Freigabe. Ist diese Funktion im NAS verf├╝gbar und aktiviert, l├Ąsst sich darauf wie nachfolgend erkl├Ąrt, zugreifen.

Das Terminal unter Ubuntu ├Âffnen. Dazu auf dem Desktop links oben das erste Symbol (wei├čer Kreis mit drei Punkten) anklicken, in das Suchfeld Terminal eingeben und den passenden Treffer ausw├Ąhlen. In das sich ├Âffnende Terminal-Fenster folgende Befehle der Reihe nach eingeben:

nfs-Dienst herunterladen und installieren

sudo apt-get install nfs-common

Enter-Taste

Systemkennwort eingeben und mit der Enter-Taste best├Ątigen. Danach nochmals die j-Taste und danach die Enter-Taste dr├╝cken, um die Installation zu starten.

Das im Netzwerk vorzufindende NAS ist ├╝ber dessen IP bzw. Netzwerknamen erreichbar. In meinem Fall tr├Ągt das NAS den schlichten Namen q.

Entsprechend l├Ąsst sich ├╝ber den folgenden Befehl anzeigen, welche Freigaben das NAS (q) zu bieten hat.

showmount -e q

Enter-Taste

Jetzt wird angezeigt, welche Freigaben vorhanden sind. Wird nichts angezeigt, stimmt etwas mit der NFS-Freigabe des NAS nicht.

In meinem Fall liegen die freizugebenden Dateien im Ordner /Qmultimedia, welches nachfolgend dauerhaft, also auch nach einem Neustart gemountet (verbunden) bleiben soll.

Dazu muss auf dem Ubuntu Server ein entsprechendes Verzeichnis erstellt werden, auf welches das NAS-Verzeichnis gemountet werden soll. In meinem Fall soll dieses Verzeichnis ebenfalls Qmultimedia lauten.

sudo mkdir /Qmultimedia

Enter-Taste

Damit die Freigabe dauerhaft verbunden bleibt, muss ein Eintrag in die Datei /etc/fstab erfolgen. Dazu muss die Datei mit einem Editor ge├Âffnet werden, in diesem Fall mit nano.

sudo nano /etc/fstab

Enter-Taste

Im Editor wird nun ausschlie├člich per Tastatureingaben navigiert. Mit der „Runter-Taste“ in die unterste Zeile springen. Hier wird mit folgender Codezeile vom NAS mit Namen q der Ordner Qmultimedia auf dem Ubuntu-Server mit gleichlautendem Ordner Qmultimedia gemountet.

q:/Qmultimedia /Qmultimedia nfs rw,hard,intr,nolock,rsize=32768,wsize=32768

Bei mehreren Freigaben, werden diese jeweils untereinander in jeweils eine neue Zeile geschrieben.

Zum Speichern und Schlie├čen der Datei wird folgende Tastenkombination benutzt (ctrl ist das gleiche wie strg):

Gleichzeitig ctrl + o (zum Speichern)

Enter-Taste

Gleichzeitig ctrl + x (zum Schlie├čen)

Die NAS-Freigabe wird nach einem Neustart des Ubuntu-Rechners automatisch verbunden.

Dazu auf dem Desktop ├╝ber die Leiste oben rechts den Neustart einleiten oder im Terminal folgenden Befehl verwenden:

sudo reboot

Enter-Taste

ACHTUNG!

Die NAS-Freigabe ist von nun an fest in den Ubuntu-Rechner eingebunden und verh├Ąlt sich genauso wie eine interne Festplatte. Das bedeutet, dass das L├Âschen einer Datei oder des ganzen Freigabeordners unter dem Ubuntu-Rechner auch gleichzeitig den Inhalt auf dem NAS l├Âscht. Um die Freigabe wieder loszuwerden, muss die entsprechende Codezeile in die Datei /etc/fstab gel├Âscht oder mit einem # am Anfang der Zeile auskommentiert werden. Nach einem Neustart kann dann noch, sofern gew├╝nscht, der lokale Ordner gel├Âscht werden, welcher vorher erzeugt wurde. Dazu wird in meinem Fall der Befehl „sudo rmdir /Qmultimedia“ genutzt.

Plex installieren

Jetzt ist es soweit, Plex wird installiert. Dazu begeben wir uns in das Ubuntu Software-Center. Das Symbol daf├╝r ist auf dem Desktop in der Leiste links in Form eines roten Einkaufskorbs zu finden. Dort l├Ąsst sich im Suchfeld mit der Eingabevon plex der Plex Media Server ausfindig machen und f├╝r 0 Dollar „kaufen“. Beim ersten Erwerb von Software aus dem Software Center m├╝ssen jedoch noch die Nutzungsbedingungen akzeptiert und ein neues Benutzerkonto angelegt werden, sofern eine Registrierung noch nicht schon fr├╝her durchgef├╝hrt wurde. Dazu Namen, Email-Adresse und Passwort vergeben und die Anmeldung ├╝ber die Verifikations-Email best├Ątigen. Der Plex Media Server wird nun installiert. Wer die Plex-Installation ├╝ber das Terminal ohne Anmeldung beim Ubuntu Software-Center vornehmen m├Âchte, findet die entsprechende Anleitung auf der offiziellen Plex-Website (PMS-Download).

Plex Media Manager ├Âffnen

Ist Plex installiert, kann ab sofort auf das Webinterface des Plex Media Managers zugegriffen werden. Dieser dient zur Verwaltung der Freigaben mit den Kategorien Movies, TV Shows, Photos, Home Movies sowie Music.

Befindet man sich noch auf dem Ubuntu-Rechner, wird der Firefox ge├Âffnet und in die Adressezeile

localhost:32400/manage

eingetragen und mit Enter best├Ątigt. Nun sollte die in schwarz gehaltene Oberfl├Ąche, der Plex Media Manager, laden (siehe Bild links).

Der Zugriff auf den Plex Media Manager ist auch ├╝ber einen anderen PC m├Âglich. Dazu wird im Browser die Adresse

Shuttle:32400/manage

angesurft. Shuttle muss ggf. mit dem Server-Namen ersetzt werden, der bei der Installation von Ubuntu selbst gew├Ąhlt wurde. Weiterhin ist der Zugriff ├╝ber myPlex auch ├╝ber das Internet m├Âglich. Darauf werde ich aber erst sp├Ąter eingehen.

Fernzugriff aktivieren (optional)

Da ein eingest├Ąndiger Server aufgebaut werden soll, der sp├Ąter ohne Monitor, Tastatur und Maus seinen Dienst verrichtet, aber dennoch aus der Ferne gesteuert werden kann, wird nun zum Schluss der Zugriff auf entfernte Arbeitsfl├Ąchen aktiviert. Dazu auf dem Desktop links oben auf das oberste Symbol klicken, in die sich ├Âffnende Suchleiste Freigabe eintippen und das entsprechende Symbol ausw├Ąhlen. Jetzt wie im Screenshot links die Einstellungen vornehmen. Es sollte ein sicheres Passwort gew├Ąhlt werden, sofern der Rechner sp├Ąter auch ├╝ber das Internet gesteuert sein soll. Der Rechner ist ab sofort entweder ├╝ber seine lokale IP-Adresse oder den bei der Installation vergebenen Namen (in meinem Fall Shuttle) erreichbar.

Der Zugriff ├╝ber einen Windows-Rechner kann dann beispielsweise ├╝ber die Freeware Tight VNC erfolgen. OSX Nutzer k├Ânnen das bereits vorhandene Systemtool „Bildschirmfreigabe“ nutzen, welches unter dem Pfad /System/Library/CoreServices/Bildschirmfreigabe.app zu finden ist. F├╝r das Verbinden zum Server ist der Host (IP bzw. Name des Servers) und das vorher vergebene Passwort notwendig. Ab sofort l├Ąsst sich der Ubuntu Desktop auch bequem von einem anderen PC im selben Netzwerk fernsteuern.

Next: Plex Media Manager konfigurieren

Der Plex-Server l├Ąuft nun und die gew├╝nschte Dateifreigabe ist ebenfalls unter Ubuntu verf├╝gbar. Im n├Ąchsten Artikel Plex ÔÇô Media Manager einrichten werden alle notwendigen Schritte im Plex Media Manager vorgestellt, um die verf├╝gbaren Medien ├╝ber Plex freizugeben.

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2 Gedanken zu „Plex – Ubuntu und Media Server installieren“

  1. Hi,

    vielen Dank f├╝r deine Anleitung, es half mir bei der Wahl nach dem richtigen System f├╝r meinen neu aufzustellenden Mediaserver.
    Ich habe zuerst Ubuntu 14.04 Server aufgespielt und festgestellt das f├╝r mich als reiner Windows Nutzer Linux Headless Anfang zu umst├Ąndlich ist.
    Im obigen Tut ist auch die Unity GUI installiert, ist dies f├╝r einen reinen Server nicht eher semioptimal? (Performence)
    Au├čerdem, ist es m├Âglich in Ubuntu den Server so einzustellen, dass dieser nach bspw. 10 min Inaktivit├Ąt einer bestimmt Platte in Ruhezustand zu schicken und dementsprechend ├╝ber WOL (BIOS) wieder aufzuwecken?

    Vielen Dank f├╝r┬┤s Feedback.

    1. Hi Jan,
      da hast du nat├╝rlich vollkommen Recht in Sachen Performanceverlust und GUI. Aus diesem Grund bin in der Zwischenzeit auch komplett zu Ubuntu Server (Download) gewechselt. Mit dem Ruhezustand kenne ich mich leider nicht so aus, das erledigt mein NAS automatisch, welches die Dateien bereith├Ąlt. WOL ist nat├╝rlich m├Âglich. Wenn dann bspw. ein Plex Client die IP des Plex Media Servers anspricht, wacht dieser automatisch auf. Das dauert dann aber je nach System schon eine Weile, weshalb man hier genau darauf achten sollte, ob man bspw. aus Perfomancegr├╝nden eine SSD f├╝r das Grundsystem nutzt.

      Gr├╝├če
      J├Ârg

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