Synology-NAS – Apps zeitgesteuert aktivieren und deaktivieren

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Viele Anwender, die ein Synology-NAS (Affiliate-Link) besitzen, haben sicherlich √ľber das Paket-Zentrum die ein oder andere App (Paket) nachger√ľstet. Einmal installiert, rennt die App immer dann, wenn das NAS eingeschaltet ist. Manuell lassen sich die installierten Apps im Paketzentrum einfach √ľber den Button bei der jeweiligen App aktivieren und deaktivieren.

Anders sieht es aus, wenn eine App zeitgesteuert ein- bzw. ausgeschaltet werden soll, was standardm√§√üig leider nicht vorgesehen ist. Das macht aber gerade dann Sinn, wenn eine ressourcenfressende App bspw. nur nachts aktiviert und tags√ľber wieder deaktiviert werden soll. Wie das √ľber einen kleinen Umweg trotzdem zuverl√§ssig funktioniert, wird nachfolgend beschrieben.

Gew√ľnschte App (Paket) ausfindig machen

Zuerst wird eine ssh-Verbindung zum¬†Synology-NAS (Affiliate-Link) aufgebaut, um den Namen der gew√ľnschten App herauszufinden:

1. ssh-Login per Terminal

Damit der ssh-Login auf das Synology-NAS gelingt, muss vorher √ľber das DSM-Interface unter dem Men√ľpunkt „Systemsteuerung“ -> „Terminal“ der Haken bei „SSH-Dienst aktivieren“ gesetzt werden. Daraufhin erfolgt die ssh-Anmeldung z.B. √ľber die integrierte Terminal-App (MAC OS X) oder Putty (Windows):

ssh root@IP-ADRESSE-DES-SYNOLOGY-NAS

Die IP-Adresse des Synology-NAS (Affiliate-Link) kann im DSM-Interface unter Systemsteuerung РNetzwerk РNetzwerk Schnittstelle herausgefunden werden.

Wichtig ist der Login per „root“, das Passwort ist identisch mit dem des „admin“-Users, √ľber den auch der Login zum normalen DSM-Interface erm√∂glicht wird.

2. Namen ausfindig machen

Im zweiten Schritt wird der untenstehende Befehl per Copy&Paste in das Terminal-Fenster kopiert und mit der Enter-Taste bestätigt.

cd /var/packages && ls

Als Ergebnis werden die Namen der installierten Apps angezeigt. In diesem Beispiel lautet die Ausgabe wie folgt:

CloudStation  CloudSync     btsync

Nachfolgend wird das installierte btsync-Paket ausgew√§hlt, um diese App nachts automatisch zu aktivieren und tags√ľber wieder zu deaktivieren. (Das BTSync-Tool l√§sst sich √ľber die Paketquelle¬†http://packages.synocommunity.com auf das¬†Synology-NAS (Affiliate-Link) installieren.)

3. Start-Stopp-Befehle im Terminal testen

Sobald der gew√ľnschte App-Name bekannt ist (hier btysnc), kann √ľber das Terminal der jeweilige Start- und Stopp-Befehl manuell getestet werden. Zum Starten wird

/var/packages/btsync/scripts/start-stop-status start

eingegeben und mit Enter bestätigt, bzw. zum Stoppen

/var/packages/btsync/scripts/start-stop-status stop

Wenn das geklappt hat, wird eine entsprechende R√ľckmeldung ausgegeben:

„Starting BitTorrent Sync …
BitTorrent Sync forked to background. pid = 15032“

bzw.

„Stopping BitTorrent Sync …“

Wenn eine andere App ausgew√§hlt werden m√∂chte, wird bei obigen beiden Befehlen einfach „btsync“ durch den entsprechenden Namen der gew√ľnschten App ge√§ndert.

4. Timergesteuertes Starten-Stoppen √ľber das DSM-Interface

Die einfachste M√∂glichkeit, das Starten bzw. Stoppen zu automatisieren, wird direkt √ľber das DSM-Interface unter „Systemsteuerung“ -> „Aufgabenplaner“ -> „Erstellen“ -> „Benutzer-definiertes Skript“ bereitgestellt, wie es bspw. auch schon im Artikel Synology-NAS: Verzeichnisse dauerhaft von nervigen temp-Dateien befreien beschrieben wird.

Zum zeitgesteuerten Starten wird im benutzerdefinierten Script als Befehl /var/packages/btsync/scripts/start-stop-status start eingetragen, was den gew√ľnschten Dienst entsprechend startet. Unter dem Reiter Zeitplan l√§sst sich dann konfigurieren, wann das Script ausgef√ľhrt werden soll, in diesem Beispiel immer um 2:00 Uhr nachts (siehe die beiden Screenshots links). Ist der Eintrag gespeichert, wird analog ein zweiter Eintrag f√ľr das Stoppen, z.B. um 6:00 Uhr morgens hinzugef√ľgt. Sind die gew√ľnschten Eintr√§ge hinterlegt, ist man bereits komplett fertig.

Alternativ zu dieser relativ einfach realisierbaren Variante lassen sich die Start-Stopp-Befehle auch √ľber das Terminal in den crond-Manager des¬†Synology-NAS (Affiliate-Link) hinterlegen.

Das setzt jedoch etwas Grundwissen zum gleich verwendeten vi-Texteditor voraus. Au√üerdem wird an dieser Stelle nochmal ausdr√ľcklich darauf hingewiesen, dass man bei nachfolgenden Variante wirklich wissen sollte, was man tut, da bei einer falschen Ausf√ľhrung von Terminal-Befehlen im schlimmsten Fall wichtige Systeminformationen oder auch Daten gel√∂scht werden k√∂nnen.

Mit dem Befehl

vi /etc/crontab

werden alle bereits vorhandenen Inhalte des cron-Managers angezeigt, die auf keinen Fall gel√∂scht werden d√ľrfen!

In meinem Fall sind folgende Inhalte bereits vorhanden:

#minute hour    mday    month   wday    who     command
0       0       1       *       *       root    /usr/syno/bin/syno_disk_health_record
10      1       *       *       1,2,3,4,6       root    /usr/syno/bin/synopkg chkupgradepkg
3¬†¬†¬†¬†¬†¬† 22¬†¬†¬†¬†¬† *¬†¬†¬†¬†¬†¬† *¬†¬†¬†¬†¬†¬† 2,5¬†¬†¬†¬† root¬†¬†¬† /usr/syno/sbin/synoupgrade –fetch-all

Mit dem Cursor navigiert man auf das letzte angezeigte Zeichen der letzten Zeile. Damit man in die Datei schreiben kann, wird der Schreibmodus mit der Taste „a“ aktiviert. Dann einmal „Enter“ dr√ľcken, um in eine neue Zeile zu gelangen. Jetzt k√∂nnen die beiden ben√∂tigten Codezeilen eingef√ľgt werden, die das Starten (t√§glich um 2:00 Uhr nachts) bzw. Stoppen (t√§glich um 6:00 Uhr morgens) bewirken:

0       2       *       *       *       root    /var/packages/btsync/scripts/start-stop-status start
0       6       *       *       *       root    /var/packages/btsync/scripts/start-stop-status stop

Wichtig: Dabei muss Folgendes beachtet werden, damit die Einträge auch nach einem Systemneustart noch vorhanden sind:

  • Der User „root“ darf nicht ge√§ndert werden
  • Die einzelnen Feldeintr√§ge m√ľssen mit einem „TAB“ getrennt werden (keine Leerzeichen) – deshalb die obigen Eintr√§ge unbedingt nochmal im Editor nachbearbeiten und die mehrfachen Leerzeichen zwischen den Feldeintr√§gen jeweils durch ein „TAB“ ersetzen sofern diese per Copy&Paste √ľbernommen wurden

Weitere Beispiele (z.B. f√ľr w√∂chentliche oder monatliche Ausf√ľhrung) sind im Synology-Wiki zu finden. Hier wird auch erkl√§rt, wie ein Befehl nicht mit dem root-User ausgef√ľhrt werden kann. Einen weiteren guten Artikel zum Thema hat jimmybonney auf seinem Blog ver√∂ffentlicht.

Daraufhin sollte die Kommandozeile wie folgt aussehen:

Zum Speichern wird erst der Bearbeitungsmodus durch Dr√ľcken der „ESC“-Taste verlassen und daraufhin :wq eingegeben und mit der Enter-Taste best√§tigt, worauf nach der erfolgreichen Speicherung der Inhalte auch der Editor verlassen wird.

Wichtig: Jetzt muss der crond-Dienst noch neugestartet werden, damit die √Ąnderungen auch greifen:

ps |grep crond|grep -v grep|awk '{print $1}'|xargs kill -HUP

Alternativ kann der crond-Dienst seit der DSM 5.0-Version auch neugestartet werden mit:

restart crond

Hinweis: Wenn eine installierte App √ľber die hier angegebene Methode gestoppt oder gestartet wird, aktualisiert sich die Statusanzeige im Paket-Zentrum auf der DiskStation-Browseroberf√§che leider nicht. So bleibt die Statusanzeige weiterhin auf „angehalten“, obwohl die App vorher manuell gestartet wurde (siehe Bild links unten) und ist damit leider nicht mehr wirklich zuverl√§ssig.

Aus meinem täglichen Leben

Die oben beschriebene Vorgehensweise (egal ob √ľber das DSM-Interface oder √ľber das Terminal) ist besonders gut geeignet, um Apps zeitgesteuert zu aktivieren bzw. deaktivieren. Gerade bei Apps, wie dem hier angesprochenen BTSync, welches zur Synchronisation gro√üer Dateimengen genutzt werden kann, macht dies Sinn, damit nicht tags√ľber die Internetleitung und Ressourcen des¬†Synology-NAS (Affiliate-Link) von der App geblockt werden. Insgesamt kann auf diese Weise auch sichergestellt werden, dass eingestellte Stromsparma√ünahmen des Synology-NAS (Standby der Festplatte bzw. Standby) durch das zeitgesteuerte Deaktivieren von Apps greifen k√∂nnen, die sonst durch die aktiven Apps verhindert werden w√ľrden.

Warum eine so sinnvolle Funktion zum zeitgesteuerten Starten bzw. Stoppen von Apps jedoch nicht benutzerfreundlicher bzw. standardmäßig in der App-Verwaltung vorgesehen ist, bleibt mir insgesamt ein Rätsel.

Affiliate-Links

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Jörg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er veröffentlicht regelmäßig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos

3 Gedanken zu „Synology-NAS – Apps zeitgesteuert aktivieren und deaktivieren“

  1. Hallo.

    Ich bin im Besitz der DS1513+ und habe die Audio Station installiert.
    Meine Multiroomspeaker von Pioneer (4 St√ľck + AV Receiver) habe ich ebenfalls per Airplay integriert und laufen synchron.

    Meine Frage w√§re, ob es m√∂glich ist die Audio Station als ‚ÄěWecker‚Äú zu nutzen.

    Also w√ľrde heissen:
    – Start des Internetradios mit Sender um 5.00 Uhr
    – Stopp des Internetradios um 6.00 Uhr (wenn ich das Haus verlasse)

    Ist dies √ľberhaupt realisierbar und wenn ja wie?
    Habe gesehen es gibt ein Aufgabenmanager, aber da ich von dem Skript schreiben keine Ahnung habe wende ich mich einmal an dieses Forum.

    Besten Dank schon einmal im Voraus

  2. Danke f√ľr die hilfreichen Informationen.

    Wie kann man eine erfolgreich getestete App bei jedem NAS-Neustart automatisch ausf√ľhren lassen? Also den Befehl „start-stop-status start“ nach jedem NAS-Reboot?

    Das w√§re insbesondere bei Apps hilfreich, die man sonst nur √ľber das GUI manuell „Ausf√ľhren“ (=starten) kann.

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