FritzBox 7590 am Glasfasermodem mit 1 GBit/s und Speed-Visu per LoxBerry

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Das Internet der Zukunft feiert in meinem Smart Home nun Premiere. Mit bis zu 1.000 MBit/s im Download und 500 MBit/s im Upload bietet die Telekom endlich eine Internetanbindung per Glasfaser, die selbst bei Hardcore-Usern endg├╝ltig keine W├╝nsche mehr offen l├Ąsst und auf die ich selbst seit meiner ersten ISDN-Flatrate vor knapp 15 Jahren so lange sehns├╝chtig gewartet habe.

In nachfolgendem Blogpost geht es um meine ersten Erfahrungen mit einer der in Deutschland aktuell schnellsten Internetverbindungen, die den Flaschenhals erstmals ins eigene Heimnetzwerk verschiebt und selbst das neueste Flagschiff des Router-Spezialisten AVM, die Fritz!Box 7590 (Affiliate-Link), ins Schwitzen bringt. Au├čerdem wird erkl├Ąrt, wie ich die aktuelle ├ťbertragungsgeschwindigkeit und das verbrauchte Datenvolumen per Loxone visualisiere. Funktionen, die ich schon seit Ewigkeiten realisieren wollte und nun mit Hilfe des LoxBerry-Plugins Fritz.Lox in wenigen Minuten in Loxone einbinden konnte.

FTTH 4TW!

Mit MagentaZuhause Giga bietet die Deutsche Telekom seit Kurzem einen Tarif für alle FTTH-Kunden (Fiber to the Home), die eine Glasfaserleitung vom Ex-Monopolisten im Haus liegen haben.

Damit unterscheidet sich die Anbindung gerade im Vergleich zu UnityMedia, die nur bei der „letzten Meile“ auf Glasfaser setzt, deren vorgelagerte Verbindung aber im Gegensatz zur Telekom weiterhin auf Kupfer, bzw. genauer gesagt auf Koaxial-Leitungen, basiert.┬áHier nutzt der Anbieter selbst den Begriff COAX-Glasfaser. Auch wenn UnityMedia von einer k├╝nftigen Geschwindigkeit von bis zu 5 GBit/s spricht, bleibt abzuwarten, wann der Anbieter seine derzeitige Spitzengeschwindigkeit von 400 MBit/s im Download und 10 MBit/s (vor einigen Monaten waren es noch 20 MBit/s) erh├Âht, oder ob die Nachfrage auf Kundenseite daf├╝r ├╝berhaupt existiert.

Aber mittlerweile ist es ja auch nicht mehr die Downloadgeschwindigkeit, die prim├Ąr ausbremst, sondern der verh├Ąltnism├Ą├čig geringe Upload, der vorallem bei Backups in die Cloud bremst. Und hier bietet die Telekom mit ihren 500 MBit/s im Upload deutliche Vorteile, zumindest wenn die eigene Infrastruktur diese hohe Geschwindigkeit ├╝berhaupt verkraftet.

Fritz!Box 7590 als Router hinter Glasfasermodem

Bei FTTH wird dem Telekom-Kunden ein Glasfasermodem (oben rechts im Bild) – auch Gf-AP (Glasfaserabschlusspunkt) bzw. OneBox genannt – zur Verf├╝gung gestellt, welches die eigentliche Glasfaser vom Verteiler (links im Bild)┬á– auch ONT (Optical Network Transmitter) genannt – entgegennimmt und in ein RJ45-Netzwerksignal moduliert (Details in der Telekom-Doku). Hier l├Ąsst sich dann ein Router anschlie├čen, welcher die Verbindung zu den heimischen Endger├Ąten herstellt. In meinem Fall ist das die┬áFritz!Box 7590 (Affiliate-Link), da ich schon seit Jahren ein Fan von AVM und deren Netzwerkger├Ąte bin. Die reibungsfreie Nutzung von VPN On-Demand (Anleitung hier) ist dabei nur einer von vielen Gr├╝nden.

Ein ├Ąlteres Ger├Ąt, wie bspw. das vorherige Spitzenmodell Fritz!Box 7490, w├╝rde zwar auch funktionieren, durch den langsameren Prozessor k├Ânnte die Internetgeschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s bzw. 1.000 MBit/s (gerundet) jedoch nicht ausgenutzt werden. Aber selbst die Fritz!Box 7590 hat noch mit der Limitation zu k├Ąmpfen „am ‚WAN‘-Anschluss erwartungsgem├Ą├č auf ca. 900 Mbit/s bis 940 Mbit/s reduziert“ zu sein. Wie sich das schlie├člich in der Praxis verh├Ąlt, dazu sp├Ąter mehr.

Das Telekom-Modem wird erstmal an den WAN-Anschluss der Fritzbox gest├Âpselt und die notwendigen Zugangsdaten f├╝r den Internetzugang auf fritz.box gepflegt. Die individuellen Zugangsdaten kommen gesondert per Post und werden manuell eingetragen.

Jetzt sollte die Verbindung direkt aufgebaut sein und ein erster Speedtest verr├Ąt, dass die Geschwindigkeit schon mal recht ordentlich ist.

Wobei man mit solchen Speedtests nat├╝rlich immer etwas vorsichtig sein muss. Auf der einen Seite ist es wohl so, dass manche Provider solche Speedtests erkennen und dann kurzfristig eine h├Âhere Geschwindigkeit erlauben, um entsprechend besser abzuschneiden. Auf der anderen Seite ist der limitierende Faktor auch oftmals auf Serverseite zu finden, der durch eine gerade sowieso schon hohe Grundauslastung den Test verf├Ąlscht.

Glasfaser-Technik-Fact am Rande

Vielleicht wundert sich der ein oder andere, warum nicht direkt eine FritzBox 5490 mit eingebautem Glasfasermodem zum Einsatz kommt. Das liegt schlicht und einfach an einer Inkompatibilit├Ąt mit dem deutschen Telekom-Netz. Die Fritzbox 5490 kann nur an sogenannten Punkt-zu-Punkt Glasfaseranschl├╝ssen betrieben werden, das Glasfasernetz der Telekom basiert jedoch auf einem Punkt-zu-Mehrpunkt-Netz, bei dem sich mehrere Kunden eine Faser ├╝ber die Koppler im GF-AP (Glasfaserabschlusspunkt) teilen. Hier entscheidet der oben angesprochene ONT (Optical Network Transmitter) aufgrund seiner Programmierung, welche Daten durchgelassen werden. Diese Funktionalit├Ąt scheint der FritzBox schlicht zu fehlen. Bleibt also abzuwarten, ob k├╝nftige FritzBox-Modelle eine entsprechende Punkt-zu-Merhpunkt-Unterst├╝tzung irgendwann einmal mitbringen werden und ob die Telekom deren Einsatz forciert oder eine Nachr├╝stung durch den Kunden zumindest duldet. Denn bei der Telekom ist man wohl der Meinung, dass sich der Kunde am besten gar nicht mit der im Vergleich zu Kupferkabeln recht fragilen Glasfaserleitung auseinandersetzen sollte.

Internetspeed in Loxone visualiseren

Wer eine Fritzbox einsetzt, wird den eingebauten Online-Monitor kennen, der jederzeit Einblick in die ├ťbertragungsgeschwindigkeit der letzten 100 Sekunden gew├Ąhrt. Hier gerade direkt nach einem Speedtest:

Wie man an der linken Skala erkennt, wurde als Maximalwert anscheinend schon 1.000.477 kbit/s in Download- und 508.662 kbit/s in Uploadrichtung erreicht. Umgerechnet sind das knapp 977 bzw. 497 MBit/s und damit sogar etwas mehr als die maximalen 940 MBit/s, die der Fritz!Box 7490 offiziell zugesprochen werden. Ein mehr als ordentlicher Wert!

Da ich mich nicht immer im Webinterface der Fritzbox einloggen m├Âchte, um die aktuelle Auslastung der Internetverbindung und den Datenverbrauch einzusehen, sollten die Daten an Loxone weitergeleitet werden, um dort in der Visu inkl. Statistiken zur Verf├╝gung zu stehen.

Zu diesem Zweck wurde mein frisch gebackener LoxBerry-System, basierend auf einem Raspberry Pi 3 (Affiliate-Link), wie es im Blogpost LoxBerry in 10 Minuten auf dem Raspberry Pi installieren erkl├Ąrt wurde, direkt um das Plugin Fritz.Lox erweitert. Der Entwickler des Plugins, Sven Thierfelder, war zum Gl├╝ck zu freundlich und hat die Erweiterung auf meinen Wunsch hin kurzerhand um die Funktion DSL Informationen abrufen erg├Ąnzt. Vielen Dank nochmal an dich Sven!

Fritz.Lox (Download hier) wird – wie jedes andere Plugin auch – direkt ├╝ber die Plugin-Verwaltung von LoxBerry installiert. Anschlie├čenden Neustart nicht vergessen!

Dann werden die Login-Daten zur Fritzbox in der Plugin-Verwaltung hinterlegt.

Bei Fritzbox-IP trage ich entsprechend 192.168.3.1 ein, wobei vermutlich auch fritz.box m├Âglich sein sollte. Wichtig ist dabei, dass die „Anmeldung bei Zugriff aus dem Heimnetz“ der Fritzbox auf „Anmeldung mit FRITZ!Box-Benutzernamen und Kennwort“ umgestellt wird. Entsprechend habe ich dann auch einen eigenen „Benutzer“ namens „loxberry“ angelegt, dessen Berechtigungen je nach Lust und Laune eingeschr├Ąnkt werden k├Ânnen.

Sobald die Einrichtung abgeschlossen ist, l├Ąsst sich die Funktion direkt ├╝ber die angegebene URL im Fritz.Lox-Plugin testen.

„DEIN-admin-PASSWORT“ muss noch entsprechend mit dem im LoxBerry-Server eingetragenen Passwort ge├Ąndert werden, damit es sp├Ąter auch aus dem Loxone-System heraus abrufbar ist.

Wenn alles klappt, sollte bei einem Klick auf die URL etwas in dieser Art angezeigt werden:

Array ( [NewWANAccessType] => DSL [NewLayer1UpstreamMaxBitRate] => 512000000 [NewLayer1DownstreamMaxBitRate] => 1000000000 [NewPhysicalLinkStatus] => Up ) Array ( [NewByteSendRate] => 1434 [NewByteReceiveRate] => 18576 [NewPacketSendRate] => 0 [NewPacketReceiveRate] => 0 [NewTotalBytesSent] => 92205145952 [NewTotalBytesReceived] => 58729948276 [NewAutoDisconnectTime] => 0 [NewIdleDisconnectTime] => 0 [NewDNSServer1] => 217.0.43.1 [NewDNSServer2] => 217.0.43.1 [NewVoipDNSServer1] => 217.0.43.131 [NewVoipDNSServer2] => 217.0.43.132 [NewUpnpControlEnabled] => 0 [NewRoutedBridgedModeBoth] => 1 )

Hier verstecken sich alle notwendigen Informationen, die ├╝ber einen „virtuellen HTTP Eingang“ in der Loxone Config abgerufen und zur Anzeige genutzt werden k├Ânnen.

Als URL wird die eben ermittelte Adresse eingetragen. Als Abfragezyklus nutze ich jetzt schon eine Weile 10 Sekunden, was bisher super stabil l├Ąuft und eben eine recht genaue Auskunft ├╝ber die derzeitige ├ťbertragungsgeschwindigkeit erlaubt.

Was jetzt noch fehlt, ist der jeweilige „virtuelle HTTP Eingang Befehl“, der aus dem abgerufenen String die passende Information extrahiert. F├╝r die „Upload Auslastung“ lautet die Befehlskennung „NewByteSendRate] => \v“ (ohne Anf├╝hrungszeichen).

Damit der ├╝bermittelte Wert (in byte/s) korrekt als MBit/s (bzw. Mbps) weiterverarbeitet werden kann, wird die integrierte „Korrektur“-Funktion genutzt. „Eingangswert 2“ ist dann „131072“ und „Anzeigewert 2“ hat den Wert „1“.

F├╝r die „Download Auslastung“ lautet die Befehlskennung dann „NewByteReceiveRate] => \v“.

F├╝r „Upload Datenvolumen“NewTotalBytesSent] => \v“ und f├╝r „Download Datenvolumen „NewTotalBytesReceived] => \v“. Damit die Werte als Gigabyte (GB) formatiert werden, lautet jeweils der Eingangswert 2 „1073741824“ und der Ausgangswert 2 „1“.

Angeschlossen werden die jeweiligen Inputwerte dann an nachgelagerte Verbrauchsz├Ąhler, einer f├╝r „Internet Upload“ und einer f├╝r „Internet Download“.

Alle relevanten Settings sollten im Screenshot zu sehen sein.

Eine kleine kosmetische Korrektur muss man noch vornehmen. Denn immer, wenn die Fritzbox neugestartet wird (evtl. auch nach einem Reconnect der Internetverbindung), wird auch der Wert des ├╝bertragenen Datenvolumens resettet. Entsprechend muss dies in den Verbrauchsz├Ąhlern ber├╝cksichtigt werden, damit die fortlaufende Statistik korrekt angezeigt wird. Immer wenn der Wert des „Upload Datenvolumens“ gleich 0 ist, werden die Verbrauchsz├Ąhler ├╝ber einen Monoflop resettet. Das wird ├╝ber die drei Elemente links unten realisiert. Fertig.

Als Ergebnis sieht die Visualisierung in der Loxone App folgenderma├čen aus.

Praktisch sind dabei nat├╝rlich auch die Statistik-Werte, die Auskunft ├╝ber das genutzte Datenvolumen geben.

Aus meinem t├Ąglichen Leben

Im Vorfeld war die „Operation Glasfaseranschluss“ wirklich alles andere als stressfrei. Das fing schon bei der Anmeldung ├╝ber den Bauherren-Service an. Der etwas genervte Telekom-Service-Mitarbeiter wollte mir n├Ąmlich einreden, dass bei mir kein Glasfaser verlegt wird und ich den Antrag f├╝r eine Kupferleitung auszuf├╝llen h├Ątte. Nach l├Ąngerem hin und her hat sich die Telekom dann einige Monate nach Antragseingang gemeldet, dass ich – so Wunder – den falschen Antrag ausgef├╝llt h├Ątte, da ich Glasfaser bekomme.

Also den gef├╝hlt dr├Âlftausend seitigen Antrag inkl. aller notwendigen Anlagen, Skizzen und Pl├Ąne erneut eingereicht, obwohl der Antrag bis auf kleine Details absolut identisch war. Aber gut, ansonsten hat bis zur Anschlussfreischaltung alles bestens geklappt, ganz im Gegensatz zu meinem Nachbarn Benni, der als einer der ersten im Baugebiet den Prozess wohl erstmal einspielen musste. Alle Info in seinem Blogpost┬áAnschlussdrama FTTH (Glasfaser) der Telekom.

Die Installation durch den wirklich freundlichen und kompetenten Telekom-Techniker war in meinem Fall in weniger als 30 Minuten erledigt. Chapeau!

Wenn es erstmal l├Ąuft, dann l├Ąuft es auch zuverl├Ąssig und absolut stabil. Bei meinen Tests erreiche ich mit der Fritzbox 7590 am Glasfasermodem ├╝brigens effektiv knapp ├╝ber 100 MB/s, wobei evtl. sogar meine eigene kabelgebundene Haus-Infrastruktur sogar der limitierende Faktor ist. In jedem Fall sollten gut geschirmte CAT6 Netzwerkkabel (Affiliate-Link) genutzt werden, um hier keinen k├╝nstlichen Engpass zu schaffen.

Bei mobilen Endger├Ąten bremst jedenfalls sp├Ątestens das heimische WLan, welches schon bei wenigen Metern Entfernung zum n├Ąchstgelegenen Accesspoint nur wenige hundert MBit/s erreicht. So oder so sollte man jetzt auch mit einer Vielzahl an verbundenen Internet-Devices genug Brandbreite f├╝r alles, inkl. mehrerer 4k-Streams und iCloud-Backups haben.

Mal sehen, wie sich in Zukunft die Tarifstruktur von UnityMedia entwickelt und ob der direkte Konkurrenz zur Telekom ├Ąhnlich h├Âhe Geschwindigkeiten erreicht. Eine entsprechende Versorgung ist bei mir jedenfalls schon mal gegeben und der Anschlusspunkt im Technikraum gesetzt. Wirklich spannend, wie d├╝nn die Glasfaserleitungen sind, von denen UnityMedia bspw. gleich 6 Leitungen (5 als Backup) einzieht.

Die Visualisierung der Internetgeschwindigkeit und der Verbrauchswerte ├╝ber Loxone war letztendlich noch das i-T├╝pfelchen, welches mir schon lange gefehlt hatte. So kann man bequem per App pr├╝fen, wo gerade wieviele Daten vom und ins Internet flutschen. ├ťber den Automatik Designer“ kann man sich dann auch ganz einfach von Loxone entsprechende Push-Mitteilungen schicken lassen, sobald ein Grenzwert ├╝berschritten wird.

Aktuell lasse ich mir die aktuelle Datenrate aus Spa├č auf meinem KNX-Wandtaster im Technikraum anzeigen, da ich hier noch „Platz“ hatte. Nicht sch├Ân, aber zumindest selten – wenn nicht sogar einmalig…

Aber das ist selbst f├╝r mich schon etwas viel Spielerei. Im besten k├Ânnte es auch einfach als Proof of Concept bezeichnen… :D

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J├Ârg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er ver├Âffentlicht regelm├Ą├čig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos

47 Gedanken zu „FritzBox 7590 am Glasfasermodem mit 1 GBit/s und Speed-Visu per LoxBerry“

    1. Hallo J├Ârg!
      Eine dumme Frage: Kann ich dem 6 fach Glastaster per Loxone eine Statusmeldung schicken und diese anzeigen z.b. den Batterieladezustand der Solar Batterie?

  1. Ich bin ja mal gespannt wie es sich im kommenden Jahr hier in Bochum entwickeln wird. Derzeit wirbeln sowohl Unitymedia als auch die Stadt gro├č die Trommel dass Bochum 2018 mit seinem bevorstehenden Gigabit Netz zum Vorzeigeprojekt werden soll. Wor├╝ber bisher jedoch noch keiner konkret Sprach sind die Uploadgeschwindigkeiten. Angeblich gab es nur die Aussage dass sie den Upload von VDSL (laut Artikel 40 MBit/s) ├╝bertreffen wollen.
    Gesetzt wird auf Docsis 3.1, wobei hier wohl selbst nach der Verabschiedung vom Analog TV noch immer UKW Radio durch das Kabelnetz gespeist wird. In sofern bin ich noch sehr skeptisch was die Uploadbandbreite betrifft – warum h├Ąlt man nur an solch alten Dingen fest…?
    Zu gute kommt ihnen dass hier vor vielen Jahren die Stadtwerke Bochum mit einem anderen Partner Glasfasernetze bis in die Keller verlegt hat – auf die Infrastruktur wird dann wohl auch Unitymedia zugreifen k├Ânnen.
    Die Stadtwerke boten dar├╝ber bisher 200/100 f├╝r ~60ÔéČ/Monat an, was so gut wie keinen Anklang fand. Kaum Werbung, den „normalen“ Nutzern wohl zu teuer und die Problematik dass man sich erst mit dem Vermieter auf die Verkabelung vom Keller bis in die Wohnungen einigen musste.

    Zumindest k├Ânnte Bochum einen ersten Einblick darauf geben was die Unitymedikunden in anderen St├Ądten erwarten k├Ânnte. Ich bin mal gespannt.

    Pers├Ânlich bin ich selbst mit meinen 200 MBit/s down sehr zufrieden, aber beim Upload w├Ąchst das Bed├╝rfnis nach mehr von Monat zu Monat. Wer einmal mit Synology & Co anf├Ąngt …

  2. Hallo J├Ârg,

    bist du einer der Gl├╝cklichen die in einem Ausbaugebiet wohnen oder hast du deinen Glasfaseranschluss ├╝ber „Mehr Breitband f├╝r mich“ teuer selber bezahlt?

    1. Hi Marcel,
      wohne gl├╝cklicherweise in einem FTTH-Ausbaugebiet der Telekom, bei dem jeder Neubau standardm├Ą├čig mit Glasfaser der Telekom und Unitymedia versorgt wird. Alle Anschlusskosten waren dabei sogar schon im Grundst├╝ckspreis enthalten, was wohl eher un├╝blich ist.

      Gr├╝├če
      J├Ârg

  3. Hallo J├Ârg,

    interessanter Einblick, der einen neidisch werden l├Ąsst… Viel Spa├č mit der HighSpeed-Leitung!

    Eine Frage zu dem VPN-on-Demand. Ich habe mir VPN ├╝ber die Fritzbox-Oberfl├Ąche auf meiner 7390 eingerichtet. Kannst du mir sagen, wie ich an die Config komme, um die entsprechenden Anpassungen zu machen? Ich hatte es bei der Einrichtung auf mal mit deinen Dateien probiert aber leider klappte das nicht.

    Gr├╝├če, Stephan

    1. Hi Stephan,
      im verlinkten Blogpost findest du die zusammengeh├Ârigen Beispiel-Config-Dateien f├╝r Fritzbox und iOS-Device. Wenn du diese korrekt auf deine Bed├╝rfnisse (DNS, Benutzer, Passw├Ârter) hin anpasst, sollte es klappen. Habe dieses Vorgehen selbst jetzt schon x-fach im Bekanntenkreis durchgef├╝hrt und bisher hat es immer geklappt, sofern die Fritzbox an einer IPv4-Internetverbindung h├Ąngt.

      Gr├╝├če und viel Erfolg
      J├Ârg

  4. Sch├Ân, dass es bei dir so gut l├Ąuft. Ich bin meinem realen 50/10 Mbit/s sehr zufrieden, allerdings ist dies schon das beste Ergebnis was ich beim Upload hier erreichen kann. Kabel-Anschl├╝sse g├Ąbe es auch als Alternative, die sind aber teurer, wenn ich den Upload als Ma├čstab nehme.

    Nur die bei deinem Speedtest gemessene Latenz ist f├╝r einen Glasfaser-Anschluss mit 30 ms sehr hoch. Kannst du mal das Ergebnis nennen, wenn du auf die Google DNS-Server 8.8.8.8 pingst? Dann m├╝sstest du an die 10 ms und weniger herankommen k├Ânnen.

    Auf lange Sicht wird die Fritzbox kein Punkt-zu-Multipunkt Glasfaser unterst├╝tzen. Diese Technik hei├čt GPON und kann 2,5 Gb/s Download und 1,25 Gbit/s Upload pro Zelle erreichen. Zwischen dem OLT (Optical Line Terminal = Vermittlungsstelle) und dem ONT (Optical Netwerk Termination = ├ťbergabepunkt zum Kunden) ist ein optischer Splitter; bisher ├╝blich 1:32 oder 1:64. D.h. dass jeder Kunde das gleiche Signal bekommt.

    Das Problem dabei ist, dass bei einer unverschl├╝sselten Verbindung der Nachbar die gleichen Datenpakete erh├Ąlt. Der Nachbar kann zwar keine Pakete unter falschem Namen absenden, aber empfangen tut sein ONT aber alles. Also wird pro ONT ein Verschl├╝sselung um den jeweiligen Datenstrom gelegt, damit nur der eigentliche Adressat die Daten entschl├╝sseln kann.

    Das ONT-Ger├Ąt macht also nichts anderes als ein handels├╝blichen Medienkonverter und entschl├╝sselt gleichzeitig den Datenverkehr. Wer bis jetzt mitgedacht hat, wird sich folgende Frage stellen:

    „Wie kann bei dem Aufbau der verschl├╝sselten Verbindung festgestellt werden, dass die Verschl├╝sselung auch mit dem richtigen Kundenger├Ąt hergestellt wird? – Stichwort: Authentifizierung
    Das OLT kann ja ohne Verschl├╝sselung nicht feststellen von welchem Kundenger├Ąt die Verschl├╝sselung aufgebaut wird.“

    Die L├Âsung ist einfach. In den ONTs der Kunden werden die Verschl├╝sselungsparamter vorher hinterlegt. Sind diese dem Angreifer bekannt, k├Ânnen diese nicht mal eben schnell ge├Ąndert werden ohne das die Telekom-Techniker ├ťberstunden schuften m├╝ssen.

    Was ist der gro├če Verteil bei GPON?
    F├╝r den Kunden keine. Gegen├╝ber der ├╝blichen Ethernet-Technik im Computer-Netzwerkbereich gibt es bei GPON eine Menge Fehlerquellen, die gleichzeitig alle Kunden in einer GPON-Zelle betroffen z.B. den optischen Splitter.
    Zus├Ątzlich darf der Kunde ein Teil der Stromkosten selber bezahlen. Bei 5 Watt (2 bis 10 Watt laut Telekom) * 0,30ÔéČ ~13ÔéČ.
    Keine gro├če Summe, aber f├╝r den Netzbetreiber rechnet sich das.

    Bei GPON wird auf verschiedenen Wellenlengen empfangen und gesendet. Dadurch entf├Ąllt die sonst ├╝bliche 2. Glasfaser f├╝r den sonst ben├Âtigten R├╝ckkanal. Aus diesem Grund ist es unm├Âglich die Faser in die falsche Buchse zu stecken, daf├╝r ben├Âtigt man zwingend immer 2 verschiedene Empfangs-Bausteine f├╝r eine Verbindung; 1x auf Kundenseite, 1x auf der Vermittlungsseite.

    Was bedeutet diese Kleinigkeit?
    Sie beschr├Ąnkt die m├Âgliche Erweiterung stark. M├Âchte ein Nutzer mehr Bandbreite, muss die gesamte Technik inkl. der ONTs der Nachbarn auf die neue Technik umgestellt werden z.B. 10GPON-Technik.
    Aus diesem Grund werden bei Firmen von der Telekom oft der ├╝bliche 2 Faser-Aufbau genutzt. Bei einem Anschluss, den ich mitbetreue, ist es vermutlich die 10G-Ethernet-Technik f├╝r 10 km Reichweite 10GBASE-LR.
    Aber auch hier gibt es Ethernet-Standards als „1 Faser-Technik“. Hier kann pro Anschluss aufger├╝stet werden ohne die restlichen Kunden abschalten zu m├╝ssen. Daher wird dieser Aufwand nur bei gro├čen Firmen-Glasfaser-Anschl├╝ssen umgesetzt.

    FTTH Handbuch 2012 v5.0 mit technischen Details zur FTTH Ausbau-Planungen:
    http://www.ftthcouncil.eu/documents/Publications/FTTH-Handbook-2012-V5.0-German.pdf

    GPON Paper von Cisco: Gegen├╝berstellung von Ethernet-Technik und GPON-Technik:
    http://www.cisco.com/c/dam/en_us/solutions/industries/docs/gov/gpon_paper.pdf

    Ein passendes Empfangsmodul f├╝r GPON:
    https://www.cisco.com/c/en/us/products/collateral/interfaces-modules/transceiver-modules/datasheet-c78-736392.html

    Da ich die Telekom noch nie kompetent erlebt habe (au├čer ein paar Techniker), haben die bei mir den Spitznamen „Telekomiker“. Stressfrei und termingerecht ist bei der Telekom nur der eigentliche Betrieb.

    Bei dem Thema „Telefonie ├╝ber Glasfaser“ a.k.a. VOIP kann die Telekom seit ca. 1 Jahr mehr als 8 Gespr├Ąchskan├Ąle anbieten! Erwischt man den falschen Ansprechpartner bei der Telekom, sagt dieser, dass es diese „SIP-Trunks“ nicht gibt. Und wenn man nicht aufpasst ist die K├╝ndigung des alten ISDN-Anschlusses gleich mitnotiert, obwohl man den SIP-Trunk nur erstmal testen wollte… Amateure.

    1. Ich nutze Unifi Acceesspoints zum Verteilen von WLan im Haus. Als Router nutze ich schon seit Jahren FritzBoxen und bin damit mehr als gl├╝cklich. F├╝r mich ist das die beste Kombination…

  5. Also so eine Leitung h├Ątte ich dann auch gerne mal. Aber in einem gro├čteil der Region muss man leider noch mit DSL 25.000 bis mal au├čnahmsweise 100Mbit auskommen.. Ein wenig Armutszeugnis f├╝r ein Land wie Deutschland..

  6. Hallo
    Vielen Dank f├╝r die Infos..Ich habe auch FTTH Anschluss von der telekom mit 500 Mbit/s Download und 200 Mbit/s upload
    verwende auch die Fritzbox 7590.

    speedtest war ok also Download war immer um 410 bis 450 aber anchmal uter 400…upload war nie ├╝ber 150 Mbit /s min sollte laut Telekom 180 Mbit/s sein…

    in fritzbox 7590 internet zugang hatte ich folgendes eingegeben
    Download 500000 und upload 200000

    nach den ich diese werte ge├Ąndert habe auf 1000000 download und 1000000 upload sind die speedtest spitze
    also download ist fat immer ├╝ber 450 bis 520 Mbit/s und besonders upload ist immer ├╝ber 180 Mbit/s

    noch eine Frage..ich verwende DRAKA RJ45 Netzwerk Anschlusskabel CAT 6a S/FTP 1m zwischen Telekom glasfasermodem und die fritzbox 7590https://www.digitalo.de/products/131249/DRAKA-RJ45-Netzwerk-Anschlusskabel-CAT-6a-S-FTP-1m-Rot-Flammwidrig-mit-Rastnasenschutz.html

    Gibt es noch besser abel auf dem Markt? es gibt Cat 7 und Cat 8 aber leider geht es nicht mit RJ45 anschluss oder gibts da eine l├Âssung?

    Mit freundlichen Gr├╝├čen

    Gerald Matar

  7. @ Gerald Matar:
    Die Cat-Angabe gibt an wie hoch die Grenzfrequenz sein darf, die fehlerfrei ├╝ber das Kabel ├╝bertragen werden kann. Bei Cat 6a bedeutet dies konkret, dass ab diesem Standard die f├╝r 10 Gbit/s Kuper-Ethernet n├Âtige h├Âchste benutzte Frequenz auf der maximalen L├Ąnge von 100 m unterst├╝tzt wird. Bei Cat 6 gilt dies nur bis 55 Meter, wenn ich mich richtig erinnere.

    Cat 7 Kabel mit RJ45-Stecker gibt es nicht, da die Pins zu nah beieinander sind, um die Grenzfrequenz st├Ârungsfrei ├╝ber die Stecker-Kontakte leiten zu k├Ânnen. Das ist aber nur dann von Belang, wenn du eine Technik einsetzen m├Âchtest, die mehr ben├Âtigt. Andere Stecker, die dar├╝ber hinaus gehen, gibt es, aber diese sind Nischenprodukte geblieben, weil 10 Gb/s-Ethernet zu viel Strom verbraucht.

    Die Schutzklasse S/FTP ist die h├Âchste die du bekommen kannst. Mehr gibt es nicht. „Mehr“ w├Ąre ein Schutz gehen Spritzwasser, Blitzschlag, etc. Also die IPxy-Klassen. Aber ohne Bedarf von einem solchen Schutz ist S/FTP wirklich das beste was man kaufen kann.

    Die Schwankungen durch unterschiedliche Bandbreiten-Angaben kann ich mir nicht erkl├Ąren. Generell sollten die Angaben in der Fritzbox nur von begrenzter Bedeutung sein, da kritischer Datenverkehr wie VOIP-Telefonate sowieso priorisiert wird. D.h. das VOIP-Pakete sowieso sofort versendet werden und die restlichen Datenpakete sich die restliche Bandbreite teilen m├╝ssen. Der Algorithmus zum Aushandeln der Bandbreite steckt in TCP (Siehe „TCP Slow Start“) und ben├Âtigt in der Regel ein paar Sekunden um Bandbreite jenseit von 100 Mbit/s auch auszunutzen.

    Wie hast du deinen Messungen durchgef├╝hrt? Gerade bei den Geschwindigkeiten, die Glasfaser-Anschl├╝sse bieten, begrenzt je nach Uhrzeit die Leistung des Testservers was gemessen werden kann. Au├čerdem muss die Testdatenmenge gro├č genug sein, damit die h├Âhere Geschwindigkeiten bei den Tests auch erreicht werden k├Ânnen.

    Richtig testen kannst du mit iPerf. Das ist ein Konsolen-Programm und muss aus der cmd oder der Powershell heraus gestartet werden und kann hier heruntergeladen werden inkl. ├Âffentliche Test-Server:
    https://iperf.fr/iperf-servers.php

    Die aktuellste Version als ZIP-Datei herunterladen, entpacken, im Windows Explorer links oben auf „Datei“ -> Kommandozeile oder Powershell ausw├Ąhlen und iperf tippen + Tabulator. Mit Enter gibt es dann die ganze Pracht an Optionen, die das Programm versteht. :-)

    .\iperf3.exe -c bouygues.iperf.fr -p 5208 -R
    .\iperf3.exe -c bouygues.iperf.fr -p 5208

    Wenn keine Verbindung zustande kommt, einfach den Port ab├Ąndern gem├Ą├č der Tabelle hinter dem iperf-Link.

    Das ergibt 7,8 Mbit/s Upload und 43,8 Mbit/s Download bei mir. Laut Taskmanager sind es in „Wahrheit“ 10 Mbit/s Upload und 44 Mibt/s im Download. Freut mich, dass mein Upload „in Wahrheit“ 100% der maximal m├Âglichen Bandbreite bei VDSL 50 liefert. :-)

    Die Fritzbox hat f├╝r Heimnetz-Messungen auch einen iperf-Server an Board. Hier kann er aktiviert werden (nach dem Login):
    https://avm.de/service/fritzapps/fritzapp-wlan/wissensdatenbank/publication/show/2558_FRITZ-App-WLAN-meldet-Iperf-Server-ist-nicht-aktiviert/
    oder http://fritz.box/support.lua

  8. Vielen Dank f├╝r diesen tollen Beitrag!
    Da auch wir nun in K├╝rze in den Genuss von Glasfaser kommen werden (die Leerrohre wurden gerade gelegt – die Box im Haus kommt erst noch) besch├Ąftige ich mich damit, was f├╝r eine FritzBox ich f├╝r die Zukunft ben├Âtige. Leider bin ich noch nicht ganz schlau aus den ganzen Informationen geworden …
    Aus diesem Abschlusspunkt der Telekom kommt doch direkt ein 1 GBit Lan Ethernet Kabel raus – oder? Dann k├Ânnte ich doch auch direkt dieses an einen entsprechenden Switch dranh├Ąngen und meine Ger├Ąte (ohne Fritzbox) den Anschluss nutzen. Wozu ben├Âtigst du die FritzBox in deiner Konfiguration? F├╝r das VoIP sicherlich, evtl. auch f├╝r das WLAN. F├╝r WLAN habe ich schon einen anderen Router von Zyxel im Einsatz, daher frage ich mich, ob ich f├╝r die Telefonie alleine tats├Ąchlich eine High-End-Fritz ben├Âtige – oder habe ich da was falsch verstanden?

    Gr├╝├če Oliver

    1. Hallo Oliver,

      jeder Internet-Anbieter (ISP) m├Âchte einen klar definierten ├ťbergabe-Punkt haben; dahinter bist du verantwortlich bei Problemen, davor der Internet-Anbieter.
      Direkt an einen Switch mit Glasfaser-Gbic w├Ąre technisch denkbar, aber aus diesen juristischen Gr├╝nden wird dies kein Internet-Anbieter akzeptieren. Der ├ťbergabepunkt bei Telekom hei├čt halt Glasfaserabschlusspunkt.

      Das Ger├Ąt dahinter bekommt die WAN IP-Adressen, also 1x ├Âffentliche IPv4-Adresse und ein IPv6-Netzwerk. M├Âchtest du also „alte Internet“ mit seinen IPv4-Adresse benutzen, brauchst du einen Router, damit mehrere Ger├Ąte ins IPv4 Internet reinkommen. Bei IPv6 k├Ânntest du theoretisch auf einen Router verzichten, da bei IPv6 die Ger├Ąte ihre IPv6-Adresse selber w├╝rfeln, aber aus Sicherheitsgr├╝nden brauchst du eine Firewall.
      Wenn du ein Kabelmodem auf reinem Modem-Betrieb umstellst, hast du das gleiche Ergebnis. Ein Ger├Ąt kommt ins Internet, der Rest vermutlich nicht. ;-)

      Du kannst nat├╝rlich jedes Ger├Ąt mit einer Firewall ausr├╝sten und so ultimativ die Haupt-Firewall einsparen. Aber da niemand garantieren kann, dass jedes Ger├Ąt eine ordentlich konfigurierte Firewall hat, braucht man am Ende doch noch eine Firewall f├╝r das gesamte Netzwerk.

      Da Firewall und Router f├╝r Endkunden immer zusammenverbaut werden, kauft man sich einfach eine Fritzbox und bekommt noch ein Voice-Gateway dazu. DECT, analoge Telefone und ISDN m├╝ssen konvertiert werden, damit sie an All-IP-Anschl├╝ssen funktionieren. Wenn man Staistiken z.B. f├╝r die Auslastung der Internet-Leitung braucht, dann ist eine Fritzbox kaum zu toppen. Ein Switch wird nie mehr als die Live-Werte anzeigen; Fehler-Z├Ąhler werden immer nur absolute Werte anzeigen. Bei Problemen ist also viel Handarbeit angesagt, da die Switche nur Roh-Werte liefern.

      Bei der Auswahl des richtigen Router-Modells ist der NAT-Durchsatz entscheidend bei IPv4, da hier alle internen IPv4-Adressen auf die WAN-IPv4-Adresse übertragen werden. Ältere Fritzbox haben hier Probleme über 100 Mbit/s NAT-Durchsatz zu kommen. Man kann jede Fritzbox konfigurieren, dass der Internet-Verkehr (WAN-Port) auf LAN1 gelegt werden kann, wenn es keine richtigen WAN-Port gibt.
      Bei IPv6 braucht man kein NAT, daher ist diese Limitierung hier unwichtig. Bei IPv6 z├Ąhlt nur der normale Router-Durchsatz. Solange eine Router-Firewall nur blockt oder zul├Ąsst ist der Durchsatz am Gigabit-Maximum; also bei ca. 950 Mbit/s.

      Bei Glasfaser-Anschl├╝ssen wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit die gebuchte Geschwindigkeit ├╝ber die Jahre erh├Âhen. Aus Sicherheitsgr├╝nden solltest du immer ein Ger├Ąt einsetzen, das vom Hersteller mit Sicherheits-Updates versorgt wird.
      Eine alte Fritzbox ist daher nur dann eine Option, wenn der NAT-Durchsatz hoch genug ist f├╝r die gew├Ąhlte Internet-Geschwindigkeit. Irgendwann musst du die Box austauschen, weil AVM der Box keine Updates mehr verpasst (oder du willst mehr Speed haben und die alte Fritzbox limitiert dann.) Das zu bemerken ist schwierig, da diese Info nur auf dieser Seite zu finden ist:
      https://avm.de/service/ende-des-produktsupports-und-der-produktweiterentwicklung/fritzbox/
      Auf die Liste kommen die Ger├Ąte aber erst, wenn die Box aus dem Support raus ist. Man wird das also im Normalfall erst Monate oder Jahre sp├Ąter bemerken. ;-)

      Da AVM die Flagschiffe der Fritzbox-Serie in der Regel min. 7 Jahre supportet, solltest du ein solches Flagschiff kaufen. Diese 7 Jahre ergeben sich aus, dass ca. 2 Jahre das Produkt verkauft wird und auch f├╝r das letzte Produkt gibt es f├╝r Endkunden 5 Jahre Garantie. Die 5 Jahre Garantie gibt es aber nicht, wenn man die Fritzbox beim Internet-Anbieter gekauft hat. :-P
      L├Ąngere Support-Dauer bei Endger├Ąten als bei Fritzboxen findet man gar nicht. Daher sind 250ÔéČ f├╝r eine Flagschiff-Fritzbox nicht teuer, wenn man diesen langen Zeitraum miteinkalkuliert.

      Es gibt aber auch reine Glasfaser-Fritzboxen, denen das DSL-Modem fehlt. Aber das aktuelle Modell Fritzbox 5490 gibt es nur vom Internet-Anbieter und das einzige andere Modell 4040 (2016) gibt es f├╝r ca. 80ÔéČ. Aber die Amazon-Bewertungen zeigen, dass AVM bei der FritzOS-Firmware nicht so gute Qualit├Ąt abliefert wie bei den Flagschiffen.
      Das ist ja auch klar, da AVM die Weiterentwicklung und Wartung des FritzOS Codes ja bezahlen muss. Und das geht besser, wenn die Fritzbox 250ÔéČ kostet als wenn diese 80ÔéČ kostet.
      Der 4040 fehlt ├╝brigens jeglicher Anschluss f├╝r Telefonie-Ger├Ąte. VOIP geht, aber analoge und ISDN-Telefone kann nur bei der 5490 anschlie├čen.

      Daher meine Empfehlung immer auf Flagschiff-Ger├Ąte zu testen. Das w├Ąre aktuell die Fritzbox 7590.

    2. Hallo Alexander,

      vielen Dank f├╝r diese ausf├╝hrliche Antwort!
      Das klingt sehr plausibel und mit dem Preis hast du nat├╝rlich auch Recht. Von der Telekom nehme ich auf keinen Fall einen Router – das ist nur K├Ąse und meine Erfahrungen mit der FritzBox sind die letzten 15 Jahre viel zu gut.
      Dann nehme ich deinen Rat sehr gerne an!

      Beste Gr├╝├če!

      Oliver

    3. Hi Oliver,
      ich kann Alexander nur zustimmen. Deshalb hab ich es ja auch mit der Fritz!Box 7590 (Affiliate-Link) realisiert. Kann ich jedem nur so empfehlen.

      Alexander, du meintest noch, dass es Glasfaser-Fritzboxen gibt. Das stimmt schon. Dachte aber eigentlich, dass man diese aufgrund von Inkompatibilit├Ąt nicht direkt am Glasfaseranschluss der Telekom verwenden kann. Hat sich das mittlerweile ge├Ąndert?

      Gr├╝├če
      J├Ârg

  9. @ J├Ârg:
    Welche Inkompatibilit├Ąten?

    Bei einer Glasfaser-Fritzbox arbeiten doch nur uralte Konzepte, die alle 20 Jahre auf dem Buckel haben (IPv6: 1998, NAT: 1999). Au├čer man setzt auf diese komischen Selbsteinrichtungs-Automatiken, die TR-069 als Standard benutzen. Bei der Telekom hei├čt das dann „EasySupport“. Solange man traditionell seine Anmelde-Daten eingibt, kann man den TR-069 Unterst├╝tzung in den Fritzboxen ausschalten.
    Generell eine gute Idee.

    Dann kann man auch nicht auf die Nase fallen, wenn die Telekom (oder ein anderer Diletanten-Verein) die TR-069 Konfiguration verkacken:
    https://linus-neumann.de/2016/11/warum-die-telekom-router-ausgefallen-sind/

    Aber ich kann auch viele Kleinigkeiten ├╝bersehen haben, da ich noch keinen Glasfaser-Anschluss habe. Au├čerdem gibt es je nach Anbieter ganz unterschiedliche Umsetzungen.

    Aber von generellen Inkompatiblit├Ąten habe ich noch nichts gelesen. Au├čer bl├Âde Bugs, die nur in bestimmten Modellen auftreten, kann ich mir da nichts vorstellen.

    1. Hi Alexander,

      ich meine mit Inkompatibilit├Ąt das hier (Quelle): „…die Fritzbox 5490 funktioniert nur an Punkt-zu-Punkt Glasfaseranschl├╝ssen. Das Glasfaser Netz der Telekom Deutschland ist ein Punkt-zu-Mehrpunkt Netz. Das hei├čt, dass mehrere Kunden sich eine Faser ├╝ber die Koppler im GF-AP teilen…“

      Gr├╝├če
      J├Ârg

  10. Hallo J├Ârg,

    ich habe mir die Antwort der Telekom durchgelesen.
    „Bei den aktuellen Glasfaser Modem der Telekom wird das ONT direkt in die GF-TA eingebaut. Der Kunde erh├Ąlt so eine Anschlussdose mit einem Ethernet Port, an dem ein Router nach Wahl angeschlossen werden kann. Mit der empfindlichen Glasfaser soll der Kunde erst gar nicht konfrontiert werden.“

    Die Telekom wird einen deutlichen ├ťbergabe-Punkt definieren und der wird bei der Telekom immer der Glasfaser-Abschlusspunkt (Gf-AP) sein. Dies liegt daran, siehe meine Ausf├╝hrungen oben, dass ein passiver Splitter (= Prisma) auf bis zu 64 Teilnehmer aufsplittet. Da das Bauteil passiv ist, gibt es keinen technischen Weg die Daten der Kunden voneinander zu trennen. Ohne den ONT im Gf-AP bekommt die Telekom massive juristische Probleme. Seit der Einf├╝hrung der DSGVO sind die zu erwartenden Strafen deutlich sichtbar f├╝r jeden Manager. D.h. P2MP-Anschl├╝sse (Point to Multipoint) werden immer einen ONT des Internetanbieters (ISP) erfordern.

    Mit „Glasfaser-Fritzbox“ habe ich die Formulierung von AVM ├╝bernommen, da AVM sagt „schlie├čt euer Glasfaser-Modem an den WAN-Port an“ und alle werden den WAN-Port bald als „Glasfaser-Anschluss“ sehen. Dass dies einfach nur ein 5. Gigabit-Ethernet-Port ist wissen doch nur Eingeweihte wie wir. :-)

    Da GPON und GEPON kosteng├╝nstige Technologien sind wird man diese bei Endkunden sehr h├Ąufig finden.
    Bei PON-Netzen (Passive Optical Network) ist eine Entb├╝ndelung nicht m├Âglich. Ein Anbieter wie die Telekom muss alle bis zu 64 Anschl├╝sse zusammenbetreiben. D.h. jeder Drittanbieter muss auf einer h├Âhere Ebene eine Schnittstelle der Telekom benutzen um an die Kundendaten zukommen und um diese dann weiterzuleiten.
    Aber das ist ja schon jetzt der Fall bei Vectoring-Anschl├╝ssen. Der Kunde hat nichts davon, wenn ein Anbieter einen Knoten „gewinnt“ und die Konkurrenz dann die Vertr├Ąge k├╝ndigen oder Vorleistungsprodukte vom „Gewinner“ beziehen muss.
    Da die Telekom solche Vorleistungsprodukte (Bitstrom-Zugang) anbieten muss, wird man diesen Effekt nur in eine Richtung sehen.
    Die Konkurrenz kann (!) auch solche Vorleistungsprodukte anbieten, aber auf Grund regionale Kostenstrukturen wird es oft so sein, dass diese f├╝r die Telekom zu teuer sind. Die Telekom kalkuliert bundesweite Preise. Wenn ein Anschluss irgendwo mehr kostet als anderswo ist das egal, wenn beide Endpunkte Teil des Telekom-Netzes sind.
    Ist der teure Endpunkt aber im Netz des Konkurrenten wird der Anschluss dort einfach nicht angeboten. Da h├Ârt der Spa├č aus Sicht der Telekom auf. :-)
    Aber sonst kann die Telekom mit dieser Mix-Kalkulation gut leben. Nur jetzt bekommt die Telekom auch die Schattenseite von eine solche Mischkalkulation zu sehen, die keine R├╝cksicht auf regionale Unterschiede nimmt.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Punkt-zu-Punkt-Architektur-fuer-Glasfasernetze-gesamtwirtschaftlich-guenstiger-1192173.html

    Was von den beiden Technologien P2MP oder PtP (Point to Point) g├╝nstiger ist, liegt im Auge des Betrachters.
    Langfristig kann mit PtP-Anschl├╝ssen flexibler auf viele Anforderungen eingegangen werden. In Industrie-Gebieten macht dies Sinn, da so Arbeiten nur bestimmte oder nur einen einzigen Anschluss betreffen und nicht alle, die am Verteiler h├Ąngen.
    Bei GPON gibt es 2,5 Gbit/s Bandbreite zu verteilen. Wenn jeder 500 Mbit/s haben m├Âchte, dann d├╝rfen maximal 5 Leute diese Bandbreite auch benutzen; im Download. Bei GEPON (Gigabit _Ethernet_ Passiv Optical Network) nutzt man die Ethernet-Geschwindigkeitsstufe von 10 Gbit/s in beide Richtungen. Also nur 4x mehr im Download; im Upload 8x mehr.
    Mehr Bandbreite verschiebt nur das Problem. Eine Bandbreiten-Garantie kann jederzeit durch h├Âhere Tarife ad absurdum gef├╝hrt werden, weil es eben kein technische Garantie ist.

    Bei PtP-Anschl├╝ssen kann jeder das bekommen, was er bezahlt. Hat jemand zuviel Geld, dann hat man halt 40 Gbit/s. 100 Gbit/s ist seit 2010 technisch verf├╝gbar als 10km und 40km Variante. Da bei 40 Gbit/s pro Gegenstelle der Wert von einem normalen Auto problemlos zu erreichen ist (20.000ÔéČ aufw├Ąrts), gibt es bei 100 Gbit/s vermutlich keine fixen Preise mehr weil alles auf Anfage kalkuliert wird. :-)

    Solange ein Anbieter dies finanziell leisten kann, muss er nur die passive Glasfaser (in der Regel Singlemode-Glasfaser vom Typ OS2) von dem zust├Ąndigen Konkurrenten anmietern und kann dann alles darauf schalten was technisch m├Âglich ist.
    Bei PON-Anschl├╝ssen geht dies nicht. Nur GPON und GEPON kann man gleichzeitig auf einer Faser laufen lassen, da diese Techniken aufeinander abgestimmt sind.

    Ein „Glasfaser-Modem“ wird es technisch nie geben, da hier keine externes Signal auf ein Tr├Ągersignal aufmoduliert wird. Es findet immer Medienwechsel von Kupfer auf Glasfaser statt und zwar bereits beim Glasfaser-Port selber. Der Glasfaser-Laser bekommt seine Daten in der Regel ├╝ber einen SFP oder SFP+ Port. Dort steckt ein Gbic oder korrekterweise auch „Transciever“ genannt, der den Laser und den Empfangs-Baustein in einem Geh├Ąuse vereint. Bei der Fritzbox 5490 ist dies ein einzelner SC-Stecker, da hier 2 Frequenzen/Wellenl├Ąngen gleichzeitig zum Einsatz kommen. Normal sind daher eher Duplex-Stecker.
    Licht-Signale ohne den Umweg ├╝ber Kupfer weiterzuleiten geht auch; ist aber noch nicht au├čerhalb der Labore zu finden.

    Ein ONT ├╝bernimmt die speziellen Aufgaben, die der Internetanbieter fordert. Z.B. eine Gegenstelle, die immer erreichbar ist und ggf. Diagnose-Information bereitstellen kann damit der Support wei├č, ob die Leitung „steht“ aka funktionsf├Ąhig ist. Ohne ein ONT kann die Glasfaser schlicht „offen“ sein. Das kann ein Fachmann heraus finden, aber die Ger├Ąte sind um die 5000ÔéČ teuer.
    Ohne ONT ist die ├ťbergabe-Schnittstelle die nackte Glasfaser, die passiv ist und daher kaum zu detektieren ist. Au├čerdem ist eine nackte Glasfaser empfindlich. Am meisten schaden tut der Glasfaser ein offenes Ende ohne Schutzkappe. Der Staub, der sich darauf absetzt, ist leicht sauer und frisst sich daher in die Glasfaser herein und macht die Polierung rau. Dadurch wird das Licht gestreut und die Gegenstelle kann dies nicht wirklich erkennen. Diese kann nur feststellen, dass die D├Ąmpfung zugenommen hat. Wenn die Verbindung noch gut genug ist, funktioniert alles wie bei einer guten Faser. Aber wenn nicht, dann geht halt gar nichts. 1 oder 0. Dazwischen gibt es nichts bei der Glasfaser. :-)
    Eine h├Âhere D├Ąmpfung der Glasfaser-Strecke kann auch bedeuten, dass der Geheimdienst mith├Ârt. :-)

    Ein „Glasfaser-Modem“ wird daher in der Praxis nicht anderes sein wie ein Medienkonverter. Damit es hier keinen Stau gibt, muss man bei der Fritzbox angeben wie viel am Ende durchgelassen werden. Der Stau wird meistens gut vermieden, aber wie viel Datenverkehr die Fritzbox priorisieren kann, h├Ąngt davon ab wie viel am Ende durch die Leitung passt. Richtige Einstellungen helfen der Fritzbox daher sehr ihren Job ordentlich zu machen.

  11. Hi J├Ârg,

    vielen Dank f├╝r den sch├Ânen Beitrag. Wei├čt du, ob man das Glasfasermodem auch ├╝ber zwei Switches mit der FritzBox verbinden? Also in etwa so:

    Switch Keller
    – Glasfasermodem an Kellerswitch
    – verbindet sternf├Ârmig alle Zimmer mit einem Ehternet-Kabel

    Switch 1OG – Zimmer 1 (hier soll die FritzBox hin)
    – FritzBox WAN-Port
    – FritzBox Lan-Port

    Mich w├╝rde interessieren, ob dies technisch funktioniert. Damit w├╝rde man nat├╝rlich die max. Datenrate in-house halbieren, weil ja Hin- und R├╝ckweg ├╝ber das gleiche Ehternet-Kabel laufen aber man k├Ânnte so vermeiden die Fritz Box im Keller platzieren zu m├╝ssen und 2-3 WLAN Mesh-Adapter im Haus zu verteilen, die alle jeweils 10ÔéČ Strom im Jahr ziehen.

    Besser w├Ąre nat├╝rlich das FB-Zimmer im 1OG mit zwei Ethernet kabeln zu best├╝cken… Aber daf├╝r die W├Ąnde auf zu machen erscheint mir zu aufw├Ąndig.

    Vielen Dank und viele Gr├╝├če

    Hans

    1. Hallo Hans,

      deine Idee ist charmant, aber krankt daran, dass der Internetbetreiber dir die aktuelle ├Âffentliche IP-Adresse per DHCP an deinem Router verteilt. Das erste Ger├Ąt, was per DHCP nach einer IP-Adresse fragt, bekommt diese zugeteilt und dies kann auch der Gaming-Rechner des Nachwuchses sein in deinem Konzept. :-)

      Dann ist der Rest offline, weil der Internetanbieter nur eine IPv4-Adresse und ein IPv6-Netz vergibt. Dieses IPv6-Netz gibt der Router dann allen internen Ger├Ąten bekannt, die sich das eine IPv6-Adresse „basteln“. Es gibt dazu verschiedene Verfahren sich eine IPv6-Adresse zu besorgen u.a. mit Hilfe eines bereitgestellten Pr├Ąfixes, das ├╝bernommen wird. Aber dieses Weiterverteilen macht nur ein Router; normale PCs eben nicht.

      DHCP arbeitet mit Layer 2 Broadcasts, d.h. die DHCP-Broadcasts sind direkt in den Ethernet-Pakete drin. M├Âchte man diese Broadcasts limitieren, geht dies nur auf Layer 2 Ebene. Die Technologie, die auf dieser Schicht Ethernet-Pakete voneinander trennen kann, hei├čt VLANs.

      Du ben├Âtigst also einen Switch, der VLAN-Tagging unterst├╝tzt. Das Glafaser-Modem geht in einen Switchport, der z.B. VLAN 2 („WAN Internet“) untagged konfiguriert hat. Manchmal hei├čt die Option auch VID (VLAN ID) oder native VLAN. Im Zweifelsfall ist meistens die VID ausschlaggebend, wenn sie angezeigt wird. Ansonsten ist auch „access Port“ ├╝blich aus der Cisco Welt.

      Auf den Ports, die die beiden Switchen miteinander verbinden, taggst du diese VLAN. In diesem Beispiel ist VLAN 2 („WAN Internet“) tagged auf diesen beiden Ports auf beiden (!) Switchen. Das „native VLAN“ ist dann VLAN 1.

      Wenn mehrere VLANs auf einem Port existieren, gibt es 1 untagged VLAN und mehrere tagged VLANs. Bei einigen Switchen hei├čen solche Ports auch „trunk ports“, weil diese mehrere VLANs transportieren (trunk = dicker Stamm).

      Bei dem oberen Switchport, der Richtung Fritzbox WAN-Port geht, ist dann VLAN 2 untagged konfiguriert. Der LAN1-Port der Fritzbox kann dann ganz normal an einen der restlichen Ports angeschlossen werden. Das VLAN 1 sollte besser auf beiden Switche umbenannt werden, damit das Verst├Ąndnis einfacher wird z.B. in „Hausnetz“.

      Pro-Tipp:
      Den Admin-Zugang mit einem Passwort versehen. Oft vergessen, aber extrem kritisch, wenn hier der Datenverkehr VOR der Fritzbox, als der WAN-Bereich, durchgeleitet wird.

      Welche Switche nun empfehlenswert sind, muss du selber recherchieren. Die meisten SMB-Switche („Small Medium Business“) haben irgendeine Eigenwilligkeit, die man m├Âgen muss oder eine „kreative“ Interpretation von dem VLAN-Konzept (IPs in verschiedenen VLANs k├Ânnen sich z.B. gegenseitig sehen, was VLANs per definition erstmal verhindern sollen).

      Die einzigen Switche, die preislich im akzeptablen Endkunden-Bereich sind, und technisch sauber arbeiten sind die HP 1920 (ohne „s“ Zusatz). Diese haben einen „Entwickler Zugang“, der dank Tante Google gut dokumentiert ist.
      Leider ist dieses Modell von HP durch das Modell 1920s ersetzt worden, das technisch eine ganz andere DNA besitzt, die deutlich weniger leistungsf├Ąhig ist.

      Daher meine Empfehlung sich selber schlau zu machen, was derzeit das beste verf├╝gbaren Switchmodell ist f├╝r Endkunden.

      Technisches Grundverst├Ąndnis ist Pflicht bei allen VLAN-f├Ąhigen Switchen.

      Nat├╝rlich w├Ąre es sehr sinnvoll, wenn der Switch gleichzeitig ein „rate-limit“ Funktion unterst├╝tzt mit der man verhindern kann, dass interner Datenverkehr vom unteren Switch zum oberen die Internet-Leitung ausbremsen kann.
      Im Zweifelsfall hat man aber nur ein Rate-Limit pro Port statt pro VLAN pro Port, was man eigentlich braucht. Mit einer QoS-Policy k├Ânnte man etwas besser das Ziel erreichen, aber au├čer dem HP 1920 (ohne „s“) kenne ich keinen Switch <300ÔéČ der das kann.

  12. Heute habe ich einen Brief von der Telekom erhalten in der eine Kurzanleitung zum Thema „Einrichtung ihres Glasfaseranschlusses“ vorhanden war. Die Anleitung war unbrauchbar. Danke J├Ârg, dass du zeigst wie dein Anschluss aufgebaut ist.

    Ich habe ca. 45 min damit verbracht deinen Bericht und Kommentare zu ├╝berfliegen. Zum Thema Telekom kann ich nur eins sagen: die Kroatischen Arbeiter die die Glasfaserleitungen verlegt haben waren absolut spitze. Ansonsten war es eine absolut dilettantische Aktion.

  13. hallo J├Ârg.

    wollte ich genau so haben und habe versucht aus den Bildern die entspr. Eintr├Ąge abzulesen.
    Funktioniert zum Teil, bei 4,3 GB ist jedoch Ende.
    Wie kann ich das Limit von Loxone umgehen. Bei Dir scheint das zu funktionieren.

    Gru├č

    Udo

  14. Hallo!
    Sehr interessanter und aufschlussreicher Bericht!
    Wie lange hast du von der Durchf├╝hrung der Leerrohre bis zum finalen Anschluss warten m├╝ssen? Bei uns wurden vor 2 Wochen Rohre in die Keller gezogen und nun wieder Funkstille.
    Hast du von deinem Tarif zuf├Ąllig ein Datenblatt und k├Ânntest mir das schicken? W├╝rde gerne mal die Tarife vergleichen, glaube die Telekom hat einiges ge├Ąndert. Aktuell gibt es nur noch 100Mbit Upload

    1. Hi Marc,
      in Summe hat es schon einige Wochen gedauert. Aber die Telekom war hier wohl auch im Dauerstress wegen Neubaugebiet.

      Der alte Gigabit-Tarif mit 500Mbit/s Upload ist Geschichte. Daf├╝r kostet der neue Tarif mit 100Mbit/s Upload aber auch keine knapp 125Eur/Monat mehr. Bin jetzt aber mittlweile auch gewechselt auf 500 Mbit/s Down und 100 Mbit/s Up f├╝r um die 6Eur/Monat – dieser Tarif wurde mittlerweile aber auch beschnitten und hat nur noch 50Mbit/s Up.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  15. Hallo J├Ârg,

    danke f├╝r den interessanten Bericht.
    Bekommt man am Glasfaseranschluss von der Telekom eine ├Âffentliche IP, damit eine LAN-LAN Verbindung ├╝ber VPN mit zwei Fritz!Boxen funktioniert?

    VG
    Reiner

  16. Du bekommst auf jeden Fall einen ├Âffentlichen IPv6-Adressblock. Wenn die Fritzbox dar├╝ber kein VPN kann, meckere man beim Hersteller.
    Auch wenn der Router eine ├Âffentliche IPv4-Adresse bekommen sollte, w├╝rde ich keine langfristg funktionierende L├Âsung darauf aufbauen.

  17. Hallo J├Ârg,

    Einige Jahre nach Dir bekommen wir demn├Ąchst nun auch Glasfaser (von NetAachen/500mbit). Bisher hatten wir nur 2mbit ­čśą.
    NetAachen hat behauptet die 7590 k├Ânnte die 500mbit gar nicht nutzen, sondern maximal 300mbit unterst├╝tzen. Mir wurde daher die 7583 empfohlen, da diese bis zu 600mbit liefern k├Ânnte.
    Laut deinem Bericht funktioniert die 7590 aber doch tadellos bei den Geschwindigkeiten.
    Was stimmt nun?

    1. Hi Chris,
      dazu kann ich nur sagen, dass ich vollkommen hinter dem stehe, was ich in dem Blogpost bzgl. der Geschwindigkeit geschrieben habe….

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  18. Hi, interessanter Artikel. Kompliment ! Ich bin ├╝ber google drauf gesto├čen, da ich mal schauen wollte, was der Techniker bei meinem Glasfaser und Fritzbox Kombination und zwar 7490 sagte. Seine Aussage war, dass die Fritzbox nicht die 1Gbit schafft. Ich hatte mit all m├Âglichen Test, nie mehr als 400Mbit erreicht im DL. Tarif ist aber 1Gbit.
    Konnte ich mir erst nicht vorstellen, dass die Lan Ports ja 1Gbit k├Ânnen. Das hat aber, wie ich jetzt lese, nicht wirklich mit dem Thema zu tun.

    Kann es sein, nach eurer Einsch├Ątzung, dass es wirklich daran liegt ? Da mann nicht die 1Gbit erreicht, ok, aber so 800 h├Ątte ich schon gedacht. Sollte die 7490 so schwach au der Brust sein ?

    1. Hi Sascha,
      die Fritzbox 7490 hat einfach zu wenig Power daf├╝r. Das hat nix mit der Geschwindigkeit der LAN-Ports an sich zu tun. Die Fritzbox nutzt bei deinem Setup einen LAN-Port f├╝r WAN-Dienste und das zockt performanceseitig einfach rein. Und die volle Speed zu erhalten, hilft nur ein Upgrade auf die 7590.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  19. Hallo J├Ârg,
    sehr interessanter Artikel, hat mir sehr weitergeholfen.
    Ich habe jetzt auch GlasFaser von einem Lokalen Anbieter der ein vor konfigurierte FrizBox 7590 mitgeliefert hat, funktioniert wunderbar.
    Was mit fehlt ist der Zugang auf die BOX ├╝ber FirtzAPPs, so dass ich z.B aus dem Urlaub die Brunnenpumpe die ├╝ber FRITZ!DECT 200 geschalten wird bedienen kann.
    MyFritz ist eingerichtet. ich kann mich auch unter MYFritz! anmelden, sehe die 7590 auch dort, kann aber nicht darauf zugreifen, da die FritzBox nicht den Internetzugang managed sondern die GlasFaserBox.
    Gibt es da eine L├Âsung oder einen Workaround ?

    1. Hi Friedhelm,
      ich kenne es so, dass ein Glasfasermodem die Internetverbindung aufbaut und die dahintergeschaltete Fritzbox „einfach“ als Router zwischen Internet-IP und lokalem Netzwerk agiert. Dabei ist der Remote-Zugriff einfach m├Âglich, solange iPv4 beim Internetprovider freigeschaltet ist. Wenn das in deinem Fall anders ist, habe ich leider keine genaue Idee und m├╝sste auch etwas rumprobieren…

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

    2. Hallo J├Ârg,

      das hat sich erledigt, ich habe es aus dem B├╝ro versucht, aus dem Firmennetz, das aber entsprechend gesichert ist, nachdem ich das WLAN ausgeschaltet habe und ├╝ber LTE es versucht habe hat es funktioniert. Internet ist also nicht gleich Internet :-)
      Wichtig ist auch das der Glasfaserbetreiber eine ├Âffentliche IP Adresse zur Verf├╝gung stellt habe ich erfahren, dies scheint beim meinem Provider dann ja zu funktionieren.

      VG
      Friedhelm

    1. In Loxone gibt es einen „Ping“-Statusbaustein. Einfach die IP-Adresse des Zielsystems eintragen und die Logik zeigt dann den jeweiligen Status automatisch an.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

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