Link-Aggregation zwischen QNAP-NAS und UniFi-Switch

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NAS-Systeme von QNAP, wie das hier vorgestellte TVS-1282, besitzen meist mehrere Gbit-Netzwerkanschl├╝sse, welche in Kombination mit einem passenden Switch – in diesem Fall ein UniFi USW-24-PoE (Affiliate-Link) – geb├╝ndelt werden k├Ânnen, um die verf├╝gbare ├ťbertragungsgeschwindigkeit zu vervielfachen.

Welche auf den ersten Blick – zumindest f├╝r mich – nicht so trivialen Einstellungen f├╝r Port-Trunking bzw. Link-Aggregation im Detail sowohl beim NAS als auch beim Switch vorgenommen werden m├╝ssen, ist Inhalt des nachfolgenden Howto.

Notwendige „Port-Trunking“-Einstellungen beim QNAP-NAS vornehmen

Als Erstes muss die gew├╝nschte Anpassung im NAS selbst vorgenommen werden. Dazu im Webinterface des QNAP einloggen, welches gew├Âhnlich ├╝ber den Port 8080 erreichbar ist. In meinem Fall ist das: http://192.168.3.9:8080

├ťber die Suchfunktion (Lupe in der Men├╝leiste oben) einfach nach „netzwerk“ suchen und den Eintrag „Netzwerk- und virtueler Switch“ ausw├Ąhlen:

Dort links im Men├╝ den Eintrag „Interfaces“ selektieren. Danach rechts im Men├╝ „+ Port Trunking“ anklicken und im sich neu ├Âffnenden Men├╝ den Button „Add“ ausw├Ąhlen:

Jetzt werden die gew├╝nschten Netzwerkadapter ausgew├Ąhlt, welche als eine logische Einheit verbunden werden sollen. In nachfolgendem Beispiel steht hier nur Adapter 3 und 4 zur Verf├╝gung, da Adapter 1 und 2 bereits als eine gemeinsame Einheit definiert sind:

Auch wenn man zum Schluss alle vier Adapter als „Port Trunk“ definieren m├Âchte, sollte man am besten erstmal nur zwei Adapter selektieren (am besten Adapter 1 und 2) und das dann erstmal testen. Dann kann man n├Ąmlich noch easy ├╝ber die „unber├╝hrten“ Adapter auf das NAS zugreifen und die Einstellungen nochmal korrigieren. Denn passen die definierten Port-Trunk-Settings des NAS nicht mit den F├Ąhigkeiten des Switch zusammen, ist schlicht kein Netzwerkzugriff mehr auf das NAS ├╝ber die definierten „getrunkten“ Adapter m├Âglich. Wenn der Trunk dann mit zwei Adaptern funktioniert, lassen sich die verbliebenen Adapter sp├Ąter ganz einfach ├╝ber das Men├╝ erg├Ąnzen.

Im Setup-Men├╝ ganz herunterscrollen und den Eintrag „Managed Switch (supports Port Trunking/LACP)“ ausw├Ąhlen und mit „Next“ best├Ątigen:

LACP steht ├╝brigens f├╝r „Link Aggregation Control Protocol“, was wohl der Standard f├╝r dynamische Port-B├╝ndelung ist (Wiki-Link).

Im n├Ąchsten Fenster dann erneut herunterscrollen und „802.ad dynamic“ w├Ąhlen und mit „Apply“ zuweisen:

Abschlie├čend wird nun noch im Dropdown der Eintrag „Layer 2 (MAC)“ selektiert und die Einrichtung mit „OK“ ├╝bernommen:

Nun ist der Netzwerkzugriff auf das NAS ├╝ber die in obigem Setup einbezogenen Netzwerkanschl├╝sse erst wieder m├Âglich, wenn die Konfiguration auch im Switch korrekt vorgenommen wurde.

Notwendige „Aggregate“-Einstellungen am UniFi-Switch vornehmen

Erstmal beim UniFi-Controller einloggen. In meinem Fall ist das ein UniFi Cloud Key G2 (Affiliate-Link), welcher ├╝ber die URL https://192.168.3.14:8443 aufgerufen wird.

Im Hauptmen├╝ links das „Devices“-Symobl (drittes Symbol von oben) anklicken und den gew├╝nschten Switch aus der Liste ausw├Ąhlen. Hier ein brandneuer UniFi USW-24-PoE Gen2 (Affiliate-Link). Im rechts aufpoppenden Men├╝ nun den dritten Eintrag („Ports“) w├Ąhlen und den entsprechenden Port durch das „Stiftsymbol“ aufrufen:

H├Ąngen die vorher konfigurierten NAS-Adapter bspw. an den Switch-Ports 21 und 22, wird eben der erste von beiden ausgew├Ąhlt (21). Wichtig dabei ist, dass die vorher definierten NAS-Netzwerkadapter am Switch an benachbarten Ports eingesteckt werden.

Im Men├╝ rechts nun herunterscrollen und den Eintrag „Profile Overrides“ aufklappen. Hier die Operation „Aggregate“ selektieren und den Port-Range festlegen. Hier entsprechend die Ports 21-22. Die gew├╝nschte ├änderung abschlie├čend mit „Apply“ best├Ątigen.

Nach wenigen Momenten sollten die ├änderungen aktiv werden und der Zugriff aufs NAS mit der gewohnten IP erneut m├Âglich sein.

Abschlie├čend l├Ąsst sich die Geschwindigkeit testen, indem bspw. von mehreren Netzwerkger├Ąten Daten auf das NAS geschoben werden. In meinem Fall habe ich einfach einige Dateien vom MacBook (per Gbit-Netzwerkadapter angeschlossen) und TV-Aufnahmen der VU+ Duo 4k (Affiliate-Link) parallel aufs NAS ├╝bertragen.

Im „Kontrollzentrum“ (Button rechts oben im QNAP-Interface) l├Ąsst sich dann im „Ressourcenmonitor“ der letzte Eintrag – in meinem Fall „Adapter 1+2“ – ausw├Ąhlen und in Echtzeit mitverfolgen, wie schnell die ├ťbertragung abl├Ąuft:

184MB/s ist zwar noch vom Maximalwert von theoretisch knapp ├╝ber 200MB/s bei zwei geb├╝ndelten 1Gbit-Leitungen entfernt, aber in der realen Welt bremst einfach immer mal etwas den Transfer aus. Jedenfalls sieht man sofort, dass die Aggregation funktioniert, da solche Geschwindigkeiten weit ├╝ber 100MB/s nicht mit einem Gbit-Adapter m├Âglich sind.

Aus meinem t├Ąglichen Leben

Nach der Umstellung meines kompletten Heimnetztes auf UniFi-Ger├Ąte hatte ich mich nun einige Zeit davor gedr├╝ckt das Port-Trunking einzurichten, da ich einfach nicht genau wusste, welche Settings im Detail beim QNAP-NAS notwendig sind, damit es mit dem UniFi-Switch klappt.

Dann kam mir der simple Trick, dass ich es doch einfach mal mit den ersten beiden Ports ausprobieren kann und bei falschen Settings weiterhin ├╝ber einen der beiden verbliebenen Ports (per DHCP konfiguriert) aufs NAS zugreifen kann. So konnte ich dann alle verschiedenen Trucking-Einstellungen durchtesten und bin so doch recht schnell auf obige funktionierende Konfiguration gesto├čen.

Vorerst belasse ich es dann auch beim Trunking von „nur“ zwei GBit-Ports, da mir das v├Âllig ausreicht. Au├čerdem m├Âchte ich einfach keine vier Ports am Switch daf├╝r opfern, zumal ich mein Netzwerk-Setup gerade bewusst von zwei auf nur einen Hauptswitch im Netzwerkschrank – eben der UniFi USW-24-PoE Gen2 (Affiliate-Link) – downgesized habe, um im Dauerbetrieb zumindest etwas Strom zu sparen.

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J├Ârg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er ver├Âffentlicht regelm├Ą├čig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos

11 Gedanken zu „Link-Aggregation zwischen QNAP-NAS und UniFi-Switch“

    1. Hi Marco,
      danke! Die Fritzbox 7590 habe ich noch im Einsatz als Internetrouter hinter meinem Telekom-Glasfasermodem und VOIP-Telefonanlage, logo! L├Ąuft top und bin ├╝ber die Jahre einfach der volle Fan davon geworden.

      Neben dem VPN-On-Demand, was seit Jahren abosolut reibungsfrei l├Ąuft, habe ich dar├╝ber hinaus auch noch einige Fritzbox-zu-Fritzbox-VPN-Dauerverbindungen am Laufen, welche ich so schnell nicht anders realisieren kann (vermute ich zumindest).

      In Summe scheidet daher die Unifi DreamMachine – oder was es da noch so alles gibt – zumindest aktuell f├╝r mich aus.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  1. Hallo J├Ârg

    Danke f├╝r die Antwort! Endlich kommt mal wieder Leben in den Blog.
    Ich baue grade ein Haus, den Loxkurs habe ich mir ebenfalls geg├Ânnt, um den Glastaster
    vern├╝ftig zu nutzen xD.
    Zur Zeit habe ich auch die Fritzbox 7590, mit dieser bin ich auch dank Deines Blogposts VPN on demand sehr zufrieden.
    Ich denke ich werde beim Haus ebenfalls auf ein Unifi Switch mit Accesspoints setzten.
    P. S. Deine Blogs lese ich schon seit den 2014 oder 2015!

    1. Hi Marco,
      freut mich zu h├Âren, dass du ein Stammleser bist! Hoffe stark, dass ich in n├Ąchster Zeit in kurzen Abst├Ąnden neue Inhalt onlinestellen kann. Habe schon zig Sachen umgesetzt in den letzten Monaten, ├╝ber die ich schreiben kann.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

      PS: Mit dem UniFi-Setup machst du sicher nichts falsch…

  2. Hallo J├Ârg,

    in deinem Beitrag schreibst du: „Erstmal beim UniFi-Controller einloggen. In meinem Fall ist das ein UniFi Cloud Key G2 (Affiliate-Link), welcher ├╝ber die URL https://192.168.3.14:8443 aufgerufen wird.“

    Ich verstehe die Notwendigkeit dieses Cloud Keys nicht. Bin kein UniFi Experte und dachte, der Switch alleine reicht.

    VG
    Carsten

    1. Hi Carsten,
      UniFi sieht das Konzept vor, dass alle UniFi-Devices (Switches, WLAN-Accesspoints, etc.) vom zentralen UniFi-Controller gemanaged werden. Dieser ist f├╝r die Einrichtung zust├Ąndig und kann danach theoretisch ausgeschaltet werden. Der Controller bietet aber dar├╝ber hinaus auch tausende Statusinformationen (Live-Status der Ger├Ąte, Historie, etc.) und Management-Features (z.B. automatische Softwareupdates aller verwalteten Ger├Ąte), wodurch er am besten 24/7 eingeschaltet sein sollte. Bei weiteren Fragen -> einfach wieder melden.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  3. Sers J├Ârg,

    nachdem ich auf Deiner Website gelandet bin um bei der QNAP das leidige Terminal-Men├╝ auszuschalten, hab ich mich auch gleich mal an die Link Aggregation gemacht.
    Danke auch hierf├╝r f├╝r die wunderbare Anleitung – hab gl├╝cklicherweise den gleichen Switch ­čśë
    Einzig Wake on LAN funktioniert jetzt nicht mehr mit LACP.
    Hast Du hierf├╝r eine L├Âsung, bzw. funktioniert es bei Dir?

    Viele Gr├╝├če
    Stef

    1. Hi Stef!

      Freut mich, dass dir die Inhalte weiterhelfen.

      Bin kein wirklicher Fan von WoL, da es bei mir nie funktioniert, wenn das zu weckende Ger├Ąte zwischenzeitlich vom Strom getrennt wurde.

      Bei mir h├Ąngen solche Ger├Ąte (u.A. auch das QNAP-NAS oder Intel NUC als Plex Client) an schaltbaren Steckdosen mit Leistungsmessung, welche ├╝ber Loxone gesteuert werden k├Ânnen. Die Logik dazu ist aber schon etwas komplexer, stelle ich evtl. auch mal detailliert im Blog vor…

      Im BIOS stelle ich dann ein, dass sich das Ger├Ąt bei wiederkehrender Stromversorgung einschalten soll.

      Die Logik ist dann so: Wenn ich das NAS herunterfahre (entweder manuell oder per Terminal-Command), sinkt der Stromverbauch unter den definierten Schwellwert von 5W (Ger├Ąt ist dann heruntergefahren) und entsprechend wird die Stromversorgung nach einigen Sekunden getrennt, sofern der Schwellwert nicht wieder ├╝berschritten wird (bspw. bei einem Reboot der Fall). Sobald die schaltbare Steckdose wieder eingeschaltet wird, f├Ąhrt das NAS direkt hoch.

      Einzig etwas tricky daran ist die Definition der Delay-Zeit, wie zwischen aus- und erneutem Einschalten gewartet werden muss. Das Netzteil puffert n├Ąmlich noch etwas Energie nach der Stromtrennung und das automatische Starten funktioniert nur dann, wenn das Mainboard kurz komplett stromlos war. Beim QNAP sind das glaub ich um die 40 Sek.

      Diese Logik hat bei mir die letzten Jahre 100% zuverl├Ąssig funktioniert, wobei das NAS jeden Abend „Schlafen geschickt“ wird.

      Viele Gr├╝├če
      J├Ârg

  4. coole Idee! Bin auch kein FAN von WOL – wobei es vor LACP via NodeRed auch zuverl├Ąssig funktioniert hatte.
    Dann werde ich meiner QNAP wohl auch mal einen Shelly Plug spendieren ­čśë

    Vielen Dank!

    PS: Solltest mal einen Ausflug in den S├╝den Bayerns machen – meld Dich! Spendier ich gern 1-2 Kaltgetr├Ąnke ­čśë
    PPS: Deine E-Mail Benachrichtigungsaktivierung deiner Homepage ist kaputt (Fehler! Diese Seite konnte nicht gefunden werden.)

  5. Hi J├Ârg,

    gibt es einen Grund warum Du „Layer 2 (MAC)“ und nicht „Layer 2+3 (MAC+IP)“ gew├Ąhlt hast?

    QANP: The default setting is ÔÇťlayer 2 (MAC)ÔÇť. This is compatible with every switch but only offers load balancing by MAC address. We recommend using ÔÇťLayer 2+3 (MAC+IP)ÔÇŁ for greater performance but you will need to check that your switch supports it.

    L├Ąuft bei mir ohne Probleme.

    Viele Gr├╝├če
    Fred

  6. Hi,

    ich versuche das seit geraumer Zeit ans Laufen zu bekommen, scheitere aber kl├Ąglich.
    Ich glaube alle Settings richtig zu haben, aber ich bekomme keinen PING ans laufen an den trunked port :-(

    Habe ein QNAP TS-853A und einen UniFi USW-24-G1 switch….
    Alles nach Anleitung gemacht, kein Ping :-(

    Was kann man tun um hier zu debuggen?

    viele Gr├╝├če
    Mike

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