Operation Solar-Terrassenüberdachung – Anlagenerweiterung um 4,8 kWp

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Nachdem im letzten Juni unser Solarcarport mit guten 9 kWp ans Netz ging (hier vorgestellt) und seit Tag 1 mit einer super Performance überzeugte, ist die gesamte Anlage mittlerweile auf knapp 25 kWp gewachsen. Ein Teil der Erweiterung ist dabei die Solar-Terrassenüberdachung mit fast 5 kWp und perfekter Südausrichtung, die vor etwas über einem Monat in Betrieb ging.

Welche Komponenten ich dafür ausgewählt habe, wie das Ergebnis aussieht und wie die 40% transparenten PV-Panels performen, ist Inhalt des nachfolgenden Blogpost.

Solar-Terrassenüberdachung vom Anbieter kaufen?

Wie schon damals beim Solarcarport war schnell klar, dass ich das Projekt selbst in die Hand nehmen muss, um alle gewünschten Anforderungen realisieren zu können, vom Preis für eine knapp 40qm große Überdachung mal ganz zu schweigen.

Da ich ja bereits Erfahrungen beim Carport sammeln konnte, ging die Planung nun beim zweiten Mal entsprechend schneller von der Hand. Im Grunde ist die Konstruktion absolut identisch, was Holz, Holzverbinder und Glashalterung angeht. Lediglich die PV-Panels sind von einem anderen Anbieter und besitzen eine höhere Transparenz von knapp 40%, damit noch genug Licht ins Haus strömt.

Solar-Terrassenüberdachung selbst bauen!

Also erneut ran an den Meterstab und die Freeware Sweet Home 3D anschmeissen, um alle Details zu planen. Erste Einblicke dazu gab es ja bereits in diesem Blogpost.

Zum Glück konnte ich das 3D-Hausmodell zur Planung heranziehen, welches bereits vor knapp fünf Jahren super Dienste geleistet hatte. Dieses wurde dann eben entsprechend erweitert, um bspw. die Stützen auf der bestehenden Terrasse einzuplanen:

Bevor es mit der Umsetzung losgehen konnte, mussten aber natürlich noch alle Komponenten ermittelt werden. Teilweise schon etwas teurer im Verhältnis zum letzten Jahr, aber die Baustoffpreise explodieren ja einfach immer weiter. Hier eine grobe Aufstellung der Bauteile:

In Summe also knapp 9.5k Euro an Materialkosten samt Genehmigung etc., wobei gerade die Elektro-Kosten mehr als moderat ausfallen, da bspw. Wechselrichter inkl. Peripherie vom PV-Carport dank der Flexibilität der SolarEdge-Komponenten einfach mitgenutzt werden können.

Die Umsetzung kann beginnen

oder doch noch nicht so ganz… Das Holz hatte ich vorsichtshalber bereits im November geordert, da aufgrund der hohen Nachfrage lange Lieferzeiten anzunehmen waren. Mit dem Zuschnitt habe ich aber lieber noch auf die Baufreigabe gewartet, man weiss ja nie. Da sich der Genehmigungsprozess bis Ende Dezember gezogen hat und das Wetter bereits zu ungemütlich war, konnte die Umsetzung jedoch erst im März beginnen.

Also direkt wieder die gute alte Bosch Paneelsäge (Affiliate-Link) ausgepackt, die sich mittlerweile schon bei diversen Hausbauprojekten mehr als bezahlt gemacht hat.

Im Hintergrund sieht man auch die Bosch Oberfräse (Affiliate-Link), die für die Ausschnitte der Pitzl-Holzverbinder zum Einsatz kam – und natürlich auch für die Aussparung der obligatorischen LED-Leisten samt später uneinsehbare Zuleitungswege für die Verkabelung im Querbalken:

Dazu gibt es später nochmal einen separaten Blogpost.

Jedenfalls ging die Holzbearbeitung diesmal schon ein gutes Stück schneller als noch damals beim Carport, der dem Holz zwischenzeitlich auch ein „Dach über dem Kopf“ bot.

In nachfolgendem Bild sieht man die Pitz-Holzverbinder, die mit brutal vielen Schrauben in den Holzbalken verankert werden. Oben aufliegend dann die Alu-Profile, in die später noch Gummidichtungen gedrückt werden, um die aufliegenden Glaselemente zu fixieren. In Pink erkennt man meine per 3D-Drucker angefertigten Abstandshalter, die ich für den Zweck entworfen hatte, die LED-Leisten ohne große Aufwand schön mittig anbringen zu können.

Daneben hab ich diesmal auch eine ganze Reihe weiterer Werkzeuge mit dem 3D-Drucker angefertigt, die mir das Leben wirklich einfacher gemacht haben. Darunter z.B. diese roten „Haltespangen“, um die LED-Profile mehrfach am Balken zu fixieren, bis der Kleber endlich getrocknet war.

Aber erstmal einen Schritt zurück. Nachfolgend sieht man einen U-Pfostenträger, der auf das Betonfundament (knapp 40x40x90cm) aufgebracht wurde und einen der weiss lackierten Stützen trägt. Das gegossene Betonfundament ist dabei direkt an das bestehende Streifenfundamet der die Terrasse umschließenden Randsteine anbetoniert, sodass ausreichend Halt gewährleistet ist.

Ziemlich zeitaufwändig war dann auch die Einpassung der Stützen in das vorhandene Terrassendeck. Detailarbeiten, deren Aufwand man später in keiner Weise mehr sieht…

Danach ging es ans Aufstellen des Grundgerüsts mit insgesamt sechs Stützen, wobei die drei auf der Hausseite eigentlich nur Optik sind, da der dort aufliegende Querbalken mehrfach in der Hauswand verankert ist. Um unterschiedlichen Verspannungen der Bauteile (Hauswand und Stützen) Rechnung zu tragen, sind die Stützen an den H-Pfostenträgern speziell mit Hilfe von Langlöchern montiert. Entsprechend können die Stützen an dieser Stelle um +/-1 cm arbeiten.

Die linke und mittlere Stütze besitzt auf der Rückseite noch jeweils eine größere Nut, um Strom- und Datenleitungen ungesehen verlegen zu können.

Neben der klassischen PV-Leitung habe ich noch ein 7-adriges Stromkabel verlegt für eine spätere seitliche Verschattung durch Rollos o.Ä., ein Netzwerkkabel für einen UniFi-Accesspoint, 7x zweiadrige Leitungen für die LED-Stripes in den Längsbalken und noch eine KNX-Datenleitung, um im mittleren Stützbalken später noch einen MDT-Glastaster anschließen zu können.

Und dann ging es auch schon an die weitere Konstruktion, wobei die knapp 4,7m langen Längsbalken durch die Pitzl-Verbinder easy zu zweit mit den Querbalken verbunden werden konnten. Einfach von oben „reinflutschen“ und die Abdecksicherung aufschrauben. Fertig

Spannend war beim Aufstellen tatsächlich der brutale Sturm inkl. Regen, der es schon zur Herausforderung machte die 20 kg schweren PV-Panels sicher hochzuhieven, da die knapp 1,7qm großen Glaselemente schon massiv Angriffsfläche für den Wind bieten. Aber lange Rede kurzer Sinn: Es hat geklappt und als das letzte Panel oben war, zeigte sich sogar kurz nochmal die Sonne:

Jetzt ging es direkt an die temporäre Verkabelung der PV-Panels und der Leistungsoptimierer, um das System zu testen, was auf Anhieb klappte. Die neuen Optmierer schnell über die SolarEdge-App am Wechselrichter anlernen und schon konnte es losgehen.

Bis zur fertigen Installation inkl. Zwischenbalken, welche die PV-Leitungen in einer obenliegenden Nut verstecken, hat es dann noch zwei Wochen gedauert. Aber immer Stück für Stück ans Ziel:

So sieht man im Grunde nur noch die Leistungsoptimierer, an die jeweils zwei PV-Panels in Reihe angeschlossen werden:

Ein Optimierer verträgt max. 500W, wobei die Panels bis zu 2x200Wp liefern. Also genug Luft nach oben auch bei starker Sonneneinstrahlung und gleichzeitig geringer Temperatur (denn dann ist der Wirkungsgrad und damit die Leistung am höchsten).

Nachfolgend zur Verdeutlichung der logische Zusammenschluss der Leistungsoptimierer, wobei im selben String auch noch die PV-Panels auf dem Balkon (obere Reihe) hängen:

Und hier das fertige Ergebnis inkl. angebrachter Regenrinne und bereits installierten LED-Profilen:

Achso und da die Frage auch schon beim Carport mehrfach kam: Ja, das Dach ist komplett dicht. Die Übergänge zwischen den Panels sind mit speziellem Silikon abgedichtet -> Ramsauer 131 Multiflex Dichtstoff (Affiliate-Link). Weitere Details dazu im Blogpost Operation Solarcarport – Was weiter geschah – inkl. erstem Panelputz.

PV-Ertrag der Terrassenüberdachung

Nachfolgend die Produktion nach Leistungsoptimierer zwischen dem 01. und 09. Mai der PV-Terrassenüberdachung:

Hier erkennt man anhand der unterschiedlich geformten Flächen ganz gut, wie ich jeweils zwei Panels als eine Einheit gebündelt habe. Jeweils zwei nebeneinanderliegende Panels direkt an der Hausseite bilden eine physische Einheit und jeweils zwei übereinanderliegende Panels der hausweggeneigten Seite. Das habe ich extra so gewählt, um die Verschattung der hausseitigen Panels am Vormittag bestmöglich zu kompensieren, die durch die Erhöhung der Balkonbrüstung auftritt. Entsprechend liefern die Panelgruppen der obere Reihe auch knapp 1 kWh und damit um die 7% weniger.

Und hier die Produktion der mittlerweile 24,63 kWp umfassenden Anlage:

Die mit knapp 10 Grad ziemlich genau nach Süden geneigten Terassenpanels mit je 2x200W übertreffen dabei alle anderen Panelgruppen ganz easy. Lediglich die je 380W starken Panels auf dem Hausdach können ansatzweise mithalten. Einen genauer Vergleich der Panels gibt es dann nach einigen Monaten, dafür ist es jetzt noch zu früh.

Insgesamt bin ich mit der Performance aller Panels bisher mehr als zufrieden und nun muss auch der bisherige SE17k-Wechselrichter mit einer Maximalleistung von knapp 16,5kW Nettoleistung gegen das größeres Modell SE30k weichen, da die Anlage jetzt bereits im Mai spätestens um 10:30 Uhr an die Leistungsgrenze stößt:

Der Wechselrichter wird dabei brutal heiss (aber noch in den Spezifikationen) und drosselt aufgrund der zunehmend hohen Temperatur oberhalb 70 Grad langsam aber sicher den Output auf 16,5kW und sinkend. Und das kann auf Dauer nicht gut für die eingebaute Elektronik sein. Mal sehen, was der Umstieg auf den neuen Wechselrichter bringt, ich hoffe, dass er diese Woche noch geliefert wird.

Aus meinem täglichen Leben

Die Terrassenüberdachung steht nun nach endlich knapp vier Jahre seit Einzug und macht bereits jetzt total Freude. Bei Sonnenschein kann man sich endlich mal ohne flatternden Sonnenschirm auf die Terrasse wagen, ohne in fünf Minuten gegrillt zu werden. Entsprechend kühler bleibt es nun auch im Haus, auch wenn die Terrassentür offen und die Jalousien oben bleiben. Aber auch bei miesem Wetter kommt noch mehr als genug Licht ins Haus, was vorab unsere größte Furcht war.

Darüber hinaus ist es natürlich mehr als genial zu sehen, dass die PV-Anlage durch die Süderweiterung ohne nennenswerte Verschattung nun bis zum Abend genug Reserven hat, um unser E-Fahrzeug auch am späten Nachmittag noch mit ordentlich Leistung zu versorgen. Seit der Anlagenerweiterung auf insg. knapp 25kWp am 02.04. haben wir bis heute (10.05.) mit einem geschickten Lademanagement – hier kurz vorgestellt – knapp 220 kWh ins Auto geladen und dabei weniger als 10 kWh aus dem Netz bezogen. Und bei meiner selbstgebauten Überschuss-Ladelogik gibt es sicher auch noch Verbesserungspotenzial.

Und rein optisch fügt sich die Terrassenüberdachung ganz gut in die Gesamtinstallation ein, wobei man zumindest die Panels auf dem 7 Grad nach Norden geneigten Hausdach nur per Dronen-View sehen kann.

Da der Wunsch auf Facebook aufkam, reiche ich hier noch ein Bild nach, welches die Lichtverhältnisse unter dem Terrassendach bei direkter Sonneneinstrahlung zeigt:

Und hier noch ein Bild für Harald, der sich einen besseren Einblick bei direkter Sonneneinstrahlung – hier um die Mittagszeit – gewünscht hat:

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Jörg

hat meintechblog.de ins Leben gerufen, um seine Technikbegeisterung und Erkenntnisse zu teilen. Er veröffentlicht regelmäßig Howtos in den Bereichen Smart Home und Home Entertainment. Mehr Infos

54 Gedanken zu „Operation Solar-Terrassenüberdachung – Anlagenerweiterung um 4,8 kWp“

  1. Hammer also ich muss sagen ich beneide dich soviel Solarpanel ist richtig cool.
    Danke auch für die ausführlichen beschreibungen
    Sonnige Grüsse aus der Schweiz

    1. Hi Tobias,
      immer gerne! Steckt auch jede Menge Arbeit drin, die man auf den ersten Blick nicht direkt sieht. Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen zum Nachmachen anregen. :)

      Viele Grüße
      Jörg

    2. Hallo Jörg,
      Eine Frage zu den Zwischenbalken. Tragen diese die Module mit, oder dienen sie nur dazu um den Spalt und die Kabel zu verdecken?

      Gruß Alex

    3. Hi Alex,
      die Zwischenbalken sind primär zum Verstecken der Kabel installiert. Aber als nettes Zusatzfeature tragen sie natürlich auch ein Stück weit die Panels mit – im Falle von Schnee.

      Viele Grüße
      Jörg

  2. Das ist schon sehr cool! Seit dem ich meine 7,2kWp Anlage auf dem Dach habe denke ich auch dauernd über mehr Fläche nach. Eine Terrassenüberdachung mit halbtransparenten Panels ist da auch ein Wunsch.

    Aber wie machst du das mit dem ganzen Überschuss? Und ab 10kWp fällst du ja auch unter ganze andere Bestimmungen. Speicherst du auch?

    Grüße
    Dirk

    1. Hi Dirk,
      mit E-Auto kann man eigentlich nie genug PV installieren – insbesondere in den „dunklen“ Monaten. :)

      Ein Hausspeicher ist mir noch zu unrentabel, wird aber sicher noch nachgerüstet in spätestens ein paar Jahren.

      Der Überschuss wird ganz normal ins Netz eingespeist. Seit 2021 sind Anlagen bis 30kWp von der EEG-Gebühr befreit (vorher war die Grenze 10kWp). Lediglich die Einspeisevergütung ist ab 10kWp minimal geringer.

      Da ich innerhalb von 12 Monaten erweitert habe, zählt alles als eine Anlage und ich bekomme den gesicherten Einspeisesatz von Juni 2020.

      Außerdem kann ich den vorhandenen Zweirichtungszähler weiterbenutzen, da ich unter 25kWp geblieben bin und benötige dann auch keine Remote-Abschalteinrichtung…

      Viele Grüße
      Jörg

  3. Ah ok, diese Neuerung kannte ich noch gar nicht. Ein Speicher kommt mir auch erstmal nicht ins Haus, wie du schon sagst rentiert sich das einfach nicht und lohnt sich eigentlich erst dann wenn die Einspeisevergütung wegfällt.

    Mit den 25kWp kannst du doch Wasserstoff produzieren um damit Nachts wieder eine Brennstoffzelle zu speisen ;) Und irgendwann das Wasserstoffauto zu tanken.

    Grüße

    1. Wasserstoff? … Ähhh, bei dem geringen Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle in Kombination mit dem Anschaffungspreis absolutes Nogo. Bei E-Mobilität ebenso – mit unserem E-Fahrzeug hab ich 80-90% Wirkungsgrad, bei Wasserstoff wären es um 20-25% – wobei ein Wasserstofffahrzeug auch eine Batterie als Puffer benötigt -> Viel zu aufwändig und fehleranfällig… Und bei dem angesprochenen geringen Wirkungsgrad der Brennstoffzelle würde ich selbst mit günstigem PV-Strom x-fach mehr zahlen als aktuell mit einem Mix aus PV und geringem Netzbezug. Der energieintensive Umweg über Wasserstoff ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn man extrem kostengünstigen Strom im Überfluss hat und bspw. möglichst autark über Monate sein möchte (z.B. bei einer miserablen Netzversorgung).

    2. Hallo Jörg,

      Wirklich gut umgesetzt.
      Respekt.
      Ich hätte eine Frage zur Statik. Hast du die Querschnitte der Balken selbst ausgelegt? Hast du die Statik nochmal überprüfen lassen?
      Müsstest du die Statik bei der Baugenehmigung mit angeben? Das darf doch meines Wissens nur eine Antragsberechtigter?

      Grüße

  4. Hallo Jörg!
    Ganz tolles Projekt, Gratulation zu Verwirklichung.
    Es ist von Deiner Seite auch alles für PV Anfänger wie mich verständlich beschrieben.
    Das Einzige was mir sehr helfen würde wäre folgendes:
    Wie kommt man auf die Achsabstände der Sparren (Paneelbreite + 5mm + habe Stegprofilbreite – ist das koorrekt?)
    Wie sieht das Detail zum Haus aus und wieviel Luft braucht man wenn 2 Paneele auf der Kopfseite zusammenstoßen – dieses wird dann eifach silikonisiert oder?
    Dake für Deine Hilfe im Voraus

    1. Hi Christian,
      danke! Deine Berechnung klingt für mich logisch. :)

      Ich habe es mit CAD gezeichnet und dann mehrfach kontrolliert, damit es perfekt passt. Dabei ist es insb. wichtig zu messen, wie weit die Panels am Ende voneinander entfernt liegen – abhängig von der verwendeten Aluhalterung. 5mm sollten die Panels dabei etwa seitlichen Abstand zum „Anschlag“ der Aluhalterung haben – für genug „Spiel“.

      An der Kopfseite haben die Panels knapp 6mm Abstand zueinander. Dafür habe ich mir zwei passgenaues 3D-Werkzeuge als Abstandshalter gedruckt, da das absolut sauber passen muss – sonst wird es schnell schief.

      Unten am Spalt dann einfach eine einigermaßen stabile Aluschiene (3x10mm) „reinklemmen“, damit man die Fuge von oben zusilikonieren kann. Das von mir verwendete Silikon müsste im Blogpost verlinkt sein.

      Viele Grüße
      Jörg

      PS: Zum Haus hin hab ich anthrazitfarbene L-Aluprofile mit Silikonkleber angebracht. Ich versuche die nächsten Tage ein Bild davon zu machen und im Blogpost zu ergänzen.

  5. Tolle Aktion, wir haben auf dem Flachdach des Hauses knapp 10 kWp seit 2015/2016, die anderen Flächen sind begrünt. Die haben sogar ein Solarpanel (verbaut wegen der Stabilität) damals abgeklemmt, also Kabel durchgeschnitten und Foto an die Meldestelle, weil es sich nicht gelohnt hätte mehr zu installieren, wir haben auch nicht die leistungsmäßig besten Panels genommen um dann unter 10 kWp zu bleiben… Bei der Terrasse haben wir uns wegen des Passivhauses für eine Markise statt einer Überdachung entschieden, aber, wenn ich das sehe, dann muss ich sagen – scheint mir noch sinnvoller als die solaren Gewinne allein in Form von Wärme für das Haus. Mist. Die 4.000 Euro sind jetzt ausgegeben… aber, wer weiß… Müsste man sich nur überlegen, wie wir die Punktfundamente im Glasschaumschotter am Haus integrieren, dann könnte man das Ganze evtl. über der Markise anbringen. Im vorderen Bereich der Terrasse haben wir gleich Punktfundamente integriert …
    Zu deiner Kostenrechnung, kann es sein, dass du für die Position „Dach“ einen 1.000er zu viel aufsummiert hast? Viele Grüße, Eva

    1. Hi Eva,
      ja man müsste wohl drei mal bauen, um alles „perfekt“ zu machen. Wobei dann würde man vielleicht auch wieder was übersehen, das man vorher zufällig richtig gemacht hat. :D

      40% der Sonnenenergie kommt ja in etwa noch durch und fällt weiterhin auf die Glasflächen der Südfassade. Damit wärmt sich das Haus auch noch auf – haben auch relativ viele Fenster/Türen nach Süden, sodass das immer noch recht gut funktioniert. Es ist jetzt halt nicht mehr so drückend wie vorher und zur Not gibts ja auch noch die Jalousien, wenn die Sonne zu krass ballert.

      4000 Euro für eine Markise? Wow – das muss ja ein riesen Teil sein…

      Den Rechenfehler in der Übersicht habe ich direkt korrigiert, danke für deinen Hinweis!

      Viele Grüße
      Jörg

  6. Hallo,
    Ich verfolge Deinen Blog schon eine Weile. Da ich auch gerade eine Terrassenüberdachung umsetze wollte ich dich mal fragen wie du die Kabel für die Beleuchtung versteckt hast, bzw. wo genau die Kabel für die Solaranlage langlaufen?
    Ich habe Rixin Glas Glas Module und auch die Aluschienen wie du.

    VG

    1. Hi Christian,
      schau dir mal das Bild mit dem „blauen Staubsauger“ an. Hier siehst du bspw. den Querbalken, in dem ich Einfräsungen für die Leitungen eingearbeitet habe. An den senkrechten Stützbalken an der Hausseite habe ich solche Einfräsungen auch an der Rückseite vorgesehen (also einmal oben oben bis unten durchgehend), um die Leitungen dort versteckt einzuziehen. Jeweils getrennt für „Niedervolt“ (24V LEDs, KNX, Netzwerk) und „Hochvolt“ (PV, 230V).

      Viele Grüße
      Jörg

  7. Hallo,
    das ist ein cooles Projekt, könnte ich mir bei mir ähnlich vorstellen.
    Aber ich habe jetzt mal eine Frage:
    Mittlerweile haben wir ja einen höheren Sonnenstand und tatsächlich ein paar Tage mit viel Sonne.
    Wie ist denn das „Lichtklima“ unter den Modulen? Sieht man den Schattenwurf auf dem Tisch? An der Wand sieht man die Schatten ja eindeutig und die werden je nach Abstand diffuser-> aber am Tisch? Sieht mans? Kann man die Farbe vom Grillgut farbecht wahrnehmen oder wird es verfälscht?
    Bei mir wäre es voll Westseite und hauptsächlich sehr viel abends genutzt, daher ist die Frage wirklich wichtig und die Bilder sind ja meistens nur mit tiefer Sonne oder Bewölkung entstanden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Harald

    1. Hi Harald,
      das Lichtklima empfinde ich auch bei voller Sonneneinstrahlung „von oben“ als absolut angenehm. Es bleibt trotz der „nur“ 40% Transparenz sehr hell und gleichzeitig heizt es sich viel weniger auf. Die anliegenden Jalousien der bodentiefen Fenster bzw. Schiebetür benötige ich bisher überhaupt nicht als Beschattung, um die Hitze aus dem Haus auszusperren.

      Den Schattenwurf sieht bis runter zum Tisch – das Muster finde ich aber – gerade auch an der Hauswand mega cool. Ich lade gleich noch ein Bild von der Mobotix-Kamera im Blogpost hoch, die unter der Überdachung angebracht ist. Da erkennt man das ganz gut…

      Mein Weber Gasgrill steht nicht direkt unter der Überdachung, sondern ein Stück daneben. Kann ich also nichts zur Farbechtheit des Grillguts sagen, zumal auch nur Beyond-Burger und Co. angehzeit werden. :D

      Viele Grüße
      Jörg

  8. Hallo Jörg,
    Erst seit einigen Tagen habe ich Deine Dokumentationen durch Zufall im Internet gefunden, und mich sofort in den sehr interessanten und mit viel Liebe aber auch viel Fleiß erstellten Artikeln festgelesen. Eine super Idee und Umsetzung. Umso mehr, da gleichzeitig auch lehrreich! Herzlichen Glückwunsch!
    Nun zu meiner Frage, die sich auf die Temperaturänderungen durch die transparente Terrassenüberdachung bezieht. Ich habe den Eindruck, dass die Temperatur in den der Terrasse anliegenden Räumen sich eher reduziert hat, erwähnst Du doch die nun unterbleibende, wohl sonst übliche Senkung der Rollläden. Habe ich das falsch verstanden? Kannst Du das anhand Deiner umfangreich installierten Messtechnik nachvollziehen?
    Wie ist das subjektive, aber auch wenn vorhanden das objektivierbare Temperaturverhalten unter dem PV-Sonnendach. Kommt es bei direkter Sonneneinstrahlung bei Südausrichtung und wenig Wind nicht zu einem Aufheizen unter der Überdachung?
    Ich hätte noch viele Fragen, aber erst einmal nur noch diese:“Was sind Sto-Blöcke?“
    Vielen Dank für Dein Engagement und Deine Mühe.
    Viele Grüße
    Max Eberleh

    1. Hi Max,

      die Temperaturen haben sich im Haus verringert. Falls ich etwas anderes geschrieben haben sollte -> einfach ignorieren. :)
      Werde die diversen Temperatursensoren (Außen, Innen, Estrich) mal mit InfluxDB mitloggen und dann per Grafana auswerten… Dazu gibt es dann vermutlich irgendwann mal einen Blogpost.

      Die Temperatur unter dem Glasdach ist völlig ok. Es heizt sich natürlich etwas auf, aber da eh immer etwas „Wind“ weht, ist das absolut kein Problem.

      Sto-Blöcke oder Klötze haben wir unter dem Putz vorbereiten lassen, um von außen eine Verschraubung in die Hauswand zu ermöglichen. Diese „festen“ Klötze ersetzen dann quasi die konventionelle Dämmung und ermöglichen damit eine erhöhte Stabilität. Keinen Plan, ob man das braucht. Unser Hausanbieter war jedenfalls der Meinung und wir haben das entsprechend schon beim Hausbau berücksichtigt.

      Viele Grüße
      Jörg

  9. Mega schönes Projekt,

    Ich möchte es bei mir genau so Umsetzen um meine PV Leistung zu erweitern.
    Ist es im Haus jetzt in der dunklen Jahreszeit wesentlich dunkler? Ich habe etwas
    Angst das mir zu viel Licht im Wohnraum fehlt.

    1. Hi Hils!
      Auch im wirklich tristen Dez/Jan können wir uns absolut nicht beschweren, dass die Überdachung zu viel Licht schluckt. Das ist wirklich minimal und selbst meine bessere Hälfte, die hier im Vorfeld besonders skeptisch war, hat noch nicht ein Mal gemeckert.

      Erst dieses Wochenende war ein Leser des Blogs bei mir zu Besuch, um sich das mal live anzusehen. Das Angebot lässt sich sicherlich wiederholen – einfach mal per Mail bei mir melden, sofern das örtlich für dich passt…

      Viele Grüße
      Jörg

  10. Hi,

    Ich wollte mal fragen, wie du die PV-Leitungen im Sparren versteckt hast. Hast du einfach von oben Mittig eine Nut gefräst? Wie kommst du mit dem Kabel in die Nut?

    Grüße
    Frank

  11. Hallo Jörg!

    ich möchte auch erst sagen dass es ein sehr schönes Projekt geworden ist, und super Umsetzung! Ich plane auch etwas ähnliches mit den selben Paneelen (gridparity) jedoch entweder von 2x6xM50 Paneele, oder von 6xM50 und 6xM40 Paneele. Mir ist nur sehr fraglich diese Glasstärke von 2x2mm bei diesen Paneelen. Ich habe 3 Anbieter angeschrieben weil ich dann gleich 3400mmX1000mm Paneele bestellen wollte womit ich keine zwischensparren hätte, diese Anbieter wollen aber nur mit 2x6mm Glasstärke fertigen, wegen statischen Anforderungen, der eine sagte: „Glasdicke: Es muss immer die Resttragfähigkeit gewährleistet sein. Zusätzlich versucht sich das Glas immer zu entspannen und zieht nach unten, wenn hier dann das Glas zu dünn angenommen wird, kann es passieren, dass die Module nach 1-2 Jahren wie Suppenschüssel aussehen und Wasser drin steht. 3x3mm ist daher im Überkopf leider grob fahrlässig bzw. nicht zugelassen. => Wenn die Abmessungen 1.000 x 3400mm sind würden wir auf jeden Fall 2x6mm empfehlen, damit Sie langfristig Freude und Ruhe mit den Modulen haben. Gibt eigentlich paar Faustformeln:
    Sparrenbreite bis 770 : 2x4mm
    Sparrenbreite bis 850 : 2x5mm
    Sparrenbreite bis 1,05: 2x6mm
    Darüber 2x8mm ; usw.“

    Was ist deine Erfahrung mit gridparity Paneelen? In Zweifelfall bestelle ich diese Paneele: https://emotion-e.com/navi.php?a=90
    die sind etwas dicker, haben aber weniger Leistung und kosten mehr…

    Danke im Voraus!

    Patrik

    1. Hi Patrick,
      danke für deine Anmerkungen. Bisher alles bestens! Keine Wölbung o.Ä. wahrzunehmen. Weder beim Carport (fast schon 2 Jahre in Betrieb), noch bei der Terrassenüberdachung (wird auch bald 1 Jahr in Betrieb sein). Die von dir verlinkten „aleo elegante“ sind natürlich der „Mercedes“ unter den Panels. Hatte ich mir auch überlegt, hat dann aber von der Größe her überhaupt nicht gepasst und war mir zudem auch zu teuer.

      Viele Grüße und Erfolg bei deiner Umsetzung
      Jörg

    1. Hi Patrick,
      bei den Panels handelt es sich um monokristalline Zellen, die ich am ehesten als relativ dunkles Blau wahrnehme – im Grund fast schon schwarz, wenn man nicht komplett von oben (per Drohne) draufschaut. Polykristalline Zellen wären bspw. nen gutes Stück heller denke ich. Aber sind ja genug Bilder im Blogpost – und genau so wirkt es auch, wenn man davor steht. Reicht dir das oder was genau meinst du mit auffällig?

      Grüße
      Jörg

  12. Hi,

    Ich wollte mal fragen, wie du die PV-Leitungen im Sparren versteckt hast. Hast du einfach von oben Mittig eine Nut gefräst? Wie kommst du mit dem Kabel in die Nut?

    Grüße
    Frank

    1. Hi Frank,
      stimmt, das habe ich nirgendwo detailliert beschrieben… Schau dir mal dieses Bild meiner PV-Carport-Installation an.

      Erstmal habe ich beim Unterteil des Aluprofils – auf dem die Panels mit dem eingespannten Gummi später aufliegen – immer auf Höhe der „Panel-Stöße“ jeweils 2cm ausgespart und dort vor dem Auflegen der Panels kurze Verbindungskabel inkl. Stecker vorgesehen. Damit „überwindet“ man quasi erstmal die Balken, ohne dort ein unschönes Loch zu bohren. Danach kann man diese Kabelstücke einfach mit den Panels (bzw. in meinem Fall mit den Leistungsoptimierern) verbinden, um eine Durchkontaktierung zu ermöglichen (in Reihe-Schaltung der Panels).

      Das dann unschöne Kabel zwischen den Panel-Stößen (siehe verlinktes Bild) habe ich Fall des Carports danach jeweils mit einer „U-förmigen Holzkiste“ versteckt. Das sieht man bei diesem Bild ganz gut. Bei der Terrassenüberdachung habe ich das viel einfacher durch einen 12x12cm Balken (hier zu sehen) mit oben durchgehend eingefräster Nut (glaube das waren so 4x3cm) gelöst, worin der ganze Kabelsalat dann verschwindet. Zur Fixierung habe ich dabei Kabelbinder genutzt, um die Leitungen erstmal etwas in Form zu bringen und dann eben den eingefrästen Balken von unten befestigt über 45 Grad seitlich eingedrehte Schrauben.

      Um die PV-Leistung dann an den langen Balken entlang zu verlegen, habe ich dort einfach einen schmalen Kabelkanal (1cm Höhe x 2cm Breite) neben den Aluschienen aufgeschraubt, da das platztechnisch perfekt ausgereicht hat – hier sind dann noch ein paar Millimeter „Luft“ bis zu den aufliegenden Panels.

      Hoffe das hilft dir weiter
      Jörg

  13. Danke dir! Ist wirklich sehr interessant was du da gebaut hast. Ich fange dieses Halbjahr auch damit an und werde mich wohl stark an deiner Lösung orientieren.
    Gruß
    Frank

    1. Super – wünsche dir viel Erfolg dabei! Mein Angebot der „Vor-Ort-Besichtigung“ gilt natürlich auch für dich…

      Viele Grüße
      Jörg

  14. Hallo Jörg, klasse Bericht.
    Du schriebst ebenfalls über eine Nutzung am Balkon, vermutlich bei Dir der Überstand.
    Können die transparenten Module auch senkrecht als Balkongeländer verwendet werden? Ich möchte es innen hell haben.
    Viele Grüße Jochen

    1. Hi Jochen,
      klar, warum nicht… Brauchst eben passende Glashalter. Und wegen der Verkabelung muss man sich vermutlich bissl nen Kopf machen, damit das optisch nicht stört.

      Viele Grüße
      Jörg

  15. Hey Jörg,
    wie schaut es denn aus mit Kondenswasser in den Abendstunden.
    Es ist ja mittlerweile schon eine feuchter Herbst und Winter vorrüber. Gibt es da Probleme?
    Mit freundlichen Grüßen
    Harald

    1. Hi Harald,
      als es jetzt die letzten Tage nachts gefroren hat, ist das Wasser beim Auftauen an einigen Stellen „runtergesifft“. Beim Carport bei so ca. 4 Grad Neigung passiert das nicht, da es nicht „läuft“. Bei den 10 Grad der Terrassenüberdachung lässt sich das vermutlich nicht verhindern – ist aber auch echt nicht so wild. Am Abend hab ich davon noch nie etwas gemerkt…

      Viele Grüße
      Jörg

  16. Hallo Jörg,

    erstmal ein riesen Kompliment zu deiner Anlage und vor allem auch zu dieser Dokumentation hier. Wahnsinnig detailliert und absolut genial geschrieben. Hut ab!

    Meine Ausgangslage: Ab August (hoffentlich) 10 kwP Anlage von Senec auf dem Dach. Inkl. 7,5 KW Speicher und integriertem Wechselrichter. Dieser damit aber (fast) voll belegt.

    Jetzt meinte mein Installateur ich sollte mich nach einem SMA Wechselrichter umsehen, wenn ich die Terrassenüberdachung selbst planen und ausführen will. Damit klappt wohl die Kommunikation mit Senec problemlos. Ich weiß nicht, ob du dazu was sagen kannst, wenn ja gern, wenn nicht ist das auch eigentlich nicht meine Frage.

    Meine Frage: Du schreibst von Leistungsoptimierern. Wozu ist diese nötig? Ich habe gerade einen Bericht von SMA gelesen, wo diese nur bei besonders stark verschatteten Dächern verwendet werden sollen. Kannst du dazu mal deine Meinung kundtun. Ich vertraue dir schon nur durch das Lesen deiner Berichte deutlich mehr, als irgendwelchen Firmenvertretern. Vlt. hast du ja sogar einen Link, welche du in meinem Fall verwenden würdest. Als Module schweben mir exakt deine Module von pvdach.com vor.

    Danke
    Fabian

    1. Hi Fabian,
      erstmal danke für die Blumen!

      Ich hoffe mal, dass Senec seine aktuellen Speicherprobleme (https://senec.com/de/standby-modus) schnell in den Griff bekommt, damit dein Speicher lange Zeit das tut, was er soll. Aktuell ist das Image des Anbieters ja schon etwas angeschlagen, was der ganzen Speicherbranche vermutlich nicht gut tut. Ich hoffe da echt mal das Beste…

      Aber zu deiner Frage: Das Senec-System lässt sich zur Not mit einem externen Wechselrichter erweitern – das habe ich auch schon gelesen. Details kenne ich jedoch nicht, am besten mal direkt bei deinem Installateur nachhaken – der muss das ja wissen.

      Zu den Vorteilen der SolarEdge-Leistungsoptimierer gehe ich in einem bald veröffentlichten YT-Video näher ein, in welchem ich mit Matthias von haus-automatisierung.com u.A. genau über das Thema quatsche. Wenn ich daran denke, verlinke ich das Video dann hier auch nochmal.

      Aber mal vorab: Wie bei allem gibt es verschiedene Meinungen. Bei konventionellen Anlagen ohne Schattenmanagement sagt man, dass das schwächste Panel die Leistung aller anderen Panels (egal ob verschattet oder nicht) des selben Strings auf sein mieses Niveau herunerzieht, was natürlich fatal ist. SMA und andere Anbieter, die weiterhin keine Leistungsoptimierer verwenden, setzen mittlerweile im Inverter oftmals auf ein sogenanntes Schattenmanagement (heisst bei jedem Anbieter leicht anders), um den dramatischen Leistungseinbruch teilweiser verschatteter Panels einzugrenzen, indem sie nicht den lokalen, sondern den globalen MPPT ermitteln (oh, jetzt wirds glaub ich schon zu technisch). Long story short: Wunder können diese Lösungen – schon alleine aufgrund physikalischer Gesetze – jedoch auch nicht bewirken, auch wenn das Marketing das oftmals so darstellen möchte. Der „arme“ Inverter muss eben kontinuierlich den MPPT aller in Reihe geschaltete Panels eines Strings checken, was bspw. bei schnellem Wolkenzug echt stressig wird – da möchte ich nicht mit ihm tauschen. :)

      Einzelne Leistungsoptimierer hingegen überwachen jeweils nur ein Panel und haben deshalb einen vergleichsweise einfachen Job. Sie holen damit immer das Maximum aus jedem Panel und damit aus der Gesamtanlage heraus. Dadurch sind mehrere unterschiedliche Ausrichtungen einfacher zu realisieren und zudem können meist auch noch Panels mit verschiedener Leistung problemlos gemischt werden.

      Auch bei identischer Ausrichtung sehe ich bspw. durch die Auswertung auf Panelebene immer mal Unterschiede von einigen Prozent bei baugleichen Panels. Sollte ein Panel ausfallen oder über die Jahre – warum auch immer – schlechter performen, sehe ich das sofort über das Monitoring auf Panelebene und kann reagieren. Gerade bei größeren Anlagen (alleine ich habe jetzt in Summe bereits 100 Panels) wäre das für mich schon ein Killerargument, da bist du mit einer konvenionellen Installation einfach „lost“ und musst raten oder eben alle Komponenten durchtesten, um das Problem zu lokalisieren – wenn du dir des Problems überhaupt bewusst bist. Denn oftmals bleiben kleinere Sachen, wie bspw. der Defekt einzelner Bypassdioden in Modulen, längere Zeit unbemerkt.

      Ich schweife aus… Jedenfalls kann man sich als Kunde – je nach angebotenem System bzw. Anbieter – gar nicht wirklich aussuchen, ob man jetzt Leistungsoptimierer an jedem Panel haben möchte oder nicht. Bei SolarEdge sind die Leistungsoptimierer Teil des Gesamtkonzepts, alle anderen Anbieter setzen im Grunde auf den zentralen Inverter, manche davon zusätzlich auf ein ausgeklügeltes Schattenmanagement. Je nach System lassen sich hier aber auch noch Einzeloptimierer (z.B. von Tigo) an bestimmten Panels nachrüsten, die eine komplexere Verschattungssituation bspw. durch einen Schornstein oder Baum aufweisen.

      Insgesamt sollte man das Thema Leistungsoptimierer „ja oder nein“ auch nicht unnötig aufbauschen. Es gibt meiner Meinung nach oftmals gute Gründe dafür und nur sehr selten Gründe dagegen, aber im Endeffekt wird eine vernünftig geplante und ausgeführte Anlage auch ohne Optimierer gut performen.

      Viele Grüße
      Jörg

  17. Hallo Jörg,

    kannst du evtl. kurz erläutern wie du selbst den Bauantrag, bzw. welche Unterlagen Zeichnungen dazu benötigt hast.
    Da ich begeistert bin von diesem Projekt, habe lange nach so etwas gesucht habe und vor einer Baugenehmigung stehe.

    Gruß Alex

    1. Hi Alex,
      den Bauantrag (vereinfachtes Verfahren) habe ich selbst ausgefüllt. Dazu habe ich eine 3D-Skizze, Mockup-Bilder und einen Lageplan eingereicht. Vorher habe ich noch beim Bauamt angerufen und mein Vorhaben schon mal vorab durchgesprochen, um sicherzugehen, dass das so klappt. Das schwierigste dabei war die „Erklärung zum Standsicherheitsnachweis“, der von einem Statiker o.Ä. unterschrieben werden muss. Mehr Details findest du im Blogpost Operation Solar-Terrassenüberdachung – Hilfe, ich brauche einen Standsicherheitsnachweis!

      Viele Grüße und Erfolg bei deiner Umsetzung
      Jörg

  18. Hallo!
    Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken mir eine Solar-Terrassenüberdachung zu bauen.
    Du hast du ja drei Module hintereinander verbaut. Wie werden die Stöße dazu abgedichtet? Hast du dazu evtl. noch ein paar Fotos?
    Grüße

  19. Hallo Jörg,

    ich bin durch den Kanal von Matthias auf deinen tollen Blog gestoßen.
    Der Akkubau interessiert mich auch sehr. Aber erstmal muss die PV-Anlage fertig werden.

    Wie wichtig ist denn die Kommunikation zwischen Victron und dem WR?
    Eigentlich wollte ich einen günstigen WR von Huawei aber z.B. die Fronius-WR sollen ja besser koppelbar sein.
    Was meinst du?
    Viele Grüße, Johannes

    1. Hi Johannes,
      mir ist eine „direkte Kopplung“ der einzelnen Komponenten ehrlich gesagt absolut unwichtig. Ich achte immer darauf, dass jede Komponente eine generell nutzbare Schnittstelle (z.B. Modbus TCP/RTU, TCP-IP, MQTT, o.Ä.) besitzt, die ich am besten im Sekundentakt (geht manchmal auch nur alle fünf Sekunden, was aber auch ok ist) abfragen kann, um neue Messwerte zu erhalten. Auch wenn es eine direkte Kopplungsmöglichkeit der Komponenten untereinander gibt, nutze ich diese bewusst nicht, da man sonst quasi wieder eine getrennte Insellösung aufbaut.

      Ich sammle lieber alle Messwerte direkt (oder oder Umwege wie NodeRED) in Loxone, quasi meinem zentralen Smart-Home-System, in dem einfach alle zigtausend Informationen zusammenlaufen. Dort sind auch alle Automatisierungsregeln hinterlegt und damit hab ich dann später auch per Loxone-App die Möglichkeit jeden Status zu checken und manuell über „virtuelle“ Schalter einzugreifen. So bin ich am flexibelsten und kann im Grunde jede Komponente mit jeder anderen logisch so verknüpfen, wie ich lustig bin. Loxone bietet out-of-the-box schon viele Logiken, die man 1:1 nutzen und dann entsprechend erweitern kann, wenn man das will/braucht. Dabei habe ich schlicht noch kein umfassenderes und leichter handelbares grafisches SPS-System gesehen. Was ich mit Loxone bereits alles umgesetzt habe, hätte ich NIEMALS auch und ansatzweise mit einem anderen System hinbekommen – und ich hab über die Jahre schon viel ausprobiert.

      Also das war jetzt echt viel „Loxone“-Werbung – sorry for that. Aber meiner Meinung nach führt da früher oder später kein Weg dran vorbei, wenn man ein zentrales „Steuer-und-Regel-Instrument“ haben möchte, das alle Themen umfassend erschlagen kann. Und ganz nebenbei ist der Miniserver Go, der das alles ermöglicht, meiner Meinung nach ein absolutes Schnäppchen.

      Viele Grüße
      Jörg

  20. Wirklich beeindruckend, was Du da geleistet hast – nicht nur hinsichtlich PV, sondern auch was das ganze Drumherum (Verkabelung, Software, Batteriespeicher, Optik/Ästhetik, Beleuchtung, …) angeht – Hut ab!
    Zwei Frage zu den Moduloptimierern von SolarEdge:
    Hast Du jemals bemerkt, dass bei Tagesanbruch der eine oder andere Moduloptimierer nicht mitspielt?
    Im Display des Wechselrichters steht dann eben nicht „P_OK 10/10“ sondern „P_OK 9/10“.
    Misst man dann die Leerlaufspannung, dann fehlt auch ca. 1 V. Entsprechend liefert der Strang nur 90 % der üblichen Leistung. Am anderen Tag ist dann meist wieder alles i. O.. Mittels der Überwachung kann man feststellen, dass es immer das gleiche Modul ist, das fehlt. Moduloptimierer hinüber oder normales Verhalten?
    Noch eine grundsätzliche Frage: Der Carport sieht nicht so aus, als würde dieser recht stark verschattet werden. Bräuchte man da überhaupt Moduloptimierer? Ok, wenn es der WR von SolarEdge sein muss, dann geht es nicht anders… Ist das der Grund?
    Danke und weiterhin frohes Schaffen
    Thomas

    1. Hi Thomas,
      das geht ja runter wie Butter.. :) Wirklich schön zu sehen, dass du mein Engagement wahrnimmst, das in den Projekten steckt.

      Mein SolarEdge-WR hat kein Display mehr, da müsste ich mich schon per App verbinden, um diese Info sehen zu können. Bisher ist mir ein solches Verhalten jedoch noch nicht aufgefallen. Nur so verständnishalber: Am Optimierer liegt erst dann 1V Prüfspannung an, sobald das dort angeschlossene PV-Panel genug Spannung liefert. Evtl. hat das Panel des von dir beschriebenen Optimierers einen „Treffer“, sodass es weniger Leistung produziert (bei Dämmerung) und entsprechend erst etwas später die notwendige Mindestspannung für den Optimierer bereitstellen kann. Vorher ist das Panel – auf das Gesamtsystem betrachtet – quasi tot und wird erst danach zum Leben erweckt, wenn die Sonneneinstrahlung hoch genug ist.

      Südlich des Carport steht unser Haus, welches insb. im Winter sehr viel Schatten wirft. Und das dann ungleichmäßig verteilt bzw. über das Carport „wandernd“ im Tagesverlauf. Genau dafür sind die Optimierer Gold wert. Aber auch auf dem Hausdach, Terrassenüberdachungen, etc. sind die Optimierer meiner Meinung nach total sinnvoll. Zum einen weil ich damit einfach verschiedene Ausrichtungen in einem Strin zusammenschalten kann ohne jegliche Leistungseinbußen und zum anderen erkenne ich im Fehlerfall sofort, an welcher Stelle es klemmt (so wie du jetzt vermutlich auch). Außerdem ist es mega genial verschiedene Panels über den Zeitverlauf direkt miteinander vergleich zu können, was das SolarEdge-Monitoring-Portal seit dem ersten Tag automatisch mitprotokolliert. Aber ja, würde sicher auch ohne Optimierer gehen, ging früher ja auch ohne. Aber dann eben nicht mit den ganzen Vorteilen bzw. mit teilweise dramatischen Leistungseinbußen…

      Viele Grüße
      Jörg

  21. Moin Jörg,

    ich bin schon ein bisschen neidisch, wenn ich das so sehe – Carport und Terrasse gefallen mir sehr gut, so dass ich nun überlege, anstelle des Daches doch zuerst mit einer PV-Terrassenüberdachung zu beginnen…

    Kannst Du vielleicht noch was zu den verwendeten LED-Stripes und -Profilen sagen? Welche hast Du verwendet und wie „Insektensicher“ sind die? Hast Du hier auch WLED eingesetzt?

    Danke und viele Grüße aus dem Hamburger Speckgürtel.

    1. Hi Lars,

      danke für die Blumen! Finde auch, dass es optisch echt ansprechend geworden ist. Eben schlicht und man sieht die ganze Technik auch so wenig es nur geht.

      LED-Stripes sind 24V „COB“ warmweiss, die man als durchgehendes Lichtband wahrnimmt – man sieht also keine einzelnen Spots. Diese hatte ich von BT Lighting auf Aliexpress gekauft. Gibts 1:1 auch auf Amazon BTF-LIGHTING FCOB COB Warmes Weiß 2700K (Affiliate-Link), dann jedoch zum 2-3fachen Preis. Vorteil ist aber natürlich, dass man dann nicht 1-2 Monate darauf warten muss…

      Als Profile hab ich die günstigsten geholt, die 2,5m lang waren. Dann reichen in meinem Fall zwei nacheinander, um einen Balken zu bedienen. Die genauen Profile finde ich gerade nicht, aber diese LED-Profile (Affiliate-Link) sehen sehr ähnlich aus. Die Abdeckung ist matt und diese muss man am besten etwas „quetschen“ (Stückchen zu lang lassen) beim Einbauen, da es diese bei Kälte etwas zusammenzieht. Dann hat man auch keinen Spalt und es kann nichts reinkrabbeln. Das Profil selbst ist mit Montagekleber (Affiliate-Link) in den Holzbalken geklebt.

      Zur Ansteuerung nutze ich tatsächlich WLED auf einem ESP32-Controller mit Ethernet vom Typ WT32-ETH01 (Affiliate-Link). Den gleichen, den ich auch schon hinter dem Badezimmerspiegel verbaut habe 1 und mittlerweile schon zigfach mehr im Haus. Durch passende 400W Mosfets (Affiliate-Link) lassen sich die analogen PWM-Ausgänge des Controllers als super smoothe Dimmer für die LED-Bänder nutzen.

      Ein MeanWell HLG-320H-24A (Affiliate-Link) kümmert sich um die Stromversorgung und der ESP32-Controller hängt da auch über einen 5V Stepdown (Affiliate-Link) dran.

      Das funktioniert seit über einem Jahr ohne jedes Problem und meiner Meinung nach bekommt man so mit Abstand den günstigsten und gleichzeitig leistungsfähigsten „LED-Treiber“ schlechthin. Zudem könnte ich künftig auch noch zusätzlich adressierbare LED-Stripes anschließen und Farbakzente setzen. Mal sehen…

      Angesteuert wird dann alles über HTTP-Requests von Loxone aus. Das werde ich sicher auch nochmal im Details vorstellen.

      Viele Grüße
      Jörg

  22. Hallo Jörg,

    da ich aktuell auch zwischen zwei Modulherstellern schwanke wollte ich mich mal erkundigen wie die Erfahrungen mit den Modulen sind? Gab es Probleme mit den GripParity oder dem Lieferanten? Würdest du dich wieder für die Module entscheiden?
    Grüße
    Michael

    1. Jep,
      ist es vermutlich. Und macht zudem jeden Tag aufs neue Spaß zu sehen, wieviele kWh vom Dach gekommen sind, die man nicht teuer aus dem Netz kaufen muss…

      Viele Grüße
      Jörg

  23. Moin Jörg,

    deine Energiebank sieht super aus, da kommt kein E-Ausfall mehr zustande, wenn die öffentlichen Netze plötzlich einen Blackout bekommen, hast du noch lange Licht, und da kann man sich sehr freuen darüber.
    Ich beginne jetzt mit 8KWp und einen Speicher von ca. 15 kWh.
    Bei mir war Gas die Energieversorgung, Fußbodenheizung, Warmwasser, Kochen.
    Nun versuche ich langsam vom Gas, mich zu lösen, obwohl meine Therme ist erst 8 Jahre alt und läuft sehr sparsam, bei altem Gas Preis 800,-€ Jahreskosten einen Bungalow von 128 m².
    Besten Dank für dein Blog, sehr informativ.

    Viele Grüße Sigi

  24. Hi Jörg,

    eine kurze Frage habe ich. Beim Carport hast du zur Stabilisierung ja Kopfbänder verwendet. Die gefallen mir optisch nicht so sehr und ich würde meine Terrassenüberdachung gerne ohne umsetzen, so wie du ja auch. Daher die Frage, wie du die Pfosten/Pfetten-Verbindung hergestellt hast. Hast du dafür auch die Pitzl-Verbinder (SPP ?) genommen oder wie hast du das gelöst ?

    Danke dir.

    Gruß Siebo

    1. Hi Siebo,
      ich weiss nicht genau, welche Verbindung du meinst. Die Pfosten habe ich von oben durch die aufliegenden Querbalken mit massiven 30cm Schrauben fixiert. Wenn du was anderes meinst, einfach nochmal melden.

      Viele Grüße
      Jörg

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